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Testbericht

20. Juni 2009

Als Erstes lüften wir das Geheimnis, warum der Dacia Logan MCV nach 100.000 Kilometern innen und außen fast noch wie neu aussieht: Es liegt daran, dass sich das Hartplastik, welches sein nüchternes Interieur formt, nicht abnutzt, und sein Karosseriedesign auffallende Schönheit - die ja als vergänglich gilt - vermeidet.

Dauertestbeginn für den Dacia Logan MCV Um Schönheit geht es auch nicht, als der MCV den Dauertest im Februar 2007 startet. Sondern um die Frage, wie es das Billigauto über die lange Distanz schafft. Billig ist es aber nur nach dem Basispreis von 8.400 Euro - heute sind es 100 mehr. Weil der Kombi dann aber nicht mal eine Servolenkung hat, steigt die Summe für den Testwagen durch die Wahl der Ausstattungsvariante Laureate im Verbund mit dem 68-PS-Turbodiesel und Extras wie der dritten Sitzreihe, Radio/CD, Klimaanlage, Aluräder und Metallic auf 15.000 Euro.(Der Dacia Logan im Einzeltest ) Wer mag, kann ausrechnen, wie viel das früher war. Es ändert aber nichts daran, dass es zu diesem Preis derzeit kein anderes Auto gibt, das ein ähnlich ausgeprägtes Talent hat, sieben Passagiere unterzubringen oder eine ganze Herde altersschwacher Waschmaschinen zum Wertstoffhof zu karren. Der MCV enttäuscht nicht, weil sich keiner mehr von ihm erwartet und er selbst nichts anderes verspricht als hochpragmatische und unprätentiöse Mobilität. Und doch ändert er Sichtweisen: Zwei, drei Tage am Stück mit ihm genügen zum Erkenntnisgewinn, dass es mehr Auto eigentlich nicht sein muss. Der Motor des Dacia Logan MCV könnte stärker sein Auf den Touren mit dem Logan kann man sich viel mit Fahren beschäftigen, weil nichts davon ablenkt. Das Wenige, was an Funktionen da ist, wird wirklich gebraucht. Nichts ist zu verstellen, nur damit es sich verstellen lässt. Das gilt sogar für die bescheidene Audioanlage. Sie krächzt mit der Klangkraft eines Radioweckers, doch wegen des Radaus, den der Motor ab Tempo 130 veranstaltet, wäre ein besseres Soundsystem ohnehin vergeudet. Etwas mehr Kraft dagegen würde nicht schaden. Zwar wirken die Fahrleistungen des 1,5-Liter-Diesels subjektiv nicht ganz so phlegmatisch, wie sie den Messwerten nach sind. Maximal 1.860 Kilo Logan überfordern die 68 PS jedoch: "Beim Losfahren dachte ich immer, die Handbremse sei angezogen", schreibt Kollege Hans-Jörg Götzl ins Fahrtenbuch - bei einer Reise allerdings, auf welcher der MCV neben der fünfköpfigen Familie Götzl auch noch eine Campingausrüstung und ein Klepper-Faltboot kutschiert. Der Dacia Logan verbraucht im Schnitt knapp sieben Liter Trotz der Vorzüge des Motors - der Verbrauch von 6,8 Liter/100 km ist akzeptabel, zudem vermögen Bremsen und Reifen wegen der schütteren Kraft kaum zu verschleißen - nimmt ihn Dacia beim Facelift des Kombis im Oktober 2008 aus dem Programm. Als einziger Selbstzünder verbleibt die 86 PS-Version des 1.5 dCi. Sie kostet 600 Euro mehr, verbraucht gleich viel und bietet mehr Temperament - aber dem Fahrer nicht mehr das stolze Gefühl, einen Berg oder eine große Strecke bezwungen zu haben.

B-LO 1025 bummelt durch Europa. Dabei stören seine langsam ansprechende Heizung, die schnell überforderte Klimaanlage und die unbequemen Sitze. Sie verursachen auch den ersten ungeplanten Werkstattbesuch. Ab Kilometer 35.644 mutiert der Fahrersitz zum Schaukelstuhl. Dem schafft das auf Garantie erneuerte Gestell nur kurz Abhilfe. Es bleibt der einzige wirklich ärgerliche und - außerhalb der Garantiezeit teure - Mangel. Sonst fallen nur Kleinigkeiten an: Etwa bei Halbzeit müssen die Hinterradbremsen gereinigt und gefettet sowie eine Abblendlampe beim zweiten Extra-Stopp ersetzt werden. Beim dritten gibt es einen frischen Bremslichtschalter und eine neue Scheibenwischdüse. Der Dacia Logan MCV übersteht die 100.000 km ohne Panne Mehr geht nicht kaputt am Dacia Logan , an dem ja auch nicht viel dran ist, was kaputt gehen könnte. Er altert kaum: Das Getriebe schaltet sich nach 100.000 km noch ebenso kratzig wie am ersten Tag, die Kupplung greift so spät wie immer schon. Ein paar Kratzer in den Stoßfängern zeugen von der schlechten Übersichtlichkeit. Einmal entreißt ihm eine Säule im Parkhaus den linken Außenspiegel, aber keine Panne hält ihn auf. Klappern oder gar Rost an der Billig-Karosse? Keine Spur. Die robuste Gesundheit, der sich der MCV erfreut, gründet auf umfangreicher Vorsorge. Die mit 20.000 Kilometern ohnehin kurzen Inspektionsintervalle werden nach 10.000 Kilometern durch Zwischenchecks unterbrochen. Wobei Renault in diesem Punkt widersprüchliche Angaben macht. Der Hersteller schreibt dem Leser Wolfgang Krautmacher zwar, es gebe nur eine einmalige Service-Inspektion - bei Kilometerstand 10.000. Bei unserer Rückfrage heißt es jedoch, der Check sei bei allen 10.000er- Schritten mit ungerader Zahl vorn nötig, um die Garantieansprüche zu wahren. Fakt ist: Der MCV muss nicht nur zu fünf Inspektionen, bei denen er jeweils üppige 5,5 Liter frisches Öl bekommt, und deren Preis mit durchschnittlich 285 Euro vergleichsweise hoch ausfallen. Die Kosten für die fünf Zwischenchecks, bei denen die Mechaniker nur das Auto durchsehen, liegen im Mittel bei 71 Euro.

So verlangt der Logan mit knapp 1.260 Euro doppelt so hohe Wartungskosten wie der Renault Clio mit 30.000 km-Intervall. Das schlägt sich auch in den Gesamtkosten nieder, die ohne Reifen, Öl und Kraftstoff 1,6 Cent/km betragen - rund 50 Prozent mehr, als in dieser Preisklasse üblich. Trotz seines hohen Wiederverkaufswerts nach 100.000 km ist der Dacia also kein wirklich billiges Auto - aber ein preiswertes für alle, die keinen Wagen zum Lieben suchen, sondern für das wahre Leben.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2009-06-20

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