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Testbericht

20. Oktober 2015
Vergleichbar mit dem Porsche 911 hat sich die von 1968 bis 2009 gebaute große Jaguar-Limousine XJ6 optisch nur im Detail verändert. Für das breite Publikum ist ein XJ6, XJ12 und ab 1997 ein XJ8 neben dem E-Type noch immer der Jaguar schlechthin. Und drin sitzt bestenfalls ein Mann von Welt, der auch in anderen Dingen seinen eigenen Stil pflegt und für sein persönliches bestes Auto kein Vermögen ausgeben will.

Glasbausteine statt Doppelscheinwerfer
Eigentlich leidet die Optik der Jaguar XJ-Baureihe nur unter einem größeren Makel. Wie beim Elfer mit dem "Spiegelei"-996 gab es bei Jaguar von 1986 bis 1994 mit der intern als XJ40 bezeichneten Baureihe einen peinlichen Lampen-Ausrutscher: Die Briten ersetzten die vier Rundscheinwerfer mit ihren charakteristischen Auswölbungen in der Motorhaube durch zwei formatfüllende, sterbenslangweilige Glasbausteine (Styled Headlamps). Sie kamen jedoch nur bei den üppig ausgestatteten XJ6-Sovereign- und Daimler-Modellen zum Einsatz, während ein normaler XJ6 seinen Weg noch mit den vier vom Vorgänger übernommenen Rundscheinwerfern ausleuchten durfte.Von der Seite betrachtet faszinieren jedoch alle Jaguar XJ40-Versionen durch ihre gelungenen Proportionen, durch ihre Dynamik und faszinierende Leichtfüßigkeit. Besser kann man knapp fünf Meter Länge und 1.750 Kilogramm Leergewicht kaum verstecken. Den Löwenanteil hierzu liefert vor allem die geringe Bauhöhe von nur 1,36 Metern – rund zehn Zentimeter niedriger als vergleichbare moderne Luxuslimousinen.

Außen groß, innen kompakt
Doch die äußere Größe täuscht. Der Jaguar XJ40 ist innen so knapp geschnitten wie die aktuelle Hosenmode und bietet vorne und hinten gerade mal so viel Platz wie ein zeitgenössischer Fünfer-BMW E34. Als Ausgleich hierfür glänzen die Topversionen des Briten mit jedem damals denkbaren Ausstattungsluxus. Dazu Holz und Leder wie in den glorreichen 50er- und 60er-Jahren, als es zum nackten, lackierten Blech noch keine anderen Alternativen gab. Nur die skurrilen Tastenpulte links und rechts des Lenkrads, die so aussehen, als könnte man damit Lenkwaffen abschießen, erinnern im Jaguar XJ40 an die moderne Plastikwelt.

Sechszylinder mit 24 Ventilen
Jaguar spendierte der XJ-Baureihe einen modernen Vierventil-Reihensechszylinder mit satten vier Litern Hubraum, der 222 Kat-PS bei moderaten 5.250/min leistet. In Kombination mit dem Fünfgang-Schaltgetriebe von Getrag kann die Alu-Maschine sowohl ihr kräftiges Drehmoment als auch ihre ungebremste Drehfreude unmittelbar zum Einsatz bringen. Den V12-Motor gab es in der Jaguar XJ40-Karosserie erst ab 1993, dann sogar mit sechs Litern Hubraum und 315PS. Wir empfehlen aber nicht nur aus Kostengründen den zuverlässigen und deutlich leichteren Sechser. Er verhilft dem großen Jaguar zu einem sehr ausgewogenen, gut kontrollierbaren, fast schon leichtfüßigen Fahrverhalten.

So viel kostet ein Jaguar XJ40
Beim Jaguar XJ40 geht es mit dem 3,2-Liter-Motor los, der im Zustand 2 rund 6.900 Euro kostet. Der 3,6-Liter kostet rund 200 Euro mehr, der 4-Liter liegt bei 7.200 Euro. Im Zustand 4 liegen die drei mit 1.600 bis 1.600 Euro gleichauf. Das Topmodell mit V12-Triebwerk kostet 10.000 Euro, im mäßigen Zustand 4 bei 3.600 Euro.
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Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2015-10-20

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