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Testbericht

30. Juli 2012

Da steht er nun und die Premieren-Gäste rund herum. Sie streicheln, drücken, diskutieren. Hören wir mal rein: "Also mir gefällt er – besonders die Front mit ihren runden Scheinwerfern erinnert doch an die knuffige 500er-Schnauze." "Toll ist auch die umlaufende Glasoptik", lobt ein Mann – Typ Chucks, Jeans und Sakko. "Na ja", brummt ein skeptisch dreinblickender Nachbar im adretten Anzug: "Sieht doch alles sehr nach Mini Countryman aus, und die Räder gehen in den monströsen Kotflügeln komplett verloren." Eine junge Dame erfreut sich derweil an den kontrastreichen Stoßfängern.

Ein Siebensitzer soll folgen Andere sind schon weiter, untersuchen das modisch bunte, aber übersichtlich strukturierte Cockpit, stöbern nach den 22 Staufächern, entern die etwas zu schmal geschnittenen Rücksitze und verschieben sie um 15 Zentimeter nach vorne und zurück. Je nach Einstellung variiert das Kofferraumvolumen so zwischen 343 und 400 Liter. Ein solider Ladeboden trennt bei Bedarf Porzellantassen von schwerem Gepäck und bildet – falls nötig – mit den vorgeklappten Rücksitzen eine ebene Ladefläche (1.310 Liter Volumen). Die Sitze selbst falten sich allerdings nur sperrig auf und nicht völlig plan ein. Ein Manko, das der Produktmanager wortgewaltig mit dem Hinweis erklärt, dass so der Zustieg zu einer dritten Sitzreihe leichter fiele. Soso – der Siebensitzer kommt also wirklich. Stolz präsentiert er auch seine 12-Volt-Lavazza-Espresso-Maschine in der Mittelkonsole. Wir zollen den beiden Respekt, fragen uns aber: Wohin mit den ausgepressten Kapseln?

Maxi-Fiat mit kleinem Motorenangebot Kurzum: Der 4,15 Meter lange 500 L erregt die Gemüter, bietet richtig viel Platz, sorgt für Abwechslung im Portfolio und könnte Fiat raus aus der traurigen Stimmung wegen drohender Werksschließungen und stehenden Bändern bringen. Raus geht es nun auch für den Fiat 500 L. Die Sonne prallt aufs Haupt, der Blick geht nach vorn und nach oben. Wow – Panorama ohne Ende und eine übersichtliche Karosserie. Große Fensterflächen und ein 1,5 Quadratmeter großes Glasdach (optional) machen es möglich. Überschaubar ist allerdings auch die Motorenpalette. Zur Wahl steht zum einen ein 85 PS starker Turbodiesel, der den Fiat in trägen 14,9 Sekunden auf 100 km/h befördert, mit einem NEFZ-Verbrauch von 4,2 L/100 km aber immerhin das sparsamste Triebwerk ist. Leider fehlt ihm der sechste Gang. Mit 4,8 L/100 km zumindest auf dem Papier kaum durstiger und stärkster Motor ist der Zweizylinder-Turbo. Aus 875 Kubikzentimetern generiert der Twinair-Benziner eine Leistung von 105 PS. Allerdings kann sein rappeliger Motorlauf durchaus nerven, und der nur kurz anhaltende Drehmomentschub erfordert viele Schaltmanöver. Deutlich kultivierter geht es mit dem 95 PS starken, leise laufenden 1,4-Liter-Benziner voran. Falls nötig, dreht er auch gerne höher und liefert kaum schlechtere Fahrleistungen ab. Da der 500 L 1.4 16 V mit einem Grundpreis von 15.900 Euro die günstigste Variante ist, verdient er in jedem Fall eine Probefahrt.

Straffes Fahrwerk im Fiat 500L Zu erspüren ist dann ein relativ straffes, aber nicht allzu bockig abgestimmtes Fahrwerk sowie die fiattypische indirekte Lenkung. Hier sorgen die Italiener leider für keine erwähnenswerten Neuigkeiten. Aber: Die 500er-Story bleibt spannend, denn im nächsten Jahr kommen nicht nur ein stärkerer Diesel und der erwähnte Siebensitzer als XL-Variante, auch ein Fiat 500 Crossover (Codename X) steht schon in den Startlöchern.

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Testwertung
3.5 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2012-07-30

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