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Testbericht

21. Januar 2017
Okay, Sie haben recht, den Macan mit dem Zweiliter-Audi-Vierzylinder gab es bereits ab 2014. Allerdings nur in Asien und auf den Britischen Inseln. Nun ist er als enger Verwandter des Audi Q5 um 15 auf 252 PS erstarkt und auch hierzulande verfügbar. Böse Zungen sagen ja, in diesem Fall sei das wichtigste Extra ganz vorn in der Preisliste zu finden: der V6 des Macan S, 5.474 Euro teurer als der Vierzylinder.Dieses Spiel funktioniert auch beim BMW X3 xDrive 28i, der ja trotz der traditionsreichen Zahl in der Modellbezeichnung ebenfalls von einem Zweiliter-Reihenvierzylinder angetrieben wird. Der Aufpreis für den Sechszylinder ist praktisch gleich hoch: genau 5.500 Euro. Permanenter Antrieb auf alle viere ist dabei übrigens jeweils serienmäßig, ebenso automatisch schaltende Getriebe – beim BMW die Achtstufen-Wandlerautomatik, beim Porsche das markentypische PDK.

Teure Ausstattungsextras
Ob man die fünfeinhalb Tausender vielleicht doch lieber in sinnvolles Zubehör investiert, das erfahren Sie nun, denn billig sind die beiden Premium-SUV ja auch mit Vierzylindermotoren nicht, der BMW ist mit 51.100 Euro etwas preiswerter als der Porsche (55.669 Euro).Und das ist, wie wir wissen, ohnehin nur die halbe Wahrheit. Ohne teure Sonderausstattungen stehen beide etwas ärmlich da. Der Macan-Testwagen kostet mit allen Extras 83.444 Euro, hat allerdings auch Feinheiten wie PASM mit Luftfederung, schwarzes Glattleder oder 21-Zoll-Räder an Bord, Zutaten, die so mancher für entbehrlich hielte. Das ist beim X3 etwas anders, der Testwagen ist zurückhaltender ausstaffiert, so fehlt etwa eine opulente Lederpolsterung. Mit dabei freilich das Adaptivfahrwerk, 19-Zöller und das große Driving-Assist-Paket.Eine letzte Bemerkung noch, bevor wir uns endgültig dem Fahren zuwenden: Beide Premium-SUV würden aufpreisfrei mit gelblichem H7-Licht in die Nacht funzeln – eines Fahrzeugs der 50.000-Euro-Kategorie unwürdig. Bei BMW kostet das Xenon-Licht 980 Euro extra, die exzellenten adaptiven LED-Scheinwerfer gibt es für 2.500 Euro. Im Falle des Porsche wären 1.559 Euro für Xenon mit Dynamic-Light-System draufzuzahlen, LED gibt es für 2.666 Euro. Das musste mal gesagt werden.

