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Testbericht

18. August 2008

Mit seinem Preis verpasst der Sandero beiden erst einmal einen kräftigen Haken: 10.000 Euro für die Top-Version Lauréate. Wobei Topversion relativ ist, denn Klima und Radio kosten auch hier extra - im Paket 1.250 Euro. Und ESP? Haben wir nicht und kriegen wir auch nicht rein. Im Gegensatz zum Renault Clio 1.2 16V Dynamique für 14.100 Euro. Hier steht der Schleuderschutz für 300 Euro parat, ansonsten unterscheidet sich seine Komfortausstattung - elektrische Fensterheber und Spiegel, Bordcomputer sowie getrennt umklappbare Rücksitzlehnen - nicht wesentlich von der des Dacia.

Und auch nicht von der des Polo 1.4 Comfortline, der für 15.330 Euro allerdings eine manuelle Klimaanlage mitbringt. Hinzu kommt eine gelungene Ergonomie mit weitem Verstellbereich von Lenkrad und Sitzen, die mit einer deutlich körpergerechteren und seitenhaltstärkeren Kontur und Polsterung als die Sitze des Sandero aufwarten.

Routiniert verarbeiteter Hart-Kunststoff findet sich im Inneren

Der Zugang zum Innenraum erfolgt per Funkfernbedienung, fragilen Plastik-Klappgriffen und großen Türen. Sodann konkurriert eine zarte Chemie-Wolke mit poppig-fleckenkaschierendem Stoffdessin um die Konzentration der Sinne, während der Körper in die üppig dimensionierten Sitze sinkt.

Wohl aber routiniert verarbeiteter Hart-Kunststoff mit teils silberfarbenen Oberflächen, akzeptablen Passungen und nur in den letzten Ecken mal einem vergessenen Grat. Hinzu kommen hell unterlegte Instrumente - in der Dämmerung mäßig ablesbar - sowie teils ungewohnt arrangierte Bedienelemente. Störend: die funzlige Blinkerkontrolle sowie die kratzempfindliche Blech-Ladekante. Diese droht sensiblem Ladegut mit bedingt vorsätzlicher Körperverletzung, wo Clio und Polo schützenden Kunststoff einsetzen.

Das Dacia-Platzangebot für Mensch und Material entschädigt aber umgehend mit viel Luft für Schultern, Beine und Köpfe. Lediglich die hintere Kniefreiheit muss dem gegenüber dem Logan gekürzten Radstand Tribut zollen. Gleichwohl geht es bei der Konkurrenz insgesamt enger zu.

Sandero bietet guten Federungskomfort

Generös zeigt sich der Sandero auch beim Federungskomfort. Ob lange Wellen oder kurze Kanten - das auf der so genannten B-Plattform (Clio-Vorgänger) basierende Fahrwerk verdaut sie ohne Murren.

Der Polo federt und dämpft ordentlich, selbst wenn das Fahrwerk auf groben Unebenheiten gern mal einen trockenen Knuff weitergibt. Trost findet die Besatzung bei der einfachsten Bedienung, den praxistauglichsten Ablagen und den ablesefreundlichsten Instrumenten. Weichen, fingerkuppenschmeichelnden Kunststoff wie im Renault darf man beim VW allerdings nicht erwarten.

Es ist unverständlich, dass der Sandero kein ESP bietet, nicht einmal gegen Aufpreis. Dennoch, hier wie auf der Straße spart er sich - wie seine Konkurrenten - hibbelige Lastwechselreaktionen oder ähnliche Tücken, was den Verzicht auf ein elektronisches Stabilitätsprogramm etwas erträglicher macht. Polo und Clio besitzen nicht nur optionales ESP, sondern auch das subjektiv erfrischendere Handling.

Dacia empfiehlt sich als Alternative für Preisbewusste

Problemlos geradeaus laufen alle drei, ihre Kofferräume genügen fürs Standard-Reisegepäck. Bei größeren Aufgaben lassen sich die Rücksitzbänke hochklappen und umlegen. Der Sandero bietet zwar den meisten Platz, verlangt aber beim Hochklappen der Sitzfläche den größten Aufwand. So bleibt die ganz große Revolution am Ende aus. Selbst wenn sich der kompakte Dacia als geräumig-pragmatische Alternative für Preisbewusste empfiehlt - an Polo und Clio kommt er nicht vorbei.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2008-08-18

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