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Testbericht

29. Mai 2011

"Komm‘ se rein, komm‘ se rein. Jetzt einsteigen, Spaß haben und günstig abfahren. Für 9.990 Euro sind Sie dabei." So könnte die Ansage eines Suzuki-Schaustellers auf dem nächstbesten Volksfest lauten. Okay – für das Geld kann man sich im Autoscooter nebenan über Wochen hinweg schwindlig fahren. Raus aus dem Dorf führt die Scooter-Tour aber nicht. Sinnvoller erscheint da doch die Investition in einen kleinen, motorisierten Gefährten. Womit wir wieder bei dem Suzuki-Schausteller und dessen Alto in Club-Ausführung stehen. Hat der Ansager die Preisliste richtig studiert, wird er jetzt vortragen, dass der 3,5 Meter kurze Suzuki Alto für die knapp 10.000 Euro bereits gut ausgestattet ist. Vier Türen, Radio mit CD-Player, elektrische Fensterheber vorn, ein höhenverstellbarer Fahrersitz sind im Suzuki Alto ebenso serienmäßig wie Klimaanlage, sechs Airbags und ESP.

Renault Twingo und Hyundai i10 schlechter ausgestattet Da können seine zwei Konkurrenten nur verlegen mit ihren elektrischen Außenspiegeln wedeln (Serie). Denn weder der frisch geliftete Hyundai i10 noch der zweitürige Renault Twingo verfügen serienmäßig über ESP oder Kühlgerät – sind mit 11.690 Euro und 12.290 aber deutlich teurer. Den Renault Twingo gäbe es zwar auch für 9.990 Euro – allerdings nur bei Verzicht auf die Option des Stabilitätsprogramms. Aus diesem Grund rollt der 3,6 Meter lange Franzose im feschen night&day-Dress zum Test, prunkt mit speziellen Aufklebern, stark getönten Scheiben, einer in Leder eingefassten und abgenähten digitalen Anzeige und – tata – einem elektrisch betätigten Panorama-Schiebedach. Nette Zutaten, die den Piloten des Renault Twingo gleich eine Klasse höher fahren lassen, und von denen Suzuki Alto-Fahrer lediglich träumen können. Ihnen bleibt nur der Blick auf eine graue, funktionale Hartplastik-Landschaft ohne optische Highlights. Als seltenes Detail dürften die manuell ausklappbaren Fenster in den Hecktüren des Suzuki Alto in Erinnerung bleiben. Als Option bietet die Preisliste nur eine Metallic-Lackierung an. Ende. Bis auf ein Faltdach (1.250 Euro) und Alu-Räder sieht auch Hyundai keinen Grund für luxuriöse Extras. Die Koreaner stylen den Hyundai i10 Style (Aufpreis zu Classic: 1.400 Euro) einfach schon im Werk. Farbige Kunststoffelemente peppen den Innenraum des Hyundai i10 ebenso auf wie blau hinterlegte, aber in der Sonne schlecht ablesbare Instrumente. Große Ablagen erleichtern das Verstauen von Spielzeug und Wasserflaschen. Gute Qualitätsanmutung in Renault Twingo und Hyundai i10 In puncto Qualitätsanmutung und Ausstattung rumpeln die beiden teuren Microcars Renault Twingo und Hyundai i10 den Suzuki Alto also an die Bande. Leichte Blessuren, die der Alto im Kostenkapitel wieder ausgleicht. Spätestens nach dem Blick in die Kofferräume ist aber klar, dass er im Karosserie-Kapitel nicht mehr aufholt. Gerade mal 129 Liter lassen sich in dem schwer zugänglichen und unübersichtlichen Abteil des Suzuki Alto unterbringen. Wer die labbrig verarbeitete Rückbank umlegt, erhält immerhin 774 Liter. Die eckiger geformten Konkurrenten schlucken mit 225 (Hyundai i10) und 230 Litern (Renault Twingo) dagegen auch größere Supermarkteinkäufe.

