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Testbericht

17. Oktober 2009

Erstes Rendezvous, draußen in der Dämmerung. Schummrig ist es hier und somit romantisch genug für den Infiniti FX37 : Wir öffnen die Tür, der Innenraum erscheint in sanft gedimmtem Licht. Dann heben blaue Kreise die Instrumente und Bedienknöpfe der Mittelkonsole hervor. Im Zentrum ruht eine Uhr - elliptisch und bauhausgemäß reduziert. Das beeindruckt.

Der Infiniti FX37 setzt zum Sturm auf das deutsche SUV-Establishment an Anders will sie sein, die Nobel-Marke von Nissan , die in den USA hip, hierzulande aber kaum bekannt ist. Das soll sich ab dem 2. Oktober ändern, wenn der erste deutsche Infiniti -Händler von Hamburg aus die "quiet rebels", die ruhigen Querköpfe anvisiert. Der G37 soll sich als Limousine, Coupé sowie Cabrio und der EX37 als Kompakt-SUV in ihre Garagen einschleichen, während der FX zum Sturm auf das SUV-Establishment à la Audi Q7 , BMW X5 , Mercedes ML , Porsche Cayenne und VW Touareg ansetzt. Dass sich Infiniti als Premium-Alternative sieht, wird jeder verstehen, der im FX Platz nimmt. Vom Rautenstepp-Ledersitz aus fällt der Blick auf den großflächig mit Holz verkleideten Getriebetunnel und anschließend auf die Türpaneele im gleichen Furnier. Schwungvoll weiten sie sich in Dimensionen, die selbst in Luxuslimousinen selten zu finden sind. Infiniti FX37 GT mit sportwagenartigen Zügen Der Finger drückt den schwach pulsierenden Start-Knopf. Während der Sechszylinder zündet, gehen die beiden Nadeln von Tacho und Drehzahlmesser kurz auf Anschlag und unterstreichen den Leistungswillen, der im Wagen steckt. Auch Infiniti möchte Crossover sein, und so reicht es wohl nicht aus, den Infiniti FX37 zur Gattung der SUV zu zählen, die bereits Sport im Namen trägt. Nein, der Neue soll sogar sportwagenartige Züge tragen. Der Basispreis des Infiniti FX37 GT liegt bei 55.600 Euro Weit stellt er die Radhäuser aus, ungewöhnlich tief trägt er sein Dach. Dabei ist er lang und breit wie ein BMW X5 , aber flacher - und bietet das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis: Der FX startet bei 55.600 Euro, hat aber mit 320 PS deutlich mehr unter der Haube als der X5 30i (272 PS). Regen- und Lichtsensoren sind ebenso an Bord wie Bixenon-Scheinwerfer mit adaptivem Kurvenlicht, Rückfahrkamera, Tempomat, Keyless-Go, Multifunktionslenkrad und elektrisch verstellbare Ledersitze. Was bei Infiniti Basis-Luxus ist, kostet bei deutschen Konkurrenten Aufpreis. Der Infiniti FX37 GT lässt sich nicht individualisieren Dagegen kommen Zuzahlungswillige kaum zum Zug. Die enttäuschend wummerig und matt klingende Bose-Anlage (800 Euro) ist keine Empfehlung wert, wohl aber das DVD-Navigationssystem (2.400 Euro): Es glänzt mit dreidimensionaler Darstellung und vierfach-redundanter Bedienlogik - jede Funktion kann auf vier Arten abgerufen werden. Nachteil der Ausstattungs-Politik: Adaptive Stoßdämpfer etwa sind nur als Teil der besseren S-Ausstattung erhältlich (58.100 Euro). Außerdem lässt sich der FX nicht individualisieren, was anspruchsvolle Kunden vermissen werden. Andererseits verwöhnen bereits überbreite Echtholz-Paneele, Einlegearbeiten aus Aluminium und Leder. Der Wunsch nach mehr Luxus dürfte nicht gerade quälen. Innen ist der Infiniti FX37 GT eine Klasse kleiner als außen Eher schon der nach Zusatzraum - innen ist der FX eine Klasse kleiner als außen. Den Einstieg nach hinten erschweren die mächtigen Radläufe, und die Füße stoßen im Fond schnell an ihre Grenzen. Zwar sind die Rücksitzlehnen umklappbar, und der Kofferraum lässt sich dank ebener Ladekante leicht beladen, aber die absinkende Dachpartie schränkt Größe und Höhe stark ein.

