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Testbericht

14. November 2008

Der neue California macht dem Alltag schon viele Zugeständnisse durch eine Ansammlung rein rationaler Innovationen: Blechklappdach, Front-Mittelmotor-V8, Direkteinspritzung, Doppelkupplungsgetriebe, Mehrlenker-Hinterachse sowie eine Rückbank, die dem Cabrio einen Hauch von Van mitgibt - serienmäßig als Ablage mit Verzurrgurten für Gepäck oder optional mit zwei Kinder-Sitzplätzen samt Isofix-Befestigungen. Zudem haben beide Varianten eine Durchreiche für Sperrgepäck. Und das in einem Ferrari. Im Gegensatz zum rennmäßigen F430 Spider ist der California ein GT-Cabrio.

Basispreis liegt bei 176.200 Euro Ein Modell, das keinen direkten Vorgänger hat und schon vor der Einführung bis ins Jahr 2010 ausverkauft ist. Bei einem Basispreis von 176.200 Euro wird das Ferraris Rendite nähren - aber auch den Mythos? Schwer abzuschätzen. Man steht vor dem ausufernden Heck und fragt sich: Kann das markentypische Ästhetik-Empfinden hinter den Jubel über ein Blech-Klappdach und zwei Notsitze zurücktreten? Davon abgesehen hat der Hochbau praktische Nachteile: Bei geschlossenem Dach muss sich der Blick zurück mit einem komprimierten Heckscheiben- Panorama begnügen. Und selbst im Cabrio-Modus - er ist auf Knopfdruck in etwa 15 Sekunden automatisch erreicht - endet der untere Teil der Aussicht am oberen Ende der Rücksitz-Lehne, einer Steilwand aus Leder. Dahinter liegen bis zu 340 Liter Gepäckraum, die sich mit dem farblich abgestimmten Kofferset geschmackvoll ausfüllen lassen. Die Ladekante ist niedrig und die Luke selbst dann noch groß genug, wenn das Dachpaket oben auf liegt; allerdings schrumpft das Volumen so um 100 Liter. Nutzwert als Kaufkriterium eines Cabrios aus Maranello? Neue Zeiten brechen an Statt des anstachelnden Rennwagen-Tons des F430 modulieren die ebenfalls nach der 180-Grad-Kurbelwelle gestimmten acht Zylinder des California Wohlfühl-Klänge: ein Sound wie ein Espresso corretto - cremig, stark, extrahiert und mit Kribbeln im Abgang. Unaufdringlich, aber nachhaltig finden Ansaug- und Auspuffgeräusch selbst bei geschlossenem Dach den Weg ins Innere, ohne jedoch die akustische Aufmerksamkeit an sich zu reißen. Beruhigend wirkt auch die einfache Bedienung: Alle wesentlichen Elemente liegen rund um das Lenkrad, zwei elementare darauf - der Startknopf und das Manettino, der Schalter zum Einstellen des California-Charakters. Hat der Käufer die adaptiven Stoßdämpfer (Magnaride, 3.870 Euro) geordert, so kann er zwischen zwei Kennlinien wählen. Auf Stellung Sport geht die Federung ins Detail, ohne das Filtern unzumutbarer Passagen zu vergessen. Auf Comfort fasst sie den Straßenzustandsbericht dagegen nur zusammen. Doch von der Manettino-Position Comfort zu Sport vollzieht sich auch eine Wandlung in der Wesensart - vom maseratiähnlichen GT zum Ferrari-Sportwagen.

Der California lenkt bissig ein Er wankt beim Umsetzen weniger und stiebt im gehauchten Drift aus der Kurve. Passend dazu wird die Landschaft kalifornischer, und der Ferrari carvt geschmeidig durch die Hügelkette. Natürlich offen, schließlich ahmt das Wetter ebenfalls den Herbst im Südwesten der USA nach. Selbst ohne aufgestelltes Schott und bei heruntergelassenen Seitenscheiben betätigt sich die Karosserie als Windableiter. Noch mehr Performance? Gibt es: die Launch control für den perfekten Rennstart. Breitbrüstiger als der stärkere F430 startet der California durch, schlägt mit aller Durchzugsmacht schon ab 2.500/min zu, dreht dann aber nicht so verwegen gegen den Begrenzer wie der Mittelmotor-Spider. Doch es reicht: Dank ausgefuchster Regelungstechnik soll der California unter vier Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigen - schneller als der F430 Spider. Wer würde da beim California noch Bedenken hinsichtlich der Fahrspaß-Doktrin äußern?

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2008-11-14

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