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Testbericht

10. Oktober 2011

Neu gegen alt - der soeben gestartete Ford Focus Turnier muss sich mit dem seit 2006 nahezu unverändert gebauten und bestens etablierten Kombi der tschechischen VW-Tochter Skoda messen. Eine echte Herausforderung, denn der Octavia verfügt über die ausgereifte Technik des VW Golf und gilt als einer der Größten in der Kombi-Kompaktklasse. Zu diesem Fahrbericht tritt er in der neuen Greenline-Version an, der neben dem kleinen 1,6-Liter-Diesel mit 105 PS eine Start-Stopp-Automatik, Energierückgewinnung beim Bremsen sowie rollwiderstandsarme Reifen beim Spritsparen helfen. Der Ford Focus Turnier setzt da allein auf seinen gleich großen, aber zehn PS stärkeren Dieselmotor sowie ein Start-Stopp-System. Er will vor allem mit seinem jugendlichen, modernen Auftritt punkten. Dazu tragen sein aggressiveres Gesicht mit großen Luftöffnungen, schlitzförmige, weit in die Flanken gezogene Leuchten, kräftig betonte Kotflügel und ein kompaktes, hohes Heck bei.

Skoda Octavia Combi bietet mehr Kofferraum Darin verbirgt sich ein Kofferraum mit 490 Liter Volumen, der dank nahezu quadratischer Luke, niedriger Ladekante und weit aufschwingender Klappe sehr gut nutzbar ist. Wer mehr Platz benötigt, klappt mit einfachen Handgriffen die Flächen und Lehnen der teilbaren Rückbank vor. So entsteht im Ford Focus Turnier ein ebenes Ladeabteil mit 1.516 Liter Inhalt. Das kann der Skoda Octavia Combi nicht bieten, denn hier zieht sich nach der Klapperei eine etwa fünf Zentimeter hohe Kante quer durchs Abteil. Weitere Nachteile sind leicht ansteigende Lehnen-Rückseiten sowie eine hohe Ladekante. Der Skoda Octavia bietet dafür das größere Fassungsvermögen von bis zu 1.655 Litern. In der Zuladung liegt er mit 673 zu 495 Kilogramm ebenfalls klar vorn. Auch beim Platzangebot für die Passagiere zieht der Ford Focus Turnier den Kürzeren, weil er auf allen Sitzen ein schlechteres Raumgefühl bietet. Vorne drückt die flache Frontscheibe, hinten die seitliche Dachkante. Zudem sind Fuß- und Kniefreiheit im Fond nicht ganz so üppig wie im Skoda Octavia. Bei der Bedienung leistet sich der Neuling ebenfalls Schwächen. Sein Armaturenbrett ist zwar forsch gestylt und verströmt einen Hauch Futurismus, aber in zahlreichen Details folgt die Form nicht der Funktion. So erschweren kleine Tasten in der Mittelkonsole deren zielsichere Handhabung. Einige von ihnen sind sogar unbeschriftet, bei anderen erfordert der winzige Aufdruck sehr genaues Hinsehen. Das ist auch notwendig, um Informationen des Bordcomputers im kleinen Display zwischen den übersichtlichen Rundinstrumenten während der Fahrt rasch aufzunehmen. Beide Kombis mit guter Verarbeitungsqualität Wie seine Karosserie wirkt auch das Cockpit des Skoda Octavia Combi ein wenig altbacken, was seinen Qualitäten jedoch keinerlei Abbruch tut. Klar gezeichnete Instrumente sowie ergonomisch platzierte Schalter und Knöpfe erlauben auf Anhieb eine intuitive Bedienung. Zur leichten Handhabung trägt zudem die gute Übersichtlichkeit nach hinten bei. Bezüglich der Materialauswahl nehmen sich die Konkurrenten wenig. Beide erfreuen ihre Insassen mit sehr gut profilierten, bequemen Sitzen und haptisch angenehmen Verkleidungen. Abgesehen von kleineren Detailschwächen überzeugt auch die Verarbeitungsqualität.

Bei den Motoren gibt es der Papierform nach keine großen Unterschiede: Zehn PS und 20 Newtonmeter mehr bei etwas niedrigerem Drehzahlniveau sprechen für den 1,6-Liter-Diesel im Ford Focus Turnier. Der muss allerdings rund 70 Kilogramm mehr Gewicht auf Trab bringen. Skoda Octavia Combi mit niedrigerem Verbrauch Das macht der leise laufende Motor im unteren Bereich prima mit raschem Antritt und ohne störendes Turboloch. Aber schon wenig später findet die Leistungsbereitschaft ein frühes Ende, von Drehfreudigkeit kann ohnehin keine Rede sein. Da ist man froh, dass die Schaltung des lang übersetzten Sechsganggetriebes präzise, wenn auch etwas knorpelig arbeitet. Nur mit fleißigem Schalten geht es zügig voran. Anders der schwächere Diesel im Skoda Octavia Combi: Er läuft zwar brummiger und kommt etwas schwerer in die Gänge, gefällt aber mit gleichförmiger, ansprechender Kraftentfaltung, guter Drehwilligkeit und dem gut abgestimmten, exakten Fünfganggetriebe. Trotz schlechterer Beschleunigungswerte wirkt der Skoda temperamentvoll und kann schaltfauler gefahren werden. Das schlägt sich auch im Verbrauch nieder: Der Skoda Octavia konsumierte mit 6,3 Liter/100 km einen halben Liter Kraftstoff weniger als der Ford Focus - für Sparfüchse eine kleine Welt.

Ford Focus Turnier mit sportlicheren Fahrverhalten Ford-Fahrer trösten sich mit dem sportlicheren Fahrverhalten, denn hier gibt der Focus klar den Ton an: Mit seiner leichtgängigen, sehr direkten Lenkung und dem guten Handling animiert er zu forscher Gangart. Er umrundet Kurven flink mit neutralem Eigenlenkverhalten und glänzt mit sanft regelndem ESP. Kräftig zupackende Bremsen überraschen da weniger als die ausgewogene Federung mit ihrem feinen Ansprechvermögen. Der Skoda Octavia überzeugt mit präziser Lenkung und stets gutmütigem Fahrverhalten, wirkt aber im Kurvengeschlängel behäbiger als sein Konkurrent. Das stört weniger als seine holprige Federung und das laute Abrollen, woran die Spezialreifen mit harten Flanken nicht unbeteiligt sind. Der Ford Focus ist zwar teurer als der Skoda Octavia, bietet aber viele lieferbare Assistenzsysteme und eine gute Ausstattung. Es gilt also: Neu vor alt.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2011-10-10

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