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Testbericht

21. Dezember 2013
Ginge es alleine nach dem Showeffekt, dann hätte der BMW i3 diesen Vergleichstest bereits vor dem Start gewonnen. Denn für die Straße ist er zurzeit der Star überhaupt: Wo auch immer der Neue auftaucht, drehen sich Köpfe, werden bewundernde Blicke geworfen und Handys gezückt. Alleine aus Image-Sicht dürfte sich der Elektrowagen für BMW bereits gelohnt haben. Gegen seine Konkurrenten Ford Focus Electric, Nissan Leaf, Renault Zoe und VW E-Up muss er seine Position allerdings erst noch behaupten. automotorundsport versammelt hier die vier wichtigsten kompakten Elektroautos und erweitert den Kreis um den jüngst eingeführten E-Up. Dieser hatte sich erst kürzlich mit ordentlicher Reichweite und niedrigem Verbrauch für größere Aufgaben empfohlen.

BMW i3 mit schwerem Einstieg nach hinten Alle fünf Stromer treten als Viertürer an und sind damit für den Einsatz als Familienfahrzeug geeignet – allerdings mit Einschränkungen: Der Ford verstaut dauerhaft seine Batterie im Kofferraum und hat damit kaum Platz für Gepäck. Der VW ist per se klein, wenn auch im Innenraum fast schon ein Raumwunder. Überraschung beim Renault: sein enormer maximaler Laderaum bei umgeklappten Rücksitzlehnen. Erstaunen dagegen beim BMW i3 über die nach Abmessungen kleinste Fahrgastzelle – die dennoch durch die hohe Sitzposition und die großen Fensterflächen luftig wirkt. Allerdings sind die gegenläufig öffnenden Türen nur für die Show gut, nicht jedoch für den Einstieg in den Fond. Obwohl es keine B-Säule als Hindernis gibt, ist er fast so beschwerlich wie bei einem Zweitürer mit Easy Entry. Aus Platzgründen die vernünftigste Wahl ist der Nissan: In ihm können vier Erwachsene selbst über eine längere Strecke gut sitzen – und verfügen dann noch über das größte Transport-Volumen. Da stört es kaum, dass die Rücksitze zusammengefaltet keinen baumarkttauglichen Speditionsraum entstehen lassen. Teils schlechte Bremswege Und wie sicher sind die Passagiere unterwegs? Der BMW i3 bietet die beste Bremsanlage sowie die umfassendste Sicherheitsausstattung. Leaf, Zoe und Up entsprechen hier nur Kleinwagen-Standards. Seltsamerweise gesteht Ford dem elektrifizierten Focus weniger Assistenzsysteme als seinen Brüdern mit Verbrennungsmotor zu. Seine schlechteren Bremswege ergeben sich durch das höhere Gewicht sowie die im Rollwiderstand, nicht jedoch in der Griffigkeit optimierten Reifen. Als Klassenprimus profiliert sich der BMW i3 auch bei der Bedienung: Das i-Drive wurde um einen riesigen, hochauflösenden Touchscreen erweitert, und das Fahrer-Display überfordert nicht mit Geflimmer und unübersichtlichen Menüs wie der Nissan Leaf oder einem Mäusekino als Navigations-Anzeige wie der Focus von Ford. Leicht zu verstehen sind dagegen Renault Zoe und VW Up – Letzterer müht sich erst gar nicht mit einem speziellen Elektro-Look ab, sondern bleibt bei der Instrumentierung weitgehend analog.