Schnelle Autobahn-Autos
Zum Glück ist es hell, gleichwohl die Tageslichtphase in der Adventszeit ja eher knapp bemessen ist. Beeilen wir uns also auf dem Weg zur Vergleichstestrunde über die Alb. Es geht erst über die Autobahn, da müssen die beiden Vierzylinder schon mal richtig ran. Ab Flughafen signalisieren die Wechsellichtzeichen freie Fahrt. Die beiden SUV schnüren über die linke Spur, beide sehr schnell, beide sehr spurstabil.Leistungsmangel ist kaum zu spüren, auch wenn wir nicht verschweigen wollen, dass vor allem der Macan seinem Überholprestige nicht immer so ganz gerecht wird. Er zieht nicht ganz so souverän an eilfertigen Spurwechslern vorbei, wie diese wohl erwarten. Etwas geschmeidiger erledigt der X3 xDrive 28i solche Aufgaben, auch weil seine Achtgangautomatik die Fahrstufen dabei weniger hektisch wechselt. Ein wenig Verdruss kommt allenfalls auf, weil die Sportlenkung vor allem bei schneller Autobahnfahrt etwas zu nervös aus der Mittellage reagiert. Zudem wirkt die Porsche-Lenkung im direkten Vergleich doch etwas gefühlsintensiver.Das fällt etwa in der Ausfahrt in Richtung Schwäbische Alb auf, der Macan zieht stoischer durch die weit gezogene Kurve. Das passt, so sollte ein Porsche lenken.Doch nun kommt die Schlechtwegstrecke, ein paar holperige Abschnitte mit fiesen, engen Kurven. Hier überrascht der Macan erst recht, weil sein Luftfahrwerk (2.630 Euro inklusive PASM) selbst gröbere Unebenheiten sehr lässig wegbügelt, dabei kaum ins Wanken gerät und trotz der 21-Zoll-Räder vergleichsweise fein abrollt. Das kann der X3 nicht ganz so gut, er neigt im Comfort-Modus der Adaptivdämpfer zu etwas heftigeren Schwankereien, und die 19-Zöller mit Notlaufeigenschaften reagieren eher spröde auf kurze Unebenheiten. So bietet der Porsche – gleichwohl keine Sänfte – das gediegenere Komforterlebnis, auch weil er vorn die bequemeren Sitze hat. Die kosten, das soll hier ebenso wenig verschwiegen werden, 1.785 Euro Aufpreis (adaptive Sportsitze).Keine großen Unterschiede gibt es hingegen beim Raumangebot, da ist der Macan nicht so knapp geschnitten wie befürchtet. Insgesamt bietet der X3 mehr Innenraum, ein wirklich punkterelevanter Unterschied zu seinen Gunsten ergibt sich dabei freilich nur beim Laderaum.

Porsche Macan fährt zügiger
Doch wir wollten fahren. Das Ausprobieren der verschiedenen Klapp- und Lademöglichkeiten verschieben wir auf die Tiefgarage. Bleiben wir im Porsche, seine Lenkung wurde ja bereits gelobt. Die wird nun benötigt, die Straße windet sich zwischen Leitplanken und Felsvorsprüngen auf die Albhochfläche. Einige Ecken sind immer noch feucht, unten in den Tälern ziehen bereits erste Nebelfetzen über die Streuobstwiesen.Da tut sich der X3 xDrive 28i etwas schwer, am Macan dranzubleiben. Er lässt sich nicht ganz so präzise durch Kurven führen, sein Aufbau schwankt stärker, und die Untersteuertendenz ist ausgeprägter. Traktionsprobleme haben beide nicht, die Allradantriebe knallen jeweils genug Drehmoment nach vorn, damit es aus feuchten Kurven hurtig weitergeht. Dass der Macan das fixere Auto ist, lässt sich ebenso aus den Fahrwerten im Slalom und im doppelten Spurwechsel ablesen: Er brummt dem X3 jeweils ein paar km/h drauf. Nicht viel, aber es reicht, um auf Teststrecke und Vergleichsfahrt etwas wegzuziehen.Das gelänge ihm übrigens noch müheloser, wenn er eine besser dosierbare Bremse hätte. Im Gegensatz zu seinen kräftigeren Macan-Brüdern verfügt er vorn nur über eine Vierkolbenanlage mit 345er-Scheiben. Nicht dass er deswegen schlecht verzögerte, im Gegenteil, auch da ist er besser als der X3, doch das etwas weiche Pedalgefühl erschwert präzises Anbremsen.Das alles liest sich so, als gewänne der Porsche diesen Vergleich locker. Im Kostenkapitel zieht der BMW kurz vor der Zielgeraden dennoch knapp vorbei. Was nichts daran ändert, dass der Macan das fahrspaßintensivere Auto ist. Ein echter Porsche eben, trotz des Vierzylinder-Reihenmotors und seiner Audi-Gene.
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Testwertung
4.5 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2017-01-21

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