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Testbericht

1. März 2014
Es gibt Phasen im Leben, da ist gepfiffen auf die Dynamik und das Prestige eines Sportwagens. Die ersten Jahre nach der Familiengründung zählen dazu. Und, ja, auch der Herbst des Lebens, wenn Platz und bequemes Aussteigen wichtiger sind als ein aufregendes Design. Ford empfiehlt für diesen Lebensabschnitt seinen kompakten Van C-Max, Opel dagegen den Meriva. Dass der wie 2013 auch künftig Bestseller seiner Klasse bleibt, soll nun eine Modellpflege sicherstellen.

Opel Meriva mit mächtigerem Kühlergrill Dabei verzichtete Opel weitgehend auf Änderungen an der Karosserie. Die geschwungenen Fensterunterkanten des Opel Meriva ziert nun eine verchromte Leiste, dafür entfiel der Glanz an den Türgriffen; sie sind nun komplett in Wagenfarbe lackiert. Der Kühlergrill wurde mächtiger und strahlender, zudem gibt es renovierte Stoßfänger und Scheinwerfer, die auf Wunsch auch ohne teure Xenon-Brenner LED-Tagfahrlicht, Kurven- und Abbiegelicht liefern. Am Heck des Opel Meriva fallen modifizierte Rückleuchten mit einer neuen Grafik auf. Wie die Tagfahrlicht-Leuchtdioden vorn tragen sie den markentypischen Schwung, der ein bisschen an den Nike-Haken erinnert. Daneben bringt die Modellpflege neu gestaltete Sitzbezüge und Räder bis hin zu 18 Zoll Durchmesser, mit denen der schlechtere Komfort automatisch mitbezahlt wird. Alles schön und gut, denken Sie, aber muss da nicht noch mehr kommen? Kommt ja auch. Anders als beim Ford C-Max allerdings keine Extras wie Spurhalte- oder Spurwechselassistenten, sondern ein optimiertes Schaltgetriebe, in das die Rüsselsheimer 50 Millionen Euro investierten. Gangwechsel forderten ja bisher ein wenig Nachdruck, ohne dass man dafür mit herausragender Präzision entschädigt wurde. Nun lässt sich der kurze Hebel des Opel Meriva spürbar leichter durch die Gassen bewegen. An das Niveau der Sechsgangbox des Ford C-Max kommt der Meriva aber noch nicht ganz heran.

Fahrer im Opel Meriva durch tiefere Sitzposition besser integriert Dafür sitzt man angenehmer im Opel Meriva, denn der Fahrer ist durch eine tiefere Sitzposition besser ins Auto integriert. Zudem ist das Armaturenbrett des Ford C-Max recht füllig ausgefallen. Es türmt sich ein wenig auf vor Fahrer und Copilot und steht damit einem luftigen Raumgefühl à la Opel Meriva im Wege. Auch hinten Vorteil für Opel: Mehr Beinfreiheit (dazu kommen wir später noch einmal) und vor allem mehr Abstand vom Kopf zu den seitlichen Dacheinzügen machen den Unterschied aus. An den großen Instrumenten, die sich besser ablesen lassen als die kleinen Uhren des Ford C-Max, hat Opel nichts verändert. Auch die vielen Tasten in der Mittelkonsole sind erhalten geblieben. Neu ist dagegen die Multimedia-Technik in Form der Entertainment- und Navigations-Generation IntelliLink. Sie ermöglicht die Bluetooth-Anbindung von Smartphones und externen Musik- oder Bildquellen im Opel Meriva, über Apps die Nutzung von Internetdiensten und eine mit Apple-Produkten kompatible Spracheingabe.

Mehr Bedienkomfort im Opel Meriva Zu erkennen gibt sich diese Generation durch einen großen, hochauflösenden Bildschirm, auf dem Karten des Navigationssystems klar und detailreich dargestellt werden. Da gerät der Ford C-Max ins Hintertreffen. Wie sein Rivale trägt er den Monitor zwar schön weit oben, doch dieser fällt so winzig aus, dass man nicht in die Verlegenheit kommen möchte, sich auf diesem kleinen Rechteck, irgendwo am Rande einer kurvigen Bergstraße etwa, einen Überblick über die Umgebung verschaffen zu müssen. Dabei sind kurvige Straßen nach wie vor das Revier des Ford-Vans. Er rollt zwar straffer ab als der Meriva, macht dem gewiss nicht träge wirkenden Opel aber in Sachen Fahrspaß mit sehr direkten Reaktionen und einer rückmeldungsstarken Lenkung noch etwas vor. Aufgeholt haben die Rüsselsheimer dafür beim Thema Diesel – dann jedenfalls, wenn unter der kurzen Fronthaube des Opel Meriva der neue 1.6 CDTI arbeitet.

Ford C-Max mit nagelig tönenden Zweilitermotor Der Common-Rail-Vierzylinder mit 136PS (eine Variante mit 110PS folgt im Sommer) läuft sehr geschmeidig und lässt den nagelig tönenden Zweilitermotor des Ford C-Max in dieser Beziehung alt aussehen. Auch die Leistungsentfaltung geht in Ordnung. Denn die im schweren Zafira Tourer bemängelte Antrittsschwäche erlaubt sich das Leichtmetalltriebwerk im Opel Meriva nicht. Es hängt schon im Drehzahlkeller gut am Gas und kommt mit Nachdruck in Schwung, wenn es Richtung 2.000 Umdrehungen geht. Beim Normverbrauch sieht der Opel Meriva mit 4,4 zu 4,9 Litern ebenfalls besser aus als der Ford C-Max 2.0 TDCi. Gleiches gilt für die Flexibilität des Innenraums, den die Meriva-Besatzung wie bisher durch weit aufschwingende Schmetterlingstüren entert. Im Ford C-Max lassen sich die Außensitze zurück und nach innen rücken, wenn der schmale Mittelsitz nach hinten geklappt wurde (wo er dann den Kofferraum verkleinert). Im Opel Meriva aber kann man die Sitze vor- und zurückschieben, und in der Lounge-Stellung für maximale Räkelfreiheit benötigt der gefaltete Mittelsitz keinen zusätzlichen Platz. So ist der Room Service des Opel Meriva besser nutzbar als der des Ford C-Max. Ein Tipp für bestimmte Lebensabschnitte ist aber auch der.
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Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2014-03-01

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