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Testbericht

28. März 2008

Eine berechtigte Frage, denn in beiden Fällen sind anderthalb Tonnen Fahrzeugmasse zu bewegen. Volkswagen setzt auf Downsizing, statt dem bisherigen 1.6 FSI mit 115 PS arbeitet jetzt im Einstiegs-Eos der 122 PS starke, aber nur 1,4 Liter große Turbo-Direkteinspritzer. Eine gute Entscheidung, denn dank Aufladung liefert der Vierzylinder bereits im Drehzahlkeller ordentlich Muskelschmalz, maximal 200 Nm stehen schon bei 1.500/min an.

Und das nicht nur in der Theorie: Ansatzlos einsetzender und selbst in den oberen Gängen spürbarer Schub verführt zu schaltfauler und gelassener Fahrweise, obwohl der Griff zur präzisen Sechsgangschaltung keine Mühen bereitet. Kernig tönt der sonst auffallend kultivierte Vierventiler nur bei hohen Drehzahlen, die aber selten nötig sind, um flott voran zu kommen. Auf der Autobahn mindern eher deutliche Windgeräusche den guten Komforteindruck, der Turbo hält sich dagegen stets im Hintergrund. Das gelingt ihm sogar an der Zapfsäule: Mit 8,9 Liter auf 100 Kilometer unterbietet er im Test den Verbrauch des Konkurrenten um einen knappen halben Liter.

Opel: Nachteile beim Antrieb

Dem rundum gelungenen Eos-Antrieb kann der Opel wenig entgegensetzen. Sein 1,6 Liter großes Triebwerk leistet nur 115 PS, aber im Vergleich fehlt es ihm vor allem an Elastizität und Laufkultur. Als Sauger entwickelt er deutlich weniger Drehmoment (155 Nm), das zudem erst bei höherer Drehzahl (4.000/min) anliegt.

Der Vierventiler, von Natur aus ein brummiger Bursche, wirkt im Vergleich unwillig und angestrengt. Häufige Gangwechsel und erhöhte Drehzahlen sind beim Astra an der Tagesordnung. Aber Freude bereiten weder die hakelige Fünfgang-Schaltung noch der aufdringliche Geräuschpegel, mit dem der Vierzylinder nicht nur auf Autobahnetappen die Gehörgänge strapaziert. Gelassenheit kennzeichnet auch den Federungskomfort des Eos. Bodenwellen müssen schon kräftig ausfallen, damit sie die Insassen nachhaltig aus der Ruhe bringen.

Astra: Knarzen in der Hutablage

Gleiches gilt für die verwindungssteife Karosserie: Feinfühlige Piloten registrieren zwar ein leichtes Zittern, mehr aber auch nicht. Im Astra-Testwagen beeinträchtigt dagegen bei geschlossenem Dach ein deutliches, unschönes Knarzen aus dem Bereich der Hutablage den Qualitätseindruck. Mit seiner strafferen Abstimmung fordert der Opel von den Passagieren etwas mehr Zugeständnisse, speziell bei kurzen Stößen. Im Gegenzug fühlt er sich in Kurven einen Tick agiler an, obwohl der Eos die angenehmere, weil mehr Widerstand und Fahrbahnkontakt vermittelnde Lenkung besitzt. In puncto Fahrsicherheit rangieren beide auf hohem Niveau.

Mit geöffnetem Dach streicht der Wind im Eos intensiver um die Nase, der sich jedoch durch Schließen der Seitenfenster plus Windschott (Aufpreis 300 Euro) weitgehend aus dem Cockpit verbannen lässt. Auf den Plätzen im engen Fond gesteht der VW den Mitfahrern mehr Raum für die Beine bei weniger Innenbreite zu - auch der Eos taugt nur eingeschränkt als Viersitzer. 25.340 Euro verlangt Opel für den offenen Astra inklusive CD-Radio und Tempomat, die beim 26 950 Euro teuren Eos noch zusätzlich bezahlt werden müssen. Doch abgesehen vom Kaufpreis kann der Opel selbst im Kostenkapitel nicht entscheidend punkten. Mit dem Eos gewinnt das gediegenere und vielseitigere Auto. Denn selbst an grauen Wintertagen bietet er dank seines Glasschiebedachs ein wenig Himmel auf Erden.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2008-03-28

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