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Testbericht

23. Oktober 2013
Mit dem Dacia Logan fing 2005 alles an, doch ein Erfolg wurde die Billigmarke von Renault erst, als Dacia der Stufenheck-Limousine 2007 den Dacia MCV genannten Kombi mit verlängertem Radstand und erhöhtem Dach zur Seite stellte. 700 bis 2.350 Liter passten in den durch Schwenktüren zugänglichen Laderaum im kastenförmigen Heck, wo auf Wunsch auch eine dritte Sitzbank Platz fand. Ohne hintere Seitenscheiben machte der Dacia Logan MCV gar als Kleintransporter Karriere. Über 85.000 Exemplare wurden hierzulande vom ersten Dacia Logan MCV verkauft, was nicht leicht zu wiederholen oder gar zu übertreffen sein dürfte. Denn der Nachfolger visiert nur noch einen Teil der bisherigen Zielgruppe an. Das Bedürfnis nach maximalem Laderaum deckt heute der Kleintransporter Dokker ab, und mehr als fünf Sitzplätze bietet nur noch der Van Lodgy. Deshalb darf der neue Dacia Logan MCV nun ausschließlich ein klassischer Kombi sein.

Dacia Logan MCV mit deutlich geschrumpften Laderaum Am Einstiegspreis von zuletzt 7.990 Euro für den Dacia Logan MCV ändert sich zwar nichts, doch der Neue tritt nicht mehr eigenständig auf, sondern übernimmt den Vorderwagen vom Sandero. Auch der Radstand ist nur um 4,5 Zentimeter gewachsen, während sich der hintere Überhang um knapp 40 Zentimeter zu einem stattlichen Kombiheck streckt. Allerdings schrumpft der maximale Stauraum des Dacia Logan MCV wegen der nun flacher stehenden Heckscheibe auf 1.518 Liter, und allein die Lehne der Rücksitze (bei der Basisversion nicht mal die) ist geteilt umlegbar. Selbst wenn die durchgehende Sitzfläche zuvor hochgestellt wurde, entsteht keine komplett ebene Ladefläche. Und wer einmal nach der Klapperei die Gurtschlösser mühsam wieder unter der Bank hervorgefummelt hat, lässt die Sitzfläche künftig an Ort und Stelle. Häufig erübrigt sich der Umbau, denn unter der robusten, seitlich geführten Rolloabdeckung bleibt ein Stauvolumen von 573 Liter – kaum weniger als im neuen VW Golf Variant. Die Zuladung fällt mit 501 Kilogramm noch angemessen aus, ein Trennnetz kostet 160 Euro. Statt asymmetrischer, seitlich öffnender Türen besitzt der Dacia Logan MCV nun eine weit herunterreichende Heckklappe. Innen zeigt sie lackiertes Blech, und am hervorstehenden Schloss stoßen sich große Personen leicht den Kopf. Im Gepäckabteil fallen die schlicht ausgestanzten Taschenhaken und der nachlässig eingepasste Ladeboden auf. Darunter passt ein vollwertiges Reserverad (60 Euro), während Wagenheber und Werkzeug unverkleidet an der Seitenwand montiert sind.

Funktionalität vor Wertigkeit Wertig sieht anders aus, und ein trotz Zentralverriegelung separat abschließbarer Tankdeckel oder zierliche Hebeplatten statt solider Türgriffe wirken selbst bei einem Dacia veraltet. Dafür entschädigt der Dacia Logan MCV Kombi vorn wie hinten mit viel Platz. Die Rückbank ist mit gut zugänglichen Isofix-Haken ausgerüstet, die vorderen Sitze sind ebenfalls nachgiebig gepolstert und kaum konturiert, aber nicht unbequem. Im einfachen Kunststoff-Cockpit sind offene Schraubenköpfe an Verkleidungen kaum noch vorhanden. Dennoch gilt auch hier: Haptik ist zweitrangig, es muss funktionieren. So überzeugt die Klimaanlage für günstige 590 Euro bei Hitze mit ordentlicher Kühlung statt mit fein rastenden Drehreglern. Die Fensterheber arbeiten rundum elektrisch, aber die Tasten sind tief platziert, und die für die hinteren Fenster müssen mit den Fingern hinter der vorderen Mittelarmlehne ertastet werden.

Dacia Logan MCV mit wenig Temperament und wenig Ausstattung Der Dacia Logan MCV kann aber auch modern und durchdacht. So steckt beim TCe 90 ein hochaktueller Dreizylinder unter der Haube, die ein Gasdruckheber statt einer billigen Stange hält. Trotz Turbo ist von Schub wenig zu spüren, in der obersten Stufe der akzeptabel schaltbaren Fünfgangbox entwickelt der 898 cm³-Benziner nur bescheidene Elastizität. Soll es flotter vorangehen, sind hohe Drehzahlen gefordert – und nur dann klingt das Triebwerk wie ein Dreizylinder. Sonst gibt die Akustik wenig Anlass zur Klage, ebenso der ermittelte Verbrauch von 6,9 Liter pro 100 Kilometer oder die Federung, sofern die Straße nicht zu fiese Löcher enthält. Dann gibt die nahezu rückmeldungsfreie, beim Rangieren nicht sonderlich leichtgängige Lenkung Stöße weiter. In zu schnell angegangenen Kurven schiebt der Dacia Logan MCV brav über die Vorderräder und lässt sich dank ESP auch durch plötzliche Ausweichmanöver nicht aus der Ruhe bringen. Zudem packen die Bremsen ordentlich zu, und Seitenairbags zählen jetzt ebenso wie ESP zum Basisumfang. Kopfairbags gibt es aber weiterhin nicht mal optional. Abgesehen davon hält die Optionsliste nun zumindest einige Komfortextras wie Tempomat oder Parksensoren am Heck bereit, wenn auch nach wie vor kein Schiebedach oder Automatikgetriebe. Doch solche Einschränkungen rücken in den Hintergrund, wenn der Dacia Logan MCV sein stärkstes Argument anführt – den konkurrenzlos günstigen Preis. Als TCe 90 ist er schon ab 11.090 Euro zu haben. Für die Differenz zum VW Golf Variant gibt es bei Dacia einen nagelneuen Sandero dazu.
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Quelle: auto-motor-und-sport, 2013-10-23

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