Im sauber verarbeiteten Hyundai i10 lässt sich Kleinkram zudem in einem praktischen Staufach unter dem doppelten, erfreulich festen Boden verstecken. Auch lobenswert: Die Rücksitze im Renault Twingo können nach alter Twingo-Tradition sowohl einzeln verschoben als auch in der Lehne verstellt sowie komplett umgeklappt werden. Von maximalem Fußraum für die Fondpassagiere bis hin zu 959 Liter Gepäckraum-Volumen macht der Zweitürer im Alltag so vieles möglich und entschädigt für den mühsameren Zustieg hinten. Trotz Dreizylinder geht es im Suzuki Alto flott voran Zeit, endlich einmal unter die kurzenHauben zu gucken. Große Reißer brauchtman in dieser Preisklasse nicht erwarten,und so bietet der Suzuki Alto gerade maleinen Liter Hubraum, 68 PS und einDrehmoment von 90 Newtonmetern.Doch einmal losgelassen, schnattert derkleine Dreizylinder fröhlich los undbringt den 885 Kilo leichten Alto subjektivflotter in Fahrt, als es die Messwerteaussagen. Eilig dreht der Benzinerbis an 6.000 Touren ran, undSchalten macht dank eines griffig-präzisenGetriebes im Suzuki Alto soviel Laune, dass fastschon sportlicher Ehrgeiz aufkommt.Und siehe da: Mit einem Zwischenspurt-Wert von 80 auf 120 km/h in 26,8Sekunden kauft er sogar dem 75 PSstarken Renault Twingo den Schneid ab. Dazu passt auch die straffe Fahrwerksabstimmung,die dem Suzuki Alto zwarzu keinem erwähnenswerten Komfort,dafür aber zu überraschend gutenHandlingzeiten verhilft. Den Slalomdurchfährt der kleine Sausewind alsEinziger in über 60 km/h, und den Wedeltesterledigt der Alto kaum langsamerals der besser bereifte Renault Twingo.Aber Achtung: Wer die starken Wankbewegungenignoriert und es übertreibt,den bremst ESP hart ein. Das Stabilitätsprogrammspringt auch im Renault brav zu Hilfe und hält den eine Tonneschweren Twingo sauber auf Kurs.Sportliche Avancen liegen ihm – ähnlichwie dem Hyundai i10 – dagegen nicht.

Twingo und Alto liegen im Antriebskapitel gleichauf Beide versuchensich mehr in komfortabler Ausgewogenheitund offerieren lediglichgefühllose Lenkungen. Im Gegenzugübermitteln sowohl Renault Twingo als auch Hyundai 10 fiese Querfugen oderlange Bodenwellen nicht so direkt weiterwie der Suzuki Alto. Längere Autobahnetappensind angesichts des akzeptablenSitzkomforts denn auch keinProblem – solange die Motoren nichtallzu hoch drehen müssen. Sonst beschwerensich die beiden Vierzylindermit kräftigem Dröhnen und verleidenschnelle Fahrten.Trotz deutlich besserer Beschleunigungswerteliegen denn auch der RenaultTwingo und der Suzuki Alto im Antriebskapitelgleichauf. Renault Twingo ist der stärkste Trinker im Test Grund: Mit einem Testverbrauchvon 6,1 Liter Super auf 100Kilometer beweist der Suzuki Alto, dass erzeitgemäß zu knausern versteht. Wermit dem Gaspedal vorsichtig umgeht,fährt auch locker noch einen Liter sparsamer.Dem 69 PS schwachen und unwillighochdrehenden Hyundai i10 bleibtda nur der dritte Rang. Kleiner Trost:Mit einem Verbrauch von 6,3 Litern/100km überlässt er dem Twingo die Kronedes stärksten Trinkers.Bei den Fahrversuchen übernimmtder in Indien gefertigte Hyundai i10 allerdingswieder die rote Laterne. Slalom, Wedeltestund VDA-Ausweichgasse absolvierteer mit der geringsten Geschwindigkeitsowie deutlicher Seitenneigungund kräftigen Lastwechselreaktionen. Noch gravierender aber sind dieschlechten Bremsen des Koreaners, deraus 100 km/h erst nach 41,9 Metern(warm) zum Stillstand kommt. Dass der Suzuki Alto auch in diesem Vergleich nochschlechter bremst, ist für den mit vierScheibenbremsen ausgerüsteten Hyundai i10keine Entschuldigung.Am Ende sind es genau jene Bremsen,die dem preislich attraktiven SuzukiAlto den Sieg vermasseln und dem ausgewogenen,variablen und zuverlässigstehenden Renault Twingo den Sieg bescheren.Der neue Hyundai i10 bleibt in der Mitte undlockt mit Platz und Fahrkomfort. Bremsen bei Kleinstwagen immer noch mangelhaft Obwohl sie schon oft kritisiert wurden, konnten die Bremsen des Suzuki Alto auch in diesem Vergleichstest nicht überzeugen. 42,9 Meter sind nicht akzeptabel. Sicherlich mit ein Grund für die ungenügende Bremsleistung: die Trommelbremsen an der Hinterachse. Einziger Trost: ESP ist Serie. Aber auch der neue Hyundai i10 überzeugt mit 41,9 Metern nicht – trotz 910 Euro teurem Sicherheitspaket, das auch Scheibenbremsen an der Hinterachse beinhaltet. Wie es richtig geht, zeigt der VW Polo 1.2 für 12.275 Euro.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2011-05-29

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