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Testbericht

19. Juni 2012

Ab und zu hilft es, mal innezuhalten, einen Schritt zurückzutreten und sich zu besinnen. 313 PS und 630 Newtonmeter in einem noch halbwegs kompakten SUV - ist das noch normal? Klingt nach Dragster, ist aber bloß ein BMW X3. Genauer: der 35d. 313 PS, da war doch mal was? Genau, 2002 kam der VW Touareg V10 TDI, jener zehnzylindrige, fünf Liter große Pumpe-Düse-Dino. Und jetzt scharrt der 4,65 Meter lange BMW X3 x-Drive 35d mit der gleichen Leistung an allen Vieren. Unter seiner Haube steckt die dritte Evolutionsstufe des biturbogeladenen Dreiliter-Reihensechszylinders, dessen Karriere im ersten BMW X3 als 3.0 sd mit 286 PS begann. Dann steigerte er sich in anderen BMW-Modellen dank verstellbarer Geometrie für den kleinen, zuerst einsetzenden Hochdrucklader auf 306 und 313 PS, um jetzt in die zweite Generation des BMW X3 zurückzukehren.

BMW X3 x-Drive 35d ist Top-Modell der Baureihe Sie sehen, wir sind schon wieder mittendrin in der Evolution. So schwungvoll, dass der BMW X3 x-Drive 35d sogar zum Topmodell der Baureihe aufsteigt, seinen Ottomotor-Widersacher 35i um sieben PS übertrifft, von der Drehmomentdifferenz gar nicht zu reden. Falls doch: es sind 230 Newtonmeter - Differenz. Und an der Vollzähligkeit der 630 Newtonmeter bestehen keine Zweifel. Auf trockener Straße stanzt der Zweitonner in 5,5 Sekunden von null auf 100, Tempo 140 ist rund fünf Sekunden später erreicht. Beeindruckend, wie lässig der Diesel Druck von ganz unten bis ganz oben bietet. Diesseits von 1.500/min legt er los, marschiert mit einem großen Schritt und markigem Klang durch die Mitte Richtung 5.000er-Marke. Erst danach besinnt sich der Reihensechser seines Bauprinzips und fährt sein Engagement zurück. Um die stets passende Übersetzung im BMW X3 x-Drive 35d kümmert sich serienmäßig die famose Achtgangautomatik von ZF. Besser als jede Handschaltung garantiert sie stets den geschmeidigen Fluss der Geschwindigkeit, lässt den Diesel ganz nach Wunsch bei wenig Drehzahl dahinsummen, ist aber blitzschnell wieder auf Ballhöhe, wenn es pressiert. Auf der Autobahn garantiert sie wiederum ein bekömmlich niedriges Drehzahlniveau.

6,4 Liter auf Verbrauchsrunde, 9,7 Liter im Testbetrieb Bei Tempo 140 dreht der Dreiliter gerade einmal 2.000/min. Was ebenso zur Verbrauchsreduktion beiträgt wie das sauber funktionierende Start-Stopp-System und der clevere innere Aufbau des Getriebes, welcher die inneren Widerstände verringert. Auf der moderat absolvierten auto motor und sport-Verbrauchsrunde begnügt sich der BMW X3 x-Drive 35d mit 6,4 L/100 km, im zügig gefahrenen Testschnitt sind es 9,7 Liter. Und zügig kann er, selbst leicht feuchter oder moderat rutschiger Untergrund ändert wenig an seiner Vehemenz. Regelrecht zornig schickt der volllastgetriezte Dreiliter seine Wucht an die vier angetriebenen Räder. Um die Verteilung kümmert sich das elektronisch geregelte x-Drive-System. Es versteht sich nicht nur als Traktionshilfe, sondern greift - wenn nötig - auch aktiv ins Handling-Geschehen ein, indem es die Kraft von hinten nach vorn verschiebt. An der Hinterachse arbeitet überdies noch ein Torque-Vectoring-System. So muss der BMW X3 x-Drive 35d Schwung nicht wegregeln oder gar per Bremseneingriff in Wärme umwandeln, sondern kann effektiv in Vortrieb investieren - mit der Rendite eines zügigen Tempos sowie ausgeprägter Agilität.

BMW X3 x-Drive 35d frisst lieber Kurven statt Geländepfade Schließlich orientierte sich der BMW X3 x-Drive 35d von jeher streng Richtung Asphalt, tat gar nicht erst so, als wolle er ernsthaft irgendeine Scholle umwühlen. Viel lieber frisst er mit seiner elektrisch unterstützten Servolenkung Kurven. Enge wie weite Biegungen passiert er mit geringer Aufbaubewegung, wenn auch nicht mehr ganz so krass wie bei Generation eins, die gefühlsmäßig mit Eisenstangen statt Federelementen und quasi Null-Seitenneigung operierte. Der Neue gibt sich deutlich smarter, federt und dämpft kompetent, nimmt sich großer wie kleiner Unebenheiten sorgfältig an. Die Basis dafür ist eine Doppelgelenk-Zugstrebenachse vorn sowie eine Fünflenker-Hinterachse, kombiniert mit Adaptiv-Dämpfern für 1.100 Euro extra. Im sauber verarbeiteten Innenraum des BMW X3 x-Drive 35d lassen sich problemlos weitere Tausender unterbringen. Dort wartet neben bequemen Sitzen samt passender Position, einer problemlosen Bedienung, gut ablesbaren Instrumenten inklusive Head-up-Display und einem 8,8-Zoll-Bildschirm der so genannte Fahrerlebnisschalter. Mit ihm lässt sich der BMW X3 nach Wunsch von lässig-sportiv bis konsequent dynamisch konditionieren. Womit der Gesamteindruck hervorragend mit dem druckvollen Prachtdiesel harmoniert – Leistungsspirale hin oder her.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2012-06-19

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