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Testbericht

15. Mai 2007

Ein wilder TT, ein kleiner R8 fürs Volk. Im Gegensatz zum echten mit viel gutem Willen und Verzicht gerade so bezahlbar.

Der MTM schwimmt auf der Interessenswelle an Audis neuer Preziose. Und macht nicht einmal leere Versprechungen: 313 PS aus einem Zweiliter-Vierzylinder. Da weiten sich die Augen erwartungsfroh. Leuchtendrot sticht der auffälligste unter den vier getunten Audi TT 2.0 TFSI gegen den Wendland heraus. Optisch unbehandelt und in unverfängliches Silber gekleidet, ist dieser ein klassischer Tiefstapler. 260 PS in serienmäßiger Optik.

Vornehmer, wenn auch nicht so zurückhaltend, treten 300 PS aus dem Allgäu auf. Der Landadel trägt Chromschmuck zum gut sitzenden schwarzen Einreiher. Alles, was im Kühlergrill des Original-TT schwarz ist, überzieht Abt mit Glanz. Genau umgekehrt verfährt Oettinger mit der Front. Aus Chrom wird matt, schon verdüstert sich die Mimik. Was dieser TT wohl im Schilde führt? 340 PS.

Wendland trägt seine Dynamik unter der Haube

Der Zweiliter spritzt seinen hochoktanigen Cocktail direkt ein, um ihn dann mit vorverdichteter Luft aufzuwühlen. Ein KKK-Lader macht hierfür bereits ab Werk ordentlich Druck. Wendland erhöht den Boost um 0,3 bar, was bei mittleren Drehzahlen stramme, aber nicht überspannte 1,0 bar ergibt. Lässt der Kunde auch noch den Vorschalldämpfer entfernen, dann kostet das Chiptuning knapp 1.300 Euro und bringt 260 PS. Üppig fällt auch die Relation aus Preis und Drehmoment aus. Zuwachs: von 280 auf 360 Nm, dargeboten bei verhaltenen 2.500/min. Einziger spürbarer Nachteil zur Ausgangsbasis: Geht man vom Gas, schiebt der unter höherem Druck stehende Turbo Luft nach, was sich ähnlich äußert wie ein leicht hängendes Gaspedal.

360 Nm reißen an den serienmäßigen Vorderreifen, lassen der ASR keine Ruhe. Sie greift im Wendland-Trimm später, aber auch ruppiger ein. Schaltet man sie auf der Rennstrecke ab, so drehen die Räder in Kurven noch bis in den vierten Gang durch. Ernüchterndes Ergebnis auf dem Kleinen Kurs in Hockenheim: 1:20,5, das Niveau eines serienmäßigen Golf GTI. Weniger lässt die Traktion nicht zu. Eine Hilfe beim Fahren auf Zeit bietet die perfektionierte Einstellung auf der Radlastwaage, die Wendland für 600 Euro anbietet. Das kostet keinen Komfort. Trotzdem lenkt der TT besser ein, weil die Sturzwerte um ein Grad negativ eingestellt werden. Tipp für kleines Geld: Zu Chip und Achsvermessung noch breitere Bereifung wählen, dann ist das Wendland-Paket perfekt.

Abt mit Motorsport-Affinität

Mehr Spielgeld zur Verfügung? Dann vergrößern sich Potenz und Auswahl. Etwa der schwarze Abt, mit festem Heckflügel und breiten 255/35 R 19-Reifen bestens für Rekordzeiten gerüstet. Einen leichten Vorteil holt er sich auch durch das DSG-Getriebe.

Der Vierzylinder selbst muss neben den DTM-Motoren entstanden sein, röhrt raubeinig wie ein V8 mit 180-Grad-Kurbelwelle, ohne die Renn-Lautstärke zu erreichen. Tatsächlich stemmt sich der Abt einen Hauch heftiger aus dem Startblock als der Wendland, hadert dann aber mit seiner überschäumenden Kraft: 300 PS sind einfach zuviel für die Vorderachse.

Selbst die breiteren Reifen und das sauber abgestimmte, rückmeldungsintensive Gewinde-Fahrwerk sowie die Spurverbreiterung können nur wenig ausrichten. Sportreifen würden helfen, sind in diesem Vergleich aber nicht erlaubt. Genau drei Zehntel unterbietet der Abt den Wendland in Hockenheim, beim Spurt auf Tempo 200 km/h ist es eine Sekunde. Zu wenig für den hohen und teuren Aufwand. Andererseits geben die Werte nicht ansatzweise den Lustgewinn auf der Landstraße wieder. Ein sämig-straffes Fahrwerk, dazu Rennwagen-Akustik – da kann man Traktionslücken verschmerzen.

Oettinger für harte Männer

Für den Oettinger dagegen zählt die Devise "Ist er zu hart, bist du zu weich". Besorgter Blick in die Optionsliste: Gibt es verstärkte Bandscheiben für den Weg zur Rennstrecke? Deutlich angenehmer strapaziert der silberne TT dagegen die Nackenmuskulatur. Zunächst fängt der Zweiliter faul an, wacht kurz vor 3.000/ min auf und schlägt 1.000 Umdrehungen später an.

Er will bei Laune gehalten werden, macht dann aber wirklich Laune, dreht ausdauernd und konsequent gegen den roten Bereich. In 21,1 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 200, Rundenzeit in Hockenheim 1:18,4. Beeindruckend. Hier spielt das Fahrwerk endlich seine Stärke aus. Sauber lenkt der Oettinger-TT ein, unter konstantem Schub eher über- als untersteuernd. Doch den größten Vorteil zieht er aus seiner Differenzialsperre an der Vorderachse. Traktion fast wie von einem Hecktriebler.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2007-05-15

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