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Testbericht

24. Juli 2018
Im letzten Vergleichstest schaffte es der Mercedes als Benziner noch ganz hoch aufs Podest, weil der BMW X5 plötzlich richtig alt wirkte und der Porsche Cayenne seine Brillanz durch eine Schnappatmung auslösende Preisgestaltung verschattet. Nun gibt es den GLE nur noch mit Dreiliter-Diesel, was sich aufs Beste trifft: Denn auch der neue Touareg ist vorerst einzig als 3.0 TDI V6 bestellbar.Natürlich nutzt er alle Technik-Leckereien, die der konzerneigene Modulare Längsbaukasten bietet. Der Testwagen kommt also mit sämtlichen Fahrwerksoptionen von Allradlenkung über Luftfederung bis zum aktiven Wankausgleich durch verstellbare Stabilisatoren, was den Grundpreis inklusive der 20-Zoll-Räder schon mal um rund 8.000 Euro erhöht.

VW-Infotainment mit kleinen Schwächen
Und natürlich ist auch das Innovision Cockpit verbaut, das bei deaktivierter Zündung wie ein schwarzer, geheimnisvoller See im Cockpit liegt. Messerscharf aufgelöste Google-Earth-Karten in Cinemascope zeichnen es ebenso aus wie ein überraschend sparsamer Umgang mit dem verfügbaren Raum. Der lässt einen das ärgerliche Kleine im eindrucksvollen Großen entdecken: Ein Lämpchen im Hauptinstrument zur Anzeige, ob automatisches Licht, Abblend- oder Schlechtwetterlicht aktiviert sind, wäre schon schön.Und die winzigen Touch-Felder in den zahlreichen Untermenüs oder die Bedienfelder für Sitz- oder Raumklima im fahrenden Auto zu treffen, ohne den Blick allzu lange von der Straße zu nehmen, ist gar nicht mal so leicht. Da wirkt – Modernität hin oder her – der Mercedes weniger angejahrt, als es die vielen konventionellen Schalter und Tasten anfangs glauben machen, zumal es ja noch den Controller zwischen den Sitzen gibt. Mit ein wenig Eingewöhnung ist der dank haptischer Rückmeldung blind zu bedienen.Doch auch beim GLE muss man gelegentlich in Untermenüs, etwa zur erweiterten Einstellung der Sitze, deren Grundfunktionen sich wie beim Touareg (gegen Aufpreis) auch per Miniatursitz-Schaltereinheit steuern lassen. Während sich bei den sehr empfehlenswerten Multikontursitzen des GLE (1.309 Euro) aber nur die Lehnenwangen auf Maß schneidern lassen, erlauben die fein belederten Ergo-Comfort-Sitze des VW für 4.650 Euro samt elektrischer Verstellung und Sitzheizung vorn, Rücksitzlehnen-Fernentriegelung und mehr sogar eine Anpassung der Sitzflächenbreite. Die lernt man schnell schätzen und fühlt sich nochmals besser aufgehoben als im Mercedes.

VW Touareg mit mehr Komfort
Der Mercedes hat sich ja einen Namen gemacht als Langstreckenauto mit sanfter Federung, geringem Geräuschniveau und üppigem Raumangebot auf kommoden Polstern für bis zu fünf Personen. Ein starker Kauf mithin und noch immer einfach zu gut, um sich vom neuen Rivalen deklassieren zu lassen.Aber wie schon bei den Sitzen zeigt der sehr wirkungsvoll schallgedämmte VW in nahezu allen Punkten noch mehr Talent für die beflissene Dienstbarkeit, derentwegen man einen großen SUV anschafft. Okay, beim Start und beim Losfahren klingt es im eindrucksvoll hochwertig verarbeiteten Innenraum schon ziemlich bassig mit leicht aggressivem Unterton. Doch in Fahrt ist von beiden Motoren nicht mehr viel zu hören. Und der VW demonstriert gegenüber dem ebenfalls mit Luftfederung und Wankstabilisierung (zusammen 6.250 Euro) aufgerüsteten Mercedes, dass es immer noch ein bisschen besser geht. Querrinnen oder tief liegende Gullydeckel, die der GLE nicht verschweigt, kommen im Touareg – wenn überhaupt – wie aus weiter Ferne durch. Dauergewellte Landstraßen pendelt er mit nur minimalem Karosseriewanken aus, während der GLE da schon unruhiger wird.Fahrdynamisch wirft der Touareg dann seine Allradlenkung ins Spiel, die ihm zwischen den Pylonen höheren Speed erlaubt als dem gewiss nicht unflotten GLE. Wissen für die Galerie, denn den Alltag betrifft dies wohl nicht – wie auch der Umstand, dass der VW im Extrem etwas später ins leichte Untersteuern gerät und beim Eintauchen in den Grenzbereich mit einer Spur mehr Lenkpräzision und -transparenz aufwartet.Der Mercedes liegt dafür bei Normal-Speed einen Tick harmonischer und ausgesprochen stimmig in der Hand. Gleichermaßen hohes Niveau zeigen beide wiederum, wenn es durch schnelle Autobahnkurven geht. Ein Ex-VW-Vorstand würde wohl sagen: Da wackelt nichts.

Mercedes-Diesel lebt vom Drehmoment
Der breitere und längere Touareg bietet noch mal mehr Platz als der gewiss nicht beengende GLE, was nicht wirklich überrascht. Dazu macht er dank seiner verschiebbaren Rückbank mit dreiteilig klappbarer Lehne auch das bessere Variabilitätsangebot, zieht bei Zuladung (569 zu 615 Kilogramm) und maximalem Laderaum (1.800 zu 2.010 Liter) jedoch den Kürzeren.Mit Head-up-Display (1.300 Euro) und Nachtsicht-Assistenz (1.820 Euro) toppt der neue Groß-Volkswagen den an Sicherheits- und Komfortassistenten sehr reichen GLE aber wieder und entstresst mit dem Trailer Assist (1.300 Euro mit elektrisch betätigter Anhängerkupplung). Nie mehr feixende Gesichter oder verschrammtes Blech, wenn es gilt, den Pferdeanhänger auf den letzten freien Stellplatz am Ponyhof zu bugsieren.Ohne Anhänger zeigt der Touareg, dass seine 28 Mehr-PS nicht nur auf dem Papier vorhanden sind. Bei Vollgas lässt er den objektiv gut motorisierten Mercedes klar hinter sich, ohne aber im Alltag souveräner zu wirken. Denn während der GLE 350 d beim sachten Beschleunigen einfach vom satten Drehmoment lebt, leidet der Touareg 3.0 TDI unter vorzeitigem Ganggequirle und schaltet oft unnötig zurück. Die richtige Übersetzung sucht er obendrein meist erst beim Beschleunigen im Kurvenausgang, während der Mercedes da schon längst alles aufs Feinste geregelt hat – passgenaues Zurückschalten beim Anbremsen inklusive.Trotzdem geht der Sieg an den Touareg, der natürlich mit seiner zukunftssicheren Euro-6d-Temp-Einstufung auch wertstabiler sein dürfte als der betagte Mercedes. Der kann jedoch kurz vor der Ablösung erhobenen Hauptes vom Platz gehen.
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Quelle: auto-motor-und-sport, 2018-07-24

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