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Testbericht

11. Februar 2008

Der X6 soll die Asphalt-Kompetenz noch konsequenter rüberbringen. Anscheinend inspiriert von Sumo-Kämpfern, die trotz enormen Gewichts mit einer Kombination aus niedrigem Schwerpunkt, Schnellkraft, Gewandtheit und ausgeprägter Muskulatur Widersacher aus dem Ring drängen, soll auch der X6 für Überraschungen sorgen. Selbst wenn BMW beim Verkauf nur ein Verhältnis von 20 zu 80 Prozent zwischen X6 und X5 schätzt, hofft man, dass die X6-Gegner speziell auf dem amerikanischen Markt ängstlich schlottern. Immerhin bleiben etwa 50 Prozent des wie der X5 in Spartanburg produzierten X6 gleich in den USA.

Neuer V8-Benziner mit 407 PS

Allerdings dürfte es dort schwierig sein, die geballte Fahrdynamik-Armada legal auszukosten. Das beginnt schon bei den Motoren, allesamt aufgeladene Direkteinspritzer. Der Star: ein neuer V8- Benziner mit 407 PS. Obwohl nur 4,4 Liter groß, nennt er sich X-Drive 50i. Doch wenn seine 600 Newtonmeter Drehmoment ab 1.750 Umdrehungen den Asphalt in Wellen legen, wird niemand über Etikettenschwindel klagen. Schließlich wuchtet er den X6 in 5,4 Sekunden auf Tempo 100. Damit ist der Allrad-Bolide genauso schnell wie das kompakte 135i Coupé, dessen drei Liter großer, 306 PS starker Biturbo im X6 als Basisbenziner dient.

Alle vier Motoren bringen die Efficient-Dynamics-Zutaten wie aktive Luftklappen oder Bremsenergie-Rückgewinnung mit, dennoch dürften die beiden Sechszylinder-Diesel mit 235 und 286 PS im verbrauchssensibleren, selbstzünderaffinen Europa besser ankommen. In den USA geben diese ihr Debüt mit Harnstoff-Einspritzung (Advanced Diesel with Blue Performance), die später auch zu uns kommt. Leistung von Anfang an verspricht der aufwendige Bewegungsapparat des X6 -  wie beim X5 mit Doppeldreiecksquerlenkern vorn und Mehrlenkerhinterachse, allerdings mit breiterer Spur hinten und zusätzlichen Details modifiziert.

Weiter reichen die Änderungen am Antriebssystem. Neben der achsweisen Verteilung der Kraft je nach Fahrsituation, wie sie auch das X-Drive-System im X5 beherrscht, kommt beim X6 noch eine radselektive Momentverteilung an der Hinterachse dazu, die sowohl im Zug- als auch im Schubbetrieb funktioniert. Dynamic Performance Control bekämpft störendes Unter- oder Übersteuern, indem es mehr Kraft auf das Rad mit dem besseren Grip überträgt und damit aktiv und ohne lähmenden Bremseneingriff das Fahrverhalten stabilisiert.

Ob das - wie der Rest des X6-Konzepts - funktioniert, wird sich ab dem Verkaufsstart am 31. Mai zeigen.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2008-02-11

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