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Testbericht

11. Juni 2008

Volksentscheid einmal anders: Von ihrem Image als bloße Transporter der Handwerkergilde und Gemüsehändler haben sich Kombis längst gelöst und stehen sowohl auf der Wunschliste von Familienvätern als auch engagierten Dienstwagenpiloten. Doch egal, ob Nutzdenken oder Lifestyle-Streben - Platz wird auf jeden Fall gebraucht. Schon auf den ersten Blick signalisieren die beiden Mittelklasse-Kombis Größe. Mit jeweils 4,83 Meter Länge scheinen sowohl C5 Tourer als auch Mondeo Turnier der Mittelklasse fast entwachsen, und mit gefälligem Design und guter Ausstattung soll der Kunde auch ein bisschen Premium-Luft schnuppern. So gesehen haben beide Hersteller ihre Hausaufgaben erledigt.

Ford mit mehr Raum

Mit seinem gewaltigen Ladeabteil von 554 Liter unter dem Abdeckrollo übertrifft der Ford das auch nicht gerade knappe Volumen des Citroën schon um 21 Liter. Noch größer wird der Unterschied nach dem Umklappen des Fond-Gestühls. Da geht der Ford sogar mit 1.745 : 1.490 Liter in Führung. Aber Größe ist nicht alles, wichtig ist, wie sich der Raum nutzen lässt. Beide bieten da sehr gute Voraussetzungen. Denn ihr Laderaum erstreckt sich als topfebene Fläche zwischen den kaum einschränkenden Radhäusern, und der Umbau geht leicht vonstatten: Mit einem ersten Handgriff werden die teilbaren Sitzflächen nach vorn geschwenkt, mit einem zweiten entriegelt man die Lehnen und klappt sie vor, was ohne rückenmordende Verkrümmungen und eingeklemmte Finger funktioniert. Beim Citroën tauchen die Gurtschlösser nach dem Zurückklappen sogar wieder exakt in den vorgesehenen Ausschnitten auf.

An der Position hinterm Lenkrad gibt es bei beiden Kandidaten wenig auszusetzen, höchstens an den fast schon zu hohen Seitenwangen der C5-Dynamiksitze. Die erschweren mitunter den Einstieg, fixieren dafür aber Fahrer und Beifahrer wie einbetoniert. Seitenhalt, wie ihn sich manch sportlicher Fahrer vielleicht wünscht. Von der motorischen Seite sind sportlichen Ambitionen Grenzen gesetzt, allerdings keine sehr engen. Denn der aus der PSA-Ford-Kooperation stammende Common-Rail-Diesel passt ideal zu beiden Kombis. Abgesehen von einer minimalen Anfahrverzögerung im Mondeo präsentiert er sich durchzugsstark und harmonisch. Deutlicher sind da schon die akustischen Unterschiede.

Beide Diesel-Kombis sind sparsam

Im C5 wirkt der Zweiliter-Diesel spürbar leiser und kultivierter als im Mondeo. Dafür ist bei ihm die Gesamtübersetzung des prinzipiell gleichen Sechsganggetriebes kürzer ausgelegt, was sich in den etwas besseren Beschleunigungs- und Elastizitäts-Werten, aber auch in einem minimal höheren Praxisverbrauch äußert. Im Schnitt begnügen sich beide mit rund 8,5 Litern auf 100 Kilometer - ein respektabler Wert für Kombis dieser Gewichts- und Größenklasse. Noch sparsamer zeigten sich die Kontrahenten auf der auto motor und sport-Normrunde, wo sie mit fünf Litern gleichauf liegen. Das gilt im Prinzip sogar für das Fahrwerk, denn in der getesteten Version schwebt der C5 nicht auf der Hydropneumatik, sondern baut auf Stahlfedern. Wer allerdings nicht auf die Citroën-Spezialität verzichten will, muss entweder auf die Ausstattungsvariante Confort, die Sechsgang-Automa oder die leistungsstärkeren Motoren ausweichen.

Um es vorweg zu nehmen: Schmerzlich vermisst wird die jüngste Ausbaustufe, die unter dem gestelzten Etikett HydractivIII firmiert, nicht. Auch so ist die Federung sehr komfortabel, gibt lediglich kurze Bodenwellen recht ungeschminkt an Karosserie und Lenkung weiter. Da zeigt sich der Mondeo spürbar ausgewogener, dessen Aufbau sich auch auf Schlechtwegstrecken wesentlich ruhiger verhält. Auch mit seinem neutralen Kurvenverhalten ist er dem Citroën deutlich voraus, ein mäßigender Eingriff des ESP ist seltener nötig. Unterstützt durch seine sportliche direkte Lenkung vermittelt der Ford eine Leichtfüßigkeit, die seine Größen- und Gewichtsklasse fast vergessen lässt. Da kann der C5 Tourer, der auch ein etwas synthetischeres Lenkgefühl vermittelt, nicht ganz mithalten, obwohl beide keine Welten trennen.

Mondeo: Fahrsicher auf Platz eins

So bleibt dem jüngsten Citroën- Spross nur ein zweiter Platz, wenngleich ein sehr ehrenvoller. Trotz deutlichem Zuwachs an Qualität und originellen Detaillösungen kann sich der geschmeidig-komfortable Franzose nicht am soliden und fahrsicheren Mondeo vorbeischieben. Der leistet sich keine wirklichen Schwächen - das Bremsenkapitel einmal ausgenommen, das ihn fast noch um den Gesamtsieg gebracht hätte.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2008-06-11

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