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Testbericht

13. März 2015
Lange Zeit hatte der Audi A4 in der Redaktion nicht gerade für Aufsehen gesorgt. Seit Ende 2007 bewältigte er in sämtlichen Varianten die automotorundsport-Tests und blieb dabei – bis auf einige Details zum Facelift 2012 – quasi unverändert. So langsam kenne man ihn in- und auswendig, entfuhr es da schon mal dem ein oder anderen Kollegen.

Hyundai i40 Kombi kostet 5.000 Euro weniger
Jetzt, kurz vor der Ablösung, hat sich das geändert. Nun kassiert der A4 speziell für seine Reife ein Extralob. Zumal es ihm bei den Vergleichstests immer noch gelingt, selbst ganz frischen Mitbewerbern zu zeigen, wo der Hammer hängt. Aber rechtfertigt das auch seinen relativ hohen Preis? Oder findet sich in der Mittelklasse nicht doch etwas Vergleichbares für weniger Geld?Der Hyundai i40 Kombi beispielsweise ist nicht nur ein Stückchen größer und bietet mehr Platz, sondern kostet auch über 5.000 Euro weniger als der A4. Sogar dann, wenn er in der Style-Variante Dinge wie Sitzheizung, Tempomat, Parksensoren und Multifunktionslenkrad serienmäßig mitbringt. In der Attraction-Basislinie des Audi kostet das alles extra.Umgekehrt liefert der Audi schier unendliche Möglichkeiten zur Individualisierung. In einem dicken Katalog listet Audi Sonderausstattungen auf, die häufig einzeln bestellbar sind. Interessenten des Koreaners sollten nicht so wählerisch sein. Zum einen gibt es die Extras fast ausschließlich in Paketen, zum anderen fällt die Auswahl wesentlich spärlicher aus.

Hyundai i40 Kombi mit 553 Liter Laderaumvolumen
Wer etwa auf einen Festplattenspeicher für Musik, Onlinedienste oder einen adaptiven Tempomaten Wert legt, kommt um die teurere Variante nicht herum. Auch einen Totwinkel-Assistenten sucht man beim Hyundai i40 Kombi vergebens. Ebenfalls ein Pluspunkt für den Audi: Viele Modelle gibt es mit Allradantrieb. Wer seinen Wagen als Zugfahrzeug nutzt, weiß diesen Vorteil zu schätzen. Hinzu kommt das umfangreichere Arsenal an Sicherheits-Features bis hin zum besseren Licht.Den klassischen Kombi-Tugenden Platz und Nutzwert kommt der Hyundai i40 Kombi schon näher. Zwar liefern beide Kontrahenten mit einem System aus Schienen und Gurten zur Ladungssicherung, einer geteilt klappbaren Rücksitzlehne sowie einer Durchlademöglichkeit überzeugende Alltagstauglichkeit. Mehr schieren Platz gibt es aber im sieben Zentimeter längeren i40. Zum einen ist sein Kofferraum mit 553 Litern Fassungsvermögen größer als im A4 (490 Liter), zum anderen ist er auf Höhe der Rückbank drei Zentimeter breiter, womit auch mal drei Erwachsene im Fond Platz nehmen dürfen. Auf Dauer bequemer reisen sie jedoch im Audi, und das vorne wie hinten. Egal wo man in den A4 einsteigt, man spürt und fühlt sofort die hohe Qualität und die hochwertige Verarbeitung. Empfehlenswert: die Sportsitze vorn. Mit wenigen Handgriffen ist in der feinen Rastung eine passende Sitzposition gefunden, langstreckentauglich geformt sind sie obendrein.

A4 mit klaren Vorteilen beim Infotainment
Im Hyundai i40 Kombi bringt der Fahrersitz zwar eine elektrische Verstellung mit, aber selbst nach ausgiebigem Knöpfedrücken sitzt man zu hoch und stößt mit den Beinen am ausladenden Armaturenträger an. Ähnliche Probleme plagen auch den Beifahrer. Fondpassagiere wünschen sich hingegen eine etwas steilere Rücksitzlehne mit mehr Seitenhalt. Beim Fahrer kommt zudem ständig das Gefühl auf, ihm bliebe etwas verborgen. Die dynamisch geformte Karosserie versperrt an vielen Stellen die Sicht, hinter den breiten und flachen A-Säulen verschwinden mitunter sogar große SUV.Infotainment für kleines Geld Unterschiede zeigen sich auch in der Bedienung. Zwar gibt sich der Bordcomputer im A4 mit seinen vielen Untermenüs im MMI-System teilweise etwas tüddelig, dafür ist er dem Hyundai i40 Kombi beim Infotainment-Angebot ein ganzes Stück voraus. Gute Dienste leistet unter anderem die Online-Google-Suche in Kombination mit der Sprachsteuerung. Überdies lassen sich Mobiltelefone schnell und problemlos koppeln.

