12neuwagen de12gebrauchtwagen de

Unsere Partnerseiten:

Testbericht

30. September 2013
Was muss es doch für eine Schmach für Peugeot sein, mit dem Peugeot 308 in den zahlreichen Vergleichstests der vergangenen Jahre immer wieder hinterherzuhecheln. Zu rumpelig das Fahrwerk, zu umständlich die Bedienung, zu altbacken das Interieur – entsprechend düster sehen auch die Absatzzahlen aus. Nun also die Neuauflage. Und siehe da: Basierend auf der variablen EMP2-Plattform hat Peugeot einen rund 140 Kilo leichteren Peugeot 308 entwickelt, der mit seinem pummeligen Vorgänger auch optisch nur wenig gemeinsam hat. Vielmehr entstand ein 4,25 Meter langer und 1,80 Meter breiter Viertürer, der mit seinem modernen, aber unverspielten Design nun auch jene Kunden ansprechen dürfte, die bislang eher beim VW-Händler auf den Stühlen saßen. Unter der Haube des neuen Peugeot 308 arbeiten nun drei Benziner (82 bis 156PS) sowie zwei bekannte Diesel (92 bis 115PS). Neu hinzugekommen ist eine 125PS starke Version des THP 155. Und genau diesen 1,6 Liter großen Turbobenziner haben wir uns für unseren exklusiven Vergleichstest herausgepickt. Leicht wird er es nicht haben – als Gegner stehen der sportive Seat León 1.4 TSI FR sowie der üppig ausgestattete, 135PS starke Hyundai i30 1.6 Style parat.

Peugeot 308 mit gelungenem Fahrwerk und reduzierter Bedienung Womit also anfangen? Vielleicht mit dem bislang größten Kritikpunkt: dem mäßigen Fahrkomfort des Peugeot 308. Hier haben die Ingenieure mächtig nachgearbeitet und ein wunderbar ausgewogenes Fahrwerk entwickelt, das seine Insassen vor jeglichem Stuckern, Rumpeln oder Nachwippen verschont und den Peugeot 308 nicht zur Schaukel werden lässt. Im Gegenteil: Der mit schüchternen 16-Zoll-Eco-Reifen bestückte Peugeot 308 wirkt unerwartet sportlich, prescht neutral und präzise durch Kurven und zickt auch nicht, wenn der Fahrer doch lieber auf die standfeste Bremse geht. Nicht ganz unbeteiligt an der homogenen Abstimmung des Peugeot 308 ist die direkt ansprechende Lenkung inklusive kartmäßig kleinem Lenkrad, das den Fahrspaß nochmals erhöht. Wie beim 208 und 2008 sitzen die Instrumente im Blickfeld oberhalb des Lenkrads, was durchaus Vorteile bietet. Die edel anmutenden Anzeigen des Peugeot 308 werden vom Lenkradkranz nicht verdeckt und sind gut ablesbar. Irritieren dürfte höchstens der Drehzahlmesser, dessen Nadel von rechts unten nach links oben wandert. Ungewöhnlich fällt auch das restliche Bedienkonzept im soliden Cockpit aus. Denn gleichgültig ob Radio, Navi oder Klimaautomatik: Nahezu alle Funktionen müssen über einen 9,7 Zoll großen Touchscreen angesprochen werden. Knöpfe und Schalter finden sich dagegen insgesamt nur sechs. Ansonsten bleibt der Peugeot 308 ein klassischer Kompakter mit ausreichend Platz für seine Passagiere, einem mit 420 Liter beachtlich großen Kofferraum und einer gesunden Basisausstattung. Wie bei i30 und León sind beim Peugeot 308 in der 20.850 Euro teuren Active-Variante Klimaautomatik, Radio und Tempomat schon Serie. Als Einziger in diesem Vergleich lässt er sich zudem mit einem adaptiven Tempomat inklusive Frontkollisionswarner ausrüsten, der selbstständig abbremst (450 Euro). Leider sind die Systeme an die Ausstattungslinie Allure gekoppelt, die 1.850 Euro mehr kostet. Die serienmäßigen LED-Scheinwerfer und ein Navi mit guter Kartendarstellung dürften den Aufpreis aber wieder wettmachen. Überzeugt der Peugeot 308 also auf der ganzen Linie? Nein. Dafür fehlt es dem sehr laufruhigen und kultivierten THP 125 einfach an Kraft. Den Spurt auf 100km/h erledigt der Peugeot 308 damit zwar in 10,1 Sekunden, doch vom sensationellen Durchzug des ebenfalls mit 200Nm gerüsteten Seat León ist der Peugeot weit entfernt. Einziger Trost: Der Vierzylinder hält sich selbst bei hohen Drehzahlen akustisch so zurück wie beim Testverbrauch (7,1 L/100 km).