Die Lenkung des Infiniti FX37 GT arbeitet ausreichend direkt Der Infiniti-SUV wird sich über sein Äußeres verkaufen - und seinen sportlichen Charakter. Bei Traktionsbedarf verteilt der FX sein Drehmoment über eine elektronisch gesteuerte Kupplung hälftig nach vorn und hinten. Im Sinne der Agilität kann er seine Kraft aber auch komplett an die Hinterachse schicken. Das erstaunlich willfährige Einlenken der von Doppelquerlenkern präzise geführten Vorderachse imponiert, muss doch ein Zwei-Tonnen-Brocken ums Eck gewuchtet werden. Heißsporne registrieren bei Lastwechseln leichtes, gut kontrollierbares Eindrehen. Ohne nervös zu sein, arbeitet die Lenkung dabei linear und ausreichend direkt - wenn auch wenig kommunikativ. Die Federung des Infiniti FX37 GT ist erstaunlich sensibel Übertriebene Sportlichkeit verkneift sich das Fahrwerk glücklicherweise; die Marketing-Verheißung vom Sportwagen-SUV ließ anderes befürchten. Doch obwohl die Karosserie in schnell angegangenen Kurven nur unerheblich wankt, spricht die Federung erstaunlich sensibel an und verzettelt sich nicht in Stuckern - hier gelang für den europäischen Markt ein guter Abstimmungs-Kompromiss. Erst lange Bodenwellen drängen sich leicht katapultartig ins Bewusstsein der Bandscheiben; dabei wirkt der Infiniti unterdämpft. Die Stöße schmälern den Reisekomfort aber nicht zu sehr, eher schon die lauten Windgeräusche und der hochtourig laufende Sechszylinder. Der 320 PS-Motor des Infiniti FX37 GT stammt aus dem Nissan 370 Z Er bläst zwar nicht gerade zur Attacke, doch das V6-Grummeln aus den beiden dicken Endrohren gefällt. Beim Gasgeben fühlt sich der aus dem Nissan 370 Z bekannte 3,7-Liter trotz 320 PS und sehr guter Beschleunigungs-Werte erstaunlich zurückhaltend an - als hinge die Leistung uramerikanisch im Wandler fest. So schwört die weich schaltende Siebengang-Automatik den Sechszylinder auf hohe Drehzahlen ein. Schon beim Fahren in der Stadt wechselt das Getriebe erst bei 3.000/min die Übersetzung, was mindestens 500 Umdrehungen über dem Wunschschaltpunkt liegt und Antriebssouveränität vermissen lässt. Infiniti FX37 GT: Der Testverbrauch summiert sich auf 14,8 Liter/100 km Auf der Autobahn reagiert das Getriebe dienstbeflissen aufs Gaspedal und schaltet schnell zurück - spürbare Motorvibrationen untermalen dann die hohen Drehzahlen. Sparsam ist dieses Verhalten nicht, weshalb sich der Verbrauch im Testmittel auf 14,8 Liter summiert. Wer ökonomischer unterwegs sein will, muss per Schaltpaddel von Hand die nächsthöhere Übersetzung anfordern oder auf den fürs kommende Jahr angekündigten Dreiliter-Diesel warten. Diese technische Leihgabe von Renault mit rund 250 PS dürfte deutlich mehr Anhänger als der Benziner finden.

2010 will Infiniti einen FX Hybrid präsentieren Doch je nachdem wie zukunftsgerichtet die anvisierte rebellische Zielgruppe tatsächlich ist, wird sie auf eine dritte Antriebsoption warten, welche sich schon in der Entwicklung befindet - noch 2010 will Infiniti einen FX Hybrid präsentieren.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2009-10-17

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