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Testbericht

7. August 2018

C4 CactusMéganeFazit

Sie haben eine gewisse Vorliebe für die französische Lebensart und suchen daher nach einer Alternative zum üblichen Kompaktklasse-Einerlei? Herzlich willkommen im ersten Vergleichstest des neuen Citroën C4 Cactus gegen seinen Landsmann Renault Mégane mit je rund 130 PS starken Benzinern. Wobei wir gleich zu Beginn darauf hinweisen, dass die Franzosen auch für besonders preisbewusste Käufer eine reizvolle Option sein können.

Und schon sind wir mittendrin in der Preislisten-Analyse. Die gleich mal Verwirrung bei all denen stiftet, die eifrig nachschlagen oder online konfigurieren. Renault hat nämlich aus der Intens-Ausstattung des Testwagens das Sondermodell Limited mit Deluxe-Paket kreiert – damit kommt der Mégane nahezu identisch ausgestattet rund 200 Euro günstiger. Unter anderem serienmäßig an Bord sind neben Zwei-Zonen-Klimaautomatik auch ein Sieben-Zoll-Touchscreen samt Digitalradioempfänger sowie Smartphone-Anbindung, sodass man sich die 790 Euro für das etwas größere R-Link-2-System samt Navi-Software sparen kann.

Sinnvolle Extras beim Testwagen: Safe-Paket samt adaptivem Tempomat und Notbremsassistent (790 Euro) sowie der 360-Grad-Parkassistent für 890 Euro. Für 2.600 Euro extra gäbe es nicht nur ein Doppelkupplungsgetriebe, sondern auch den neueren 1,3-Liter-Motor mit 140 PS wie in der Mercedes A-Klasse.

Während sich der Mégane durchaus noch weiter aufrüsten ließe, tritt der C4 Cactus mit dem Topbenziner in der Topausstattung Shine zum Test an und kommt mit 22.490 Euro genau 400 Euro günstiger als der Renault. Dabei bietet er bereits serienmäßig ein automatisches Notrufsystem sowie eine Sieben-Zoll-Navigation und schnürt die Extras in nahezu identische Pakete, die meist sogar noch ein paar Hundert Euro günstiger sind als bei Renault.

Sparen à la Citroën
Wer im Cactus eine Automatik ordert, muss sich zwar mit weniger Leistung (110 PS) begnügen, würde aber nur 450 Euro Aufpreis zahlen. Bei den Assistenzsystemen hat Citroën gegenüber dem Vorgänger aufgerüstet, Verkehrsschilderkennung, Spurhalteassistent, Totwinkel- und Müdigkeitswarner kosten zusammen 750 Euro. Was in der Preisliste allerdings gänzlich fehlt, sind moderne LED-Scheinwerfer sowie ein Abstandsregeltempomat.

Im Gegenzug lässt sich einiges Geld in bunte oder luxuriöse Accessoires stecken. Denn obwohl der Cactus mit dem Facelift seine charakteristischen Airbumps eingebüßt hat, kann man ihn durchaus farbenfroher als den silber-schwarzen Testwagen konfigurieren. Und mit dem Hype-Red-Interieur samt rotem Armaturenbrett und heller Lederausstattung (990 Euro) hält sogar ein Hauch von Noblesse Einzug.

Das lenkt zumindest etwas von den knapperen Platzverhältnissen ab. Vorn wie hinten bettet der C4 seine Passagiere zwar auf äußerst weich gepolsterte Komfortsitze, doch das Raumgefühl fällt wegen der nur 1,71 Meter breiten Karosserie und des 2,60 Meter kurzen Radstands eher knapp aus. Dazu schränkt das Panoramadach (490 Euro) die Kopffreiheit im Fond stark ein. Großzügiger sind da die zahlreichen, teils gummierten Ablagen. Große Gepäckstücke müssen jedoch hinten über eine hohe Kante in den tiefen, kaum variablen Kofferraum gewuchtet werden. Mit 358 bis maximal 1.170 Litern schluckt er etwas weniger als der des Mégane (384 bis 1.247 Liter).

Auch im Renault kann die Rückbank nur im Verhältnis 60 : 40 geklappt werden, wobei ebenfalls eine Stufe entsteht. Dafür darf er mehr als eine halbe Tonne zuladen – der C4 nur knapp 400 kg. Zum besseren Raumangebot gesellen sich sportlich-komfortable Leder-Velourssitze, die allen Insassen guten Halt bieten. Mit Ausnahme des verschachtelten Multimedia-Menüs fällt die Bedienung dank separater Klimaregler sowie übersichtlicher Lenkradtasten leichter als im C4. Die ebenfalls digitalen Cockpit-Instrumente informieren den Fahrer nicht nur umfassender, sondern lassen sich individualisieren.

Vielfältige Verstellmöglichkeiten bietet der Mégane auch in Bewegung: Neben Gaspedalansprache und Motorsound lässt sich die Lenkung anpassen. Unabhängig vom Fahrmodus ist der Mégane das lebhaftere Auto.

Dynamisch-komfortabel
Mit seiner direkten Lenkung und weniger Karosseriebewegungen bei schnellen Richtungswechseln bereitet er auf Landstraßen mehr Freude, ohne dass der Federungskomfort auf der Strecke bleibt. Grobe Straßenunebenheiten schluckt er souveräner als der C4, während sich der Vierzylinder des 1,3-Tonners kurz vor der WLTP-Rente etwas müde präsentiert. Zudem verbraucht er im Testmittel mit 7,7 l/100 km 0,8 Liter mehr als der Citroën.

Dessen quirliger Dreizylinder-Turbo wirkt mit seinen 230 Nm Drehmoment leichtfüßiger. Er beschleunigt den über 100 Kilo leichteren Cactus in 9,9 Sekunden und damit eine halbe Sekunde schneller von 0 auf 100 km/h. Umgekehrt steht der Citroën aus Tempo 100 nach 36,2 Metern – mehr als zwei Meter früher als der Renault.

Wird der C4 jedoch flott bewegt, scharrt er gern mit den Vorderrädern. In schnell angegangenen Kurven neigt sich die Karosserie spürbar, bevor das ESP Ausbruchsversuche grob zusammenregelt. Auch das serienmäßige Komfortfahrwerk kann nicht gänzlich überzeugen. Denn während der Cactus sanft über lange Bodenwellen hinweggleitet, wirkt er auf kurzen stößig bis in die direkt übersetzte Lenkung.

Letztlich entscheidet so der ausgewogenere Mégane das Testduell recht eindeutig für sich. Französisches Lebensgefühl, das transportiert jedoch der Cactus authentischer.

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Testwertung
3.5 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2018-08-07

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