Hyundai i30 ist nobel, aber träge Dass es Kompaktwagen gibt, die in hohen Gängen zögerlicher beschleunigen, beweist der immerhin 135PS starke Hyundai i30. Der 1,6 Liter große Direkteinspritzer muss ohne Turbo auskommen und wartet daher erst bei 4.850/min mit seinem eher schütteren Drehmoment von 164Nm auf. Die Folge: hochtouriges Fahren und häufiges Schalten. Da der Benziner ebenso wie die Fahrgeräusche ab 3.000 Touren zunehmend lauter wird, machen längere Autobahnfahrten kein großes Vergnügen. Zumal sich der Benziner sein Unvermögen noch mit einem Verbrauch von 8,2 L/100 km entlohnen lässt. Schade, denn ansonsten verwöhnt der 4,3 Meter lange i30 mit akzeptablem Federungskomfort, dem besten Platzangebot, einer soliden Verarbeitung und völlig problemloser Bedienung. Zudem punktet die 22.200 Euro teure Style-Version mit der üppigsten Ausstattung im Vergleich: Neben den schon erwähnten Extras sind beispielsweise ein schlüsselloser Zugang, eine Alarmanlage und ein mit Unterbodenfächern bestückter Laderaum Serie. Das hier gezeigte und empfehlenswerte Navi inklusive Rückfahrkamera kostet 1.120 Euro. Ebenfalls nicht zu verachten: das maximale Ladevolumen von 1.316 Litern (308: 1228, León: 1.210), gepaart mit einer anständigen Zuladung von 516 Kilo.

Seat León macht Laune Sobald man im 21.870 Euro teuren León FR die erste Runde dreht, ist klar, wer in diesem Vergleich der Chef auf der Teststrecke ist. Trotz der nominell geringsten Leistung (122PS) reagiert die spanische Interpretation des Golf sofort auf jede kleinste Gaspedalbewegung und spurtet seinen Gegnern spielerisch davon. Ein Beispiel? Sowohl im fünften wie im sechsten Gang nimmt der Seat den Rivalen im Zwischenspurt von 80 auf 120km/h rund fünf Sekunden ab. Dabei läuft der 1.4 TSI selbst auf der Autobahn bei hohen Geschwindigkeiten leise und begnügt sich mit einem Testverbrauch von 6,9 L/100 km. Schwer zu toppen ist der Seat, sobald es raus aufs Land und rein in die Kurven geht. Mit seiner sportlichen Fahrwerksabstimmung und der feinfühlig-präzisen Lenkung lässt er sich beeindruckend spielerisch und enorm schnell durch jegliche Kurven pressen. Damit die Insassen nicht im etwas enger geschnittenen Innenraum herumrutschen, spendiert Seat zudem Sportsitze mit viel Seitenhalt. Passend dazu: die kräftig zupackenden Bremsen. Dass der León seine Passagiere insbesondere in der Innenstadt über jeden Gullideckel informiert, müssen FR-Freunde da wohl akzeptieren. Ansonsten empfiehlt sich die 20.270 Euro teure Style-Variante mit Standard-Fahrwerk. Und natürlich die optionalen und sehr gut ausleuchtenden LED-Scheinwerfer für 990 bis 1.190 Euro. Allen León gemeinsam ist hingegen ein funktionales Cockpit, das nur durch ein paar rote Fäden in Lenkrad und Schaltknauf für Abwechslung sorgt. Ebenfalls eher mittelprächtig: der nur 380 Liter fassende Kofferraum, gepaart mit der geringsten Zuladung von 451 Kilo. Doch obwohl der León diesen Vergleichstest knapp gewinnt, wird der neue 308 seinen Weg machen und noch einige Konkurrenten auf die hinteren Ränge verweisen. Der Hyundai i30 macht den Anfang.
Weiterlesen

Quelle: auto-motor-und-sport, 2013-09-30

Getestete Modelle
Ähnliche Testberichte
Autoplenum
3.5 von 5

Autoplenum, 2019-01-16

Gebrauchtwagen-Check: Peugeot 308 - Sieben Sitze und fünf...Gebrauchtwagen-Check: Peugeot 308 - Sieben Sitze und fünf Rückrufe
Sieben Sitze und fünf Rückrufe Gebrauchtwagen-Check: Peugeot 308 Ganzen Testbericht lesen
Autoplenum
4.0 von 5

Autoplenum, 2018-10-22

Facelift für den Hyundai i30 - Leichte Kosmetik und neue...Facelift für den Hyundai i30  - Leichte Kosmetik und neue Motoren
Leichte Kosmetik und neue Motoren Facelift für den Hyundai i30 Ganzen Testbericht lesen
Autoplenum
3.0 von 5

Autoplenum, 2018-10-16

„Flatrate“-Modelle von Peugeot - Leasing mit Zusatzleist...„Flatrate“-Modelle von Peugeot  - Leasing mit Zusatzleistungen
Leasing mit Zusatzleistungen „Flatrate“-Modelle von Peugeot Ganzen Testbericht lesen
Autoplenum
3.0 von 5

Autoplenum, 2018-10-07

Hyundai i30 N „Option“ - Für sportliche IndividualistenHyundai i30 N „Option“ - Für sportliche Individualisten
Für sportliche Individualisten Hyundai i30 N „Option“ Ganzen Testbericht lesen
Autoplenum
3.5 von 5

Autoplenum, 2018-09-26

Hyundai i30 Fastback N - Nicht schneller, aber schickerHyundai i30 Fastback N  - Nicht schneller, aber schicker
Nicht schneller, aber schicker Hyundai i30 Fastback N Ganzen Testbericht lesen