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Testbericht

20. Mai 2012

Ein 4,50 Meter langer Kompaktvan für weniger als 10.000 Euro – wo gibt es denn so was? Nun, ab Juni bei Ihrem freundlichen Dacia-Dealer. Wobei der Dacia Lodgy zwar das rumänische Preiskämpfer-Logo trägt, aber im marokkanischen Tanger produziert wird und voll auf europäische Kunden zielt. Dabei helfen ihm Technikspenden von Mutter Renault sowie eine glattflächige Optik ohne zackige Lichtkanten oder anderes Design-Geschwurbel. Und dass man es mit Sachlichkeit im Van-Segment bis zum Vorsitzenden bringen kann, hat der VW Touran hinreichend bewiesen. Nun also Lodgy. Irgendwo zwischen Dacia Logan MCV und Renault Scénic besitzt er ordentlich Pragmatismus, kokettiert aber nicht damit.

Dacia Lodgy 1.5 dCi mit 107 PS ab 15.290 Euro Lieber bietet er einen einfachen Einstieg vorn und hinten dank gerade geschnittener Türen sowie ein großes, senkrecht stehendes Heckportal, was das Beladen erleichtert. Wellness sucht man in der 9.990-Euro-Variante des Dacia Lodgy – ausschließlich als Fünfsitzer mit 83-PS-Benziner – vergeblich. Immer an Bord sind jedoch ESP, Front- und Seitenairbags sowie von innen einstellbare Außenspiegel. Manuell. Zupacken ist hier auch bei Fensterkurbeln und Rückbanklehne gefragt. Wer Letztere nicht am Stück, sondern lieber in Teilen umlegt und sich am elektrischen Summen von Fensterhebern und einer Zentralverriegelung erfreuen möchte, muss Ambiance wählen – beim erst ab Herbst verfügbaren 115-PS-Benziner und dem 90-PS-Diesel ohnehin obligatorisch. Womit wir zu Lauréate und dem momentan stärksten verfügbaren Motor kommen, dem 1.5 dCi mit 107 PS, ab 15.290 Euro zu haben. Nun wird es schon kuschelig im Dacia Lodgy, präsentieren sich Fahrersitz, Lenkrad und Gurte höhenverstellbar, während eine manuelle Klimaanlage kühlt. Die Möblierung besteht grundsätzlich aus pflegeleichtem Hartkunststoff, bei den höheren Ausstattungsvarianten kommen etwas Chrom und Hochglanz hinzu. Nettes Detail: ein hydraulischer Motorhaubenaufsteller ist Serie, die Klarlackierung der Haubeninnenseite auch. So unkompliziert die Optik, so problemlos die Bedienung des Dacia Lodgy – vielleicht mit Ausnahme der zu tief angebrachten Tasten für ESP off und Tempobegrenzer sowie dem erstmals angebotenen Infotainmentsystem mit Sieben-Zoll-Touchscreen und Bluetooth-Koppelung fürs Mobiltelefon (Serie bei Prestige, sonst günstige 430 Euro), das kurze Aufmerksamkeit verlangt. Ach ja, für die dritte Sitzreihe verlangt Dacia stets 590 Euro.

Opulente Ausstattungsliste für Dacia Lodgy So wird es schwierig mit der klaren Preisstruktur, die Ausstattungsliste ist für Dacia-Verhältnisse fast so opulent wie der Innenraum mit seinen luftigen Platzverhältnissen vorn und in Reihe zwei, wo es sogar für drei Kindersitze nebeneinander reicht. Ganz hinten müssen die Passagiere schon einen Tick mehr Leidensfähigkeit mitbringen. Vom Gütesiegel der Aktion Gesunder Rücken können die straff gepolsterten, zurückhaltend konturierten Vordersitze des Dacia Lodgy zwar nur träumen, notfalls kommt man auf ihnen dennoch von Hamburg bis Rom. Und das gern mit ordentlich Fracht: Durch Zusammenlegen der Fondsitzgarnitur lässt sich das Transportvolumen von üppigen 827 auf enorme 2.617 Liter steigern – Bestwert im Segment. Nach dynamischen Bestwerten schielt man markentypisch weniger, vertraut beim Fahrwerk auf die vom Logan MCV bekannte, zart modifizierte B-Plattform mit Verbundlenkerachse hinten. Damit rollt der 1,3 Tonnen schwere Dacia Lodgy ordentlich ab und bietet ausreichenden Federungskomfort, während ihn seine etwas stößige, jedoch hinreichend zielgenaue Lenkung problemlos dahin führt, wohin er soll.

Mit 1,5-Liter-Diesel kommt Schwung in die Bude Speziell mit den 1,5-Liter-Dieselmotoren kommt dabei sogar Schwung in die Bude. Bereits die 90-PS-Version schiebt mit 200 Newtonmetern, der 107-PS-Bruder bietet nicht nur 240, sondern auch variable Ladergeometrie und Sechsganggetriebe. Dessen lange Übersetzung lähmt den Vorwärtsdrang so, dass beim Herausbeschleunigen aus engen Ecken schon 2.000/min anliegen sollten. Andererseits fährt der Dacia Lodgy mit dieser Drehzahl bereits 100 km/h schnell. Ähnlich entspannt arbeitet der TCe 115, der erste Turbobenziner bei Dacia. Der von Renault bekannte 1,2-Liter-Direkteinspritzer läuft kultiviert und angemessen durchzugsstark und gibt seinen Besitzern Gelegenheit, am Stammtisch von grafitbeschichteten Kolbenschäften, Nocken mit diamantähnlicher Carbonbeschichtung und einer reibungsoptimierten Steuerkette zu schwärmen. Nur für den Fall, dass ewig Gestrige den Dacia Lodgy wegen seiner attraktiven Preise und des Verzichts auf ein Start-Stopp-System oder City-Safety für ein simples Schnäppchen made in Tanger halten sollten.

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Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2012-05-20

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