Preiswertes Navi im Hyundai
Gegenüber dem noch überraschend zeitgemäß agierenden Audi wirkt der Hyundai i40 Kombi etwas altbacken. Seine zahlreichen Tasten sind großflächig, teils versteckt über das Cockpit verstreut, sodass sich manche erst durch Zufall finden. Immerhin jedoch sind sie nach Themengebieten sortiert, sodass die Bedienung nach kurzer Eingewöhnung akzeptabel läuft. Für den Hyundai spricht außerdem, dass er Dinge wie USB- und Bluetooth-Schnittstelle oder eine Klimaautomatik serienmäßig dabeihat.Das Navi im hyundai i40 Kombi kostet 1.500 Euro Aufpreis, und damit einige Hundert Euro weniger als im Audi. Dort ist das Geld jedoch gut angelegt. Die besser auflösenden Navigationskarten und das schneller und zielgenauer arbeitende System rechtfertigen den Mehrpreis.

Hyundai i40 Kombi - Diesel mit Anfahrschwäche
Alles nur Geschmackssache und bei einem Auto nicht zwingend wichtig? Schließlich ist es ja primär zum Fahren und nicht nur zum Infotainen da? Stimmt. Und genau deshalb ist der Zweiliter-Diesel-Avant seinen Mehrpreis gegenüber dem Hyundai i40 Kombi 1.7 CRDi wert, rechtfertigt der TDI allein schon jede Menge Differenz-Euro. Zwar leisten beide Selbstzünder 136PS, beim Audi stehen sie allerdings schon ab 3.000 Umdrehungen parat, beim Hyundai 1.000 Touren später. Die 320 Newtonmeter Drehmoment liegen beim Audi ab 1.500 Umdrehungen an, und damit ebenfalls früher als die 330 Newtonmeter des Hyundai.Papierform hin oder her – auf der Straße gilt es. Und da kassiert der Hyundai i40 Kombi bereits direkt beim Losfahren Kritik. Solange dem Motor kalt ist, stirbt er nämlich ab, wenn der große Fußzeh nur etwas zu schnell am Kupplungspedal zuckt.Ist die Anfahrschwäche einmal überwunden, schubbert der Hyundai i40 Kombi stark untersteuernd durch schnelle Kurven, und auch bei normalem Landstraßentempo gibt er sich spürbaren Wankbewegungen hin. Das verhältnismäßig herb regelnde ESP sowie die indirekte, gefühllose Lenkung verbessern das Fahrgefühl nicht.

Hyundai scheitert an der Euro-6-Norm
Deutlich sicherer fühlt man sich im Audi. Seine Lenkung liefert präzise Rückmeldung, was exaktes Fahren unterstützt. Der A4 bleibt im Grenzbereich gut beherrschbar und überzeugt mit sensibler ESP-Abstimmung sowie geringen Karosseriebewegungen. Seine Federung ist zwar straff, bügelt Unebenheiten aber zuverlässig und unaufgeregt weg.Bleibt noch das Thema Verbrauch. Der mit dem Ultra-Label gekennzeichnete 2.0 TDI im Audi soll besonders sparsam sein und bleibt auch im Testmittel mit 7,0 Litern pro 100 Kilometer 0,6 Liter unter dem Verbrauch des 1.7 CRDi Blue im Hyundai i40 Kombi. Der Harnstoffzusatz im A4 bedeutet zwar einen minimal höheren Wartungsaufwand, doch damit schafft der Zweiliter die Euro-6-Norm, der Hyundai-Diesel hingegen nicht.Obwohl der Hyundai i40 Kombi unter dem Strich kein wirklich schlechtes Ergebnis einfährt, sind die Preisunterschiede in den meisten Punkten deutlich spürbar. Er bleibt ein Tipp für Platzsuchende, die Wert auf gute Ausstattung legen. Der etwas kleinere Audi überzeugt mit solider, gereifter Leistung. Sind wir also gespannt, ob sein Nachfolger dieses Jahr einige Dinge noch besser machen kann.
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Testwertung
3.5 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2015-03-13

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