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Testbericht

7. November 2014
Jeder Hersteller kann sich glücklich schätzen, wenn es Kunden gibt, für die gar keine andere Marke als die eigene infrage kommt. Speziell imageträchtige Anbieter profitieren vom Wunsch ihrer Fans, sich möglichst bald einen Neuwagen der Marke zu leisten – wenn sie es sich denn leisten können.

Audi A1 1.2 TSFI ab 16.750 Euro
Bei BMW und Mercedes liegt die Hürde deutlich höher als bei Audi, denn bei ihnen beginnt das Modellprogramm mit 1er und A-Klasse erst in der Kompaktklasse deutlich jenseits von 20.000 Euro, während Audi unterhalb des A3 noch den A1 offeriert. Und der Audi A1 ist als 1.2 TFSI mit 86PS bereits ab 16.750 Euro (als Ambition ab 18.150 Euro) zu haben. Billig ist das nicht, woanders gibt es dafür deutlich größere und stärkere Autos – aber eben keinen neuen Audi. Und der Mini? Der ist trotz allem kein BMW, so wie ein VW, Seat oder Skoda trotz ähnlicher Technik kein Audi ist.Oder etwa doch? Handelt es sich beim Audi A1 denn tatsächlich um einen echten Audi und nicht um einen verkleideten Polo, Ibiza oder Fabia? Auf der Suche nach dem feinen Unterschied stellen wir fest: Die Motorhaube hält keine simple Stange, sondern ein Gasdruckheber. Die Türen schließen satt, das Cockpit präsentiert sich übersichtlich und vor allem markentypisch sehr solide verarbeitet. Materialien und Oberflächen sehen nicht nur hochwertig aus, sie fühlen sich auch so an, die Drehregler für die Klimatisierung rasten so präzise wie das Schloss eines Tresors. Nur beim Infotainment- und Assistenzsystem-Angebot sind die vier Jahre, die der A1 "nun schon", mittlerweile ohne große Änderungen angeboten wird, nicht spurlos vorübergegangen – da besteht gegenüber Mini und Polo mittlerweile Nachholbedarf.

Basisbenziner mit 86PS
Auf straff-bequemen Sitzen fühlen sich die Insassen wie in einer soliden Burg – nicht eng, aber etwas dunkel. Die beiden Fondsitze – der Audi A1 ist als Zweitürer ein Viersitzer – sind nur mühsam erreichbar. Wen’s stört, der greift zum viertürigen Sportback. Der ist als Fünfsitzer zu haben und kostet 850 Euro Aufpreis. Fahrwerk und Lenkung überzeugen mit von Audi gewohnter Präzision, wobei die tendenziell straffe Federung genügend Reserven für die meisten Fahrbahnstöße mitbringt. Lange Autobahnetappen sind kein Problem, selbst wenn lediglich der genügsame Basisbenziner mit 86PS unter der Haube steckt, der nur mit einem Fünfganggetriebe zusammenarbeitet. Der Turbodirekteinspritzer kommt mit dem 1,1 Tonnen schweren Audi A1 gut klar, klingt jedoch ziemlich kernig, wenn man das Letzte aus ihm rausholt. Aber ändert das etwas an dem guten Gefühl, mit dem Basis-A1 einen vollwertigen Audi zu fahren? Nein.
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Testwertung
4.5 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2014-11-07

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