VW Up mit einfachster Bedienung Der Volkswagen macht es auch Elektro-Novizen sehr einfach, ihn in Bewegung zu setzen. Ähnlich wie im Renault und im Ford versteht sich das Prozedere von selbst: einfach Startknopf drücken, per Wahlhebel die Fahrstufe einlegen und das rechte Pedal zum Losfahren drücken. Das alles entspricht etwa der Bedienung eines Modells mit Automatikgetriebe. Nissan hat sich nicht nur den Informations-Overkill der drei Displays gegönnt, sondern auch einen eigenwillig runden Wahlhebel: Es bedarf einiger Versuche, ehe der Vorwärtsgang einrastet. Wer nun verhalten losrollt, hört ein klangschalenähnliches Geräusch. Es soll Fußgänger bei Rangier-Geschwindigkeiten warnen, macht den Leaf jedoch zu einer Art rollende Untertasse. Futuristischer kommt derzeit wohl keiner daher. Der BMW i3 erlaubt sich ebenfalls eine Eigenheit in Form des Wahlhebels: Er sitzt an der Lenksäule und muss mit einem beherzten Griff gedreht werden. Immerhin entsteht hier keine Verwirrung, weil sich das Schema von selbst erklärt. Der Spagat zwischen ungewöhnlichem Design und gelernter Bedienung ist beim BMW i3 gelungen – das dürfte Elektro-Hipstern gefallen, ohne Traditionalisten zu sehr abzuschrecken. Irritierend ist nur die Charakteristik des Gaspedals im BMW i3. Wer den rechten Fuß lupft, initiiert Rekuperation – etwa so stark wie ein mittleres Bremsmanöver. An die Dosierung muss man sich erst einmal gewöhnen. Sofort Gefallen findet man dagegen an der Beschleunigung des BMW i3: Er lässt die Konkurrenten bis Tempo 100 praktisch stehen und knackt als Einziger die 150-km/h-Marke. Am schlappsten wirkt der Zoe, der andererseits auf der Elektrorunde von automotorundsport die größte Reichweite erzielt. Bemerkenswert: Selbst bei Kälte büßt er ebenso wie der Leaf nur relativ wenig Aktionsradius ein, wohingegen BMW i3 und E-Up dramatisch abbauen.

BMW i3 punktet bei Fahrdynamik und Ladedauer Beim Fahrverhalten sind die Unterschiede ebenfalls spürbar: Dem Focus merkt man sein enormes Gewicht in der trockenen Federung sowie in Form von stärkerem Untersteuern an. Der Up bietet trotz zusätzlichem Ballast mehr Komfort, erreicht hier das Niveau des größeren Leaf und übertrifft sogar den etwas hoppeligen Zoe. Und der BMW i3? Der ist markentypisch straff abgestimmt, nimmt dennoch Bodenwellen am besten in seinen Dämpfern auf. Auch bei der Ladedauer setzt der BMW i3 die Marke: Im besten Fall kann er seinen Akku an einer 400-Volt-Leitung in drei Stunden füllen; die anderen brauchen sechs bis acht Stunden. Beim Energiekonsum auf der Verbrauchsrunde unterbietet den BMW i3 nur der kleinere und leichtere E-Up knapp, wobei die tatsächlichen Energiekosten bei allen fünfen äußerst niedrig sind. Enorme Unterschiede zeigen sich erst bei den Leasing-Kosten. Mit monatlich 606 Euro ist diese Art der Finanzierung beim Focus wohl für die wenigsten interessant; Leaf und E-Up gibt es für fast die Hälfte, i3 und Zoe für knapp 400 Euro, wobei der Renault zumindest in der Anzahlung deutlich unter dem BMW i3 liegt. Doch Punktverluste im Kostenkapitel kann sich der BMW i3 am Ende leisten – mit seinem kraftvollen Antrieb, dem guten Fahrkomfort und seiner fixen Schnelllade-Funktion behauptet er trotzdem uneinholbar die Spitzenposition. Die eigentliche Überraschung in diesem Vergleich ist jedoch, dass sich der kleine E-Up als Zweiter platziert und der Focus den Vergleichstest knapp verliert: Der Ford ist im Leasing extrem teuer und verbraucht wegen seines hohen Gewichts relativ viel.
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Testwertung
3.5 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2013-12-21

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