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Testbericht

13. Juni 2012

Eltern kennen das: Ein vehement geäußertes "Nein" löst bei den lieben Kleinen bestenfalls beleidigtes Schmollen, meist jedoch eine heftige, von der Neugier getriebene Und-jetzt-erst-recht-Trotzreaktion aus. Im Falle dieses Vergleichstests schienen die Hersteller kein Interesse daran zu haben, ihre hochmodernen, vermeintlich effizienten Downsizing-Triebwerke klare Position gegenüber großvolumigen, ähnlich starken Aggregaten beziehen zu lassen. Entsprechende Testwagen-Anfragen ernteten jedenfalls ein klares "Nein". BMW- und Fiat-Händler sehen das Thema offenbar entspannter und halfen mit entsprechenden Modellen aus. Einzig den 528i rückte BMW offiziell heraus.

BMW-Vierzylinder mit mäßigem Spar-Potenzial In der großen Fangemeinde sorgt die Substitution des klassischen Reihensechszylinder-Saugers durch aufgeladene Vierzylinder noch immer für geradezu philosophische Diskussionen. Verkaufen die Bayern damit wirklich ihre Seele an den NEFZ-Teufel? Auf der Vergleichsfahrt kommt tatsächlich schnell der Verdacht auf, denn das Dreiliter-Triebwerk mit siebenfach gelagerter Kurbelwelle begeistert mit seiner euphorischen Drehfreude und einer Laufkultur, die als leuchtendes Vorbild in den Motoren-Knigge aufgenommen werden muss - wenn ihn endlich einmal jemand beginnt zu schreiben. Mit großer Begeisterung schlägt die Nadel des Drehzahlmessers gern in den Bereich jenseits von 4.000/min aus, was der Limousine zum einen gute Fahrleistungen beschert, zum anderen jedoch die Sorge um den Verbrauch wachsen lässt - zurecht. Im Testdurchschnitt verlangte der mit 12,0:1 verdichtete Direkteinspritzer nach 11,5 L/100 km. Das Zweiliter-Turbo-Aggregat des BMW 528i kommt auf 10,8 L/100 km - ein interessanter Unterschied. Anders die Verbrauchsrunde, dort ist er mit 6,4 L/100 km klar im Vorteil. Hier schwappt der Vierzylinder auf seiner Drehmoment-Welle von 350 Nm dahin, die sich bereits bei 1.250/min auftürmt (530i: 310 Nm bei 2.600/min). Mit steigendem Tempo, das aus dem 120-km/h-NEFZ-Rahmen fällt, steigt der Verbrauch jedoch kräftiger an als beim Sechszylinder.

Turbomotor mit besseren Fahrleistungen Allerdings: Der 528i schlägt sich bei den Fahrleistungen besser als der 530i, beschleunigt in 6,6 statt 7,3 Sekunden von null auf 100 km/h. Zudem erweist er sich als ausreichend kultiviert und drehfreudig, knackt locker die 6.500/min-Marke. So weit, so emotional. Und der Sound? So niederschmetternd banal wie ein Besuch beim Kreisverwaltungsreferat München II. Dem Fiat Panda 0.9 Twinair fehlt es dagegen nicht an einem eigenständigen Klangbild, sehr wohl jedoch an Laufkultur. Die einen finden es sympathisch, weil es an ihren geliebten Aufsitz-Rasenmäher zu Hause erinnert, die anderen schlicht nervtötend. Tatsache ist: Das mit 10,1:1 verdichtete Motörchen geht entschlossen zu Werke. Beim Standardsprint beträgt die Differenz zwischen den beiden Fiat fast drei Sekunden, und in der Elastizitätsmessung reicht der Vorsprung des Zweizylinders, um schnell noch ein Cornetto zu naschen, bis der vierzylindrige 69-PS-Panda von 80 auf 120 km/h im fünften Gang - naja - gespurtet ist.

Downsizing-Motor kann im Stadtverkehr punkten Ach, in dieser Fahrzeugklasse interessiert das nicht? Mag sein. Und siehe da: Beim Verbrauch scheint sich das Blatt zu wenden. Speziell bei Volllast verlangt er nach einem kräftigen Expresszuschlag, der kaum noch in Relation zum Temperament steht - der Unterschied von vier Zehntel auf der Landstraße dagegen schon (6,2 zu 5,8 L/100 km). Falls der Kleinwagen jedoch überwiegend in der Stadt umherrollen soll, punktet das mit variabler Einlassventil-Steuerung ausgerüstete Turbo-Triebwerk wiederum: 7,2 L/100 km stehen 8,6 L/100 km in der eigens gefahrenen Stadtrunde gegenüber - obwohl alle Disziplinen ohne Berücksichtigung der Eco-Taste gefahren wurden. Sie begrenzt die Leistung auf 78 PS und das Drehmoment auf 100 Nm. Doch auch ohne diesen Trick sprechen am Ende die Daten für den Zweizylinder, der übrigens ohne Direkteinspritzung auskommt: Testverbrauch 6,9 Liter gegenüber 7,2 L/100 km, die zudem mit dem zähen Temperament eines norditalienischen Maultiers einhergehen. Fazit: Bei BMW fällt im Auto-Alltag der Vorsprung des Downsizing-Motors bei Fahrleistungen und Verbrauch nicht ganz so deutlich aus wie beim Fiat. Der bietet deutlich bessere Fahrleistungen bei nur geringem Mehrverbrauch.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2012-06-13

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