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Testbericht

31. Oktober 2016
Im Grunde ist es doch immer dasselbe bei Elektroautos. Erst werden großspurig Reichweitenrekorde verkündet und dann folgt doch wieder die ernüchternde Suche nach Ladesäule, -karte, -kabel und einer Eisdiele in der Nähe. Das könnte sich jetzt allerdings ändern. Denn seit Juli ist der BMW i3 mit einem der größten Akkus der Elektroautoszene zu haben und soll nach NEFZ-Verbrauch auf stolze 300 Kilometer kommen. Dass der bei Elektroautos oft noch weniger mit der Realität gemein hat als bei Verbrennern, sind sich auch die Bayern bewusst und geben neben der Norm- auch eine Alltagsreichweite von 200 Kilometern an. Die hat der Viersitzer bei unserer sparsam und im EcoPro-Modus gefahrenen Elektrorunde sogar um 19 Kilometer überboten.

Nachrüsten möglich
Eine echte Ansage, denn zum einen liegt die weiterhin angebotene 60-Ah-Variante bei nur 200 NEFZ-Kilometern (ams-Messung: 151 Kilometer), zum anderen kommt die Konkurrenz um E-Golf, Leaf und Co. bislang auf maximal 250 Kilometer nach NEFZ. Eine verbesserte Zellchemie des Lithium-Ionen-Akkus, die die bisher nutzbaren 18,8 kWh in der 94-Ah-Variante auf 27 kWh steigert, macht die Reichweite beim i3 möglich. Abstriche, die der i3-Kunde für diese 30 Prozent machen muss, sind zum einen das Gewicht von 1.320 Kilo, zum anderen der Aufpreis von 1.200 Euro, sodass der Bayer mit großem Akku auf 36.150 Euro kommt. Wer seinen kleinen Akku jetzt gegen den großen tauschen will, muss jedoch tiefer in die Tasche greifen und rund 7.000 Euro zahlen.

Mehrgewicht nicht spürbar
Im Fahrbetrieb ist von den 50 Extrakilos nichts zu spüren. Auch wenn der i3 mit dem ausdauernderen Akku in 7,3 Sekunden auf 100 km/h spurtet und damit ein Zehntel langsamer ist. Ansonsten hat sich an den Leistungsdaten nichts verändert und der BMW i3 kommt weiterhin auf 170 PS und 250 Nm Drehmoment. Für die Landstraße reicht das allemal, für die Stadt sowieso. Nur auf der Autobahn kommt der Fahrer ab und zu ins Grübeln, denn der sonst so durchzugsstarke E-Motor riegelt bei 150 km/h recht rüde ab und lässt bei dreistelligen Tempi zudem die Restreichweite wie ein Vanilleeis in der Sonne schmelzen. Die macht auch dem i3 zu schaffen, seine serienmäßige Klimaautomatik kommt bei hochsommerlichen 33 Grad kaum hinterher, und so perlen nicht nur am Waffelhörnchen kleine Tröpfchen, sondern auch von der Stirn des Fahrers. Eine Ladepause mit einer Kugel Eis könnte da Abhilfe schaffen. Fast schade, dass die jetzt 70 Kilometer länger auf sich warten lässt.
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Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2016-10-31

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