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Testbericht

9. Oktober 2013
Der BMW i3 ist ein Auto mit nachhaltigem Ansatz in der Produktion, den Materialen und seinem Antrieb – ob es jetzt die Recycling-Materialien, die wind- und wasserkraftgetriebene Carbonfaser-Herstellung in Moses Lake/USA oder den Zusammenbau im Werk Leipzig betrifft. Alles gut, ökologisch und schön, aber ist der BMW i3 noch ein BMW?

BMW i3 mit kräftigem E-Antrieb Die Antwort fällt zwiespältig aus: Was den Antrieb betrifft definitiv ja. Mit dem 125 kW (170PS in alter Währung) starken Elektromotor spurtet der BMW i3 laut Werksangabe in 7,2 Sekunden aus dem Stand bis auf 100km/h. Markengetreu hinterradgetrieben surrt der bayerische Stromer mit anmachendem Zug aus dem Heck voran und bügelt jede Dynamisch-genug?-Diskussion. Der eingesetzte Synchron-Reluktanz-Motor nutzt zusätzlich noch Krafteffekte durch den magnetischen Widerstand (Reluktanz) um seine kräftige Drehmomentabgabe zu höheren Geschwindigkeiten auszudehnen. Dadurch baut er ab 80km/h weniger an Druck ab, als die üblichen E-Auto-Konkurrenten. Das Maximaltempo liegt bei problemlos erreichbaren 150km/h. Besonders effizient soll er laut BMW auch noch sein, was seine Verbrauchswerte auf unserer Testfahrt von nur um zwölf kWh pro 100 km bestätigen. Ungewohnt ist das Fehlen von Rekuperationstufen und der etwas unhandliche Fahrwahlschalter am Lenkrad. Der rechte Fuß regelt nur über das Fahrpedal die Rekuperationsstärke. Umso schneller man hier den Fuß lupft, desto stärker wird Energie zurückgewonnen.

Für die Langstrecke gibt es einen Range Extender Beim Laden wirft der BMW i3 mit seiner CCS-Gleichstrom-Buchse ebenso den Strom-Turbo an und lässt sich in einer halben Stunde zu 80 Prozent (bei 50 kw Ladeleistung) wieder den Lithium-Ionen-Akku befüllen – solche Ladesäulen sind aber extrem rar. An einer speziellen Wechselstrom-Ladebox für zuhause dauert der Vorgang rund acht Stunden. Wem die realistisch bis zu 160 km Reichweite aus dem 18,8-kWh-Akku (Brutto 22 kWh) nicht genügen, kann sich noch einen seriell, also nicht mechanisch-direkt an der Achse ankoppelnden Zwei-Zylinder-Range-Extender-Motor mit 25 kW(34PS) ins Heck des BMW i3 packen. Das kostet 4.500 Euro zusätzlich, bringt dafür aber den doppelten Fahrradius und eben die bekannten Vor- wie Nachteile eines verbrennungsmotorischen Antrieb. Laut BMW sollen sich einige Kunden für diese reichweitensichere Variante entscheiden. Über seine Online-Dienste zeigt der BMW i3 dem Fahrer aber auch den aktuellen Status von Lade- und Parkmöglichkeiten an.

BMW i3 ist nichts für Querbeschleuniger Was das Fahrverhalten betrifft, hat der orangene Surrer mit dem klassischen BMW-Gefühl des tiefen sportlichen, wankarmen Fahrens weniger zu tun. Hoch thront der BMW i3-Pilot – weil sich die meisten das laut BMW für die Stadt so wünschen – und ums Eck geht es motiviert mit etwas Seitenneigung. Die stört allerdings weniger, als die leichte Kippeligkeit und das etwas übermotivierte Ansprechverhalten der elektromechanischen Lenkung aus der Mittellage. Richtig Spaß macht im BMW i3 dann wieder das schnelle Wenden auf der Straße. Die mit Reifen im Format 155/70R19 extrem schmal und hoch ausgelegten Bridgestone besohlten Räder drücken den Wendekreis auf unter zehn Meter. So wuselt es sich agil durch den Parkbuchten. Klassische BMW-Querbeschleunigungs-Glücksgefühle bietet der BMW i3 keine. Er ist eher der gefühlte Anti-Mini. Das Cockpit des BMW i3 ist anders, polarisierend mit schönen Details und mutigen Lösungen. Toll ist der große, freischwebend wirkende Monitor über der edlen Holzvertäfelung. Das schmale Display im großen Plastikrahmen vor dem Lenkrad wirkt dagegen bei starker Sonneneinstrahlung wie die Anzeige eines 80er Jahre Notebooks. Das Raumangebot ist gut, aber nicht üppig. Im Fond reicht es aus und im Kofferraum entspricht es mit 260 Liter-Basisvolumen dem eines Kleinwagens. Trotz hohem Carbonfaser- und Aluminium-Anteil wiegt der BMW i3 nicht überragend wenig: 1.195 kg lautet die Werksangabe. Damit bewegt er sich zwischen normal für einen Kleinwagen und sehr wenig für die Kompaktklasse. Die Preise streben dagegen in Richtung Mittelklasse: ab 34.900 Euro geht der nachhaltigste BMW-Spaß aller Zeiten los.
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Quelle: auto-motor-und-sport, 2013-10-09

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