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Testbericht

5. Januar 2010

Wie hätten Sie gern Ihren neuen Citroën ? Außergewöhnlich, extravagant, genial? Lassen Sie sich etwas Neues einfallen. Die Attribute, die in der Vergangenheit galten, locken die Käufer nicht mehr hinter dem Ofen hervor. Gerade ein Kleinwagen wie der neue C3 muss genau so sein wie seine Konkurrenten - allen voran der Marktführer VW Polo : praxisgerecht, solide, hochwertig. Wenn dann noch ein adrettes Aussehen dazukommt, ist der Marke Genüge getan.

Für 400 Euro gibt es eine Portion Cabrio-Gefühl Daumen hoch. Der C3 präsentiert sich als properes kleines Automobil mit wohlgefälligen Rundungen, die sogar den Doppelwinkel, das traditionelle Zeichen des französischen Herstellers, erfasst haben. Den Status der Einzigartigkeit, für Citroën ebenso Segen wie Fluch, bekommt der C3 gegen Aufpreis. Für 400 Euro wird er mit einer gewaltigen Panorama-Windschutzscheibe ausgestattet. Sie reicht bis weit ins Dach und beschert den Insassen eine Portion Cabrio-Gefühl. Damit kann man punkten bei der Beifahrerin, wenn man unter dem nächtlichen Sternenhimmel unterwegs ist. Bei Sonnenschein bleibt der verschiebbare Dachhimmel, an dem auch die beiden Sonnenblenden arretiert sind, besser geschlossen. Die weiteren Eigenschaften des C3 orientieren sich am Üblichen. Mit fast vier Metern entspricht seine Karosserielänge dem Klassenstandard. Das reicht für ein großzügiges Raumgefühl auf den vorderen Sitzen. Weil das Armaturenbrett auf der rechten Seite weit nach vorn eingebuchtet ist, weiß das vor allem der Beifahrer zu schätzen. Er kann, wenn hinten jemand sitzen will, seinen Sitz weit nach vorn rücken, ohne einen Klaustrophobie-Anfall zu erleiden. Den Status der Einzigartigkeit, für Citroen ebenso Segen wie Fluch Damit wächst das naturgemäß deutlich eingeschränkte Platzangebot im Fond so weit an, dass gern auch eine längere Reise anstehen darf. Zumal das Kofferraumvolumen mit 300 Litern in den Maßstab dieser Klasse passt. Man sitzt bequem auf den gut ausgeformten Sitzen, genießt eine für ein modernes Auto ordentliche Übersichtlichkeit und freut sich überdies, dass die Verarbeitung des Interieurs eine Sorgfalt erkennen lässt, wie sie bei französischen Autos nicht immer Standard war. Die Gallier nehmen sich offensichtlich das deutsche Wesen zu Herzen, wenngleich sie nicht darauf verzichten, dem Ganzen per Design Chic zu verleihen. Was erfreulicherweise nicht auf Kosten der Ergonomie geht. Zwar erfordert die Bedienung des optionalen Navigationssystems einen kurzen Lernprozess - ansonsten funktioniert aber alles so logisch, dass man auf Anhieb zurechtkommt.

Der C3 glänzt mit narrensicherem Fahrverhalten Überhaupt steht die leichtfüßige Fortbewegung, die schon die tägliche Fahrt ins Büro zu einem Vergnügen macht, im Vordergrund. Die elektrische Servolenkung verlangt nur einen minimalen Kraftaufwand, wirkt dadurch allerdings etwas leblos, was aber mit einem Drehknopf reguliert werden kann. Dadurch verringert sich die Servowirkung, und schon hat man mehr Gefühl für die Straße. Das narrensichere Fahrverhalten unterscheidet den C3 nicht vom Gros der kompakten Fronttriebler. Er sorgt selbst in haarigen Situationen nicht für Überraschungen, wozu auch das gut abgestimmte ESP beiträgt. Man kann es ausschalten, aber ab 50 km/h nimmt es automatisch wieder die Arbeit auf. Das stellt eine sinnvolle Lösung dar, weil in der Praxis das Deaktivieren der Antriebs-Schlupfregelung Vorteile bringen kann: etwa auf Schnee, wo Winterreifen eine gewisse Dosis Schlupf brauchen, um optimale Traktion zu entwickeln. Und wie steht es mit dem Komfort? Citroën hat da schließlich eine immer noch bemerkenswerte Reputation, die tief in der Historie der legendären DS-Modelle wurzelt. Der erste Eindruck ist gut Aber bei einem vergleichsweise günstigen Kleinwagen wie dem C3 kann sich Citroën keine technische Fahrwerks-Extravaganz leisten. Man vertraut also auf das gängige Konzept der Verbundlenker-Hinterachse und federt mit schraubenförmigem Stahl. Der erste Eindruck ist gut. Der Citroën rollt geschmeidig über kleine Unebenheiten, als sei er bemüht, würdig in die Reihe seiner Ahnen zu treten. Forcierte Gangart und langhubige Bodenwellen bringen ihn aber auf den Boden der Tatsachen zurück.

Da kommt es dann schon mal zu Vertikalbewegungen mit hoher Beschleunigung, und in Kurven zeigt die Hinterachse gern jene kleinen seitlichen Versetzer, die dieser Bauart so schwer abzugewöhnen sind. Kurz: Der C3- Komfort ist befriedigend, aber keineswegs so gut, dass man darüber einen Lobgesang anstimmen müsste. Immerhin trägt der Motor - im Testwagen ein 1,4 Liter großer Vierzylinder mit 95 PS - zur Güte der Fortbewegung bei. Mit seinem kräftigen Antritt im unteren Drehzahlbereich wirkt das hoch verdichtete Maschinchen, das im Leerlauf fast unhörbar vor sich hin murmelt, erfreulich munter. Dadurch kann der Fahrer gelassen früh hochschalten, wie das eine Anzeige im Armaturenbrett empfiehlt. Wer den Motor ausdreht, bekommt dann das vierzylindertypische Brummen zu hören. Und weil der C3 nur über ein Fünfganggetriebe verfügt, das sich sehr leicht und exakt schalten lässt, dominiert die deutliche Aussprache auch bei der Autobahnreise. Denn der fünfte Gang ist im Interesse guten Durchzugs kurz übersetzt - schon beim im Heimatland des Citroën zulässigen Maximaltempo von 130 km/h muss sich die Kurbelwelle 4.000 Mal in der Minute drehen. Abgesehen von der aufdringlichen Akustik bleibt das nicht ohne Auswirkungen auf den Verbrauch, der bis auf neun Liter/100 km steigen kann. Auf der anderen Seite beweist der Wert für die auto motor und sport-Verbrauchsrunde (5,5 L/100 km), dass der Motor sehr effizient arbeitet, wenn sich der Fahrer mit den Drehzahlen zurückhält. Im Testdurchschnitt ergeben sich 7,6 Liter/100 km, die angesichts der flotten Fahrleistungen noch als befriedigend gelten können. Nichts bewegt Sie wie ein Citroën? Ein stolzer Spruch, wenn die Eigenständigkeit einer Marke schon durch ihre Position im Konzernverbund mit Peugeot limitiert wird. Da ist es gut, wenn sich dem Fahrer ein Rest an Eigenständigkeit mitteilt. Und damit meinen wir nicht nur das gläserne Dach.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2010-01-05

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