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Testbericht

24. Januar 2014
Spötter sagen ja, viele führen nur Allrad, um steckengebliebene Front- oder Hecktriebler gönnerhaft aus dem Schnee zu ziehen, wenn die mal von der Bahn gerodelt sind. Eine angetriebene Achse, ein Satz Winterreifen, etwas Umsicht und zur Not Schneeketten reichten in Zeiten von ESP, Antriebsschlupfkontrolle und ähnlichen Helfern aus, um als Nicht-Bergbauer gut durch das Jahr zu kommen.

Mercedes E 250 CDI und BMW 525d Touring kombinieren alle Annehmlichkeiten Da ist natürlich was dran. Doch eisig-rutschige Garagenrampen am Morgen, nicht geräumte Seitenstraßen oder auch tief ausgefahrene Spurrillen auf der schneematschigen Autobahn verlieren durchaus an Schrecken, wenn die Kraft an alle viere weitergereicht wird. Nicht nur Allrad-Pionier Audi, sondern auch Mercedes und BMW tragen diesen Überlegungen schon lange Rechnung. Und die 4matic-Modelle der Mercedes E-Klasse oder die BMW 5er mit xDrive kommen dem Ideal des familientauglichen Alleskönners schon sehr nahe. Die zum Test geladenen Mercedes E 250 CDI und BMW 525d Touring kombinieren alle Annehmlichkeiten, die ein Kombi dieses Kalibers bietet, mit der Extra-Traktion durch Allrad und über 200PS bei Normverbräuchen unter sechs Litern. So düst man dann bei Bedarf mit 230km/h in den Winterurlaub und kommt auch dann locker ans Ziel, wenn das am Ende einer kurvenreichen, steilen Straße in den Bergen liegt. Wäre ja auch blöd, gerade auf den letzten Metern vorm Hotel liegen zu bleiben, weil zwei Antriebsräder doch mal überfordert sein können.

BMW 525d Touring xDrive mit Bergabfahrhilfe Am Steuer des 4matic-Mercedes oder des xDrive-BMW läuft es selbst auf schlüpfrigen Pisten entspannt. Elektronisch gesteuert verteilt der Münchener Allradler die Motorkraft sehr variabel auf die Achsen bis zum Extrem des reinen Vorder- oder Hinterradantriebs. Sein Stuttgarter Kollege belässt es bei einem variablen Split von maximal 30:70 oder 70:30; beide sorgen durch gezielten Radbremseingriff dazu für achsweise optimierten Kraftschluss. Nettes Detail am Rande: Der BMW 525d Touring xDrive verfügt sogar über eine sonst nur in SUV anzutreffende Bergabfahrhilfe, die ein vorgewähltes Tempo autonom einhält. Man kommt also sehr weit mit den zwei Tonnen schweren Kombis, die allerdings etwas träger wirken als ihre rein hinterradgetriebenen Pendants mit 70 (Mercedes) beziehungsweise 110 Kilo (BMW) Mindergewicht. Flott und sicher durch Kurven dirigieren lassen sie sich dennoch. Der Mercdes E 250 CDI T 4matic liegt wegen seiner weniger mitteilsamen Lenkung jedoch nicht ganz so angenehm in der Hand wie der BMW 525d Touring. Der setzt als xDrive auf eine hydraulische Lenkung, während die Standard-5er ein elektromechanisches System nutzen. Die Messfahrten untermauern die querdynamischen Talente der Allradler. Egal ob im Slalom, beim Wedeln oder in der Ausweichgasse: Die Schneekönige sind tendenziell schneller als zuvor gemessene, identisch bereifte Hecktriebler. Nur fallen beim BMW 525d Touring xDrive deutlichere ESP-Eingriffe auf als beim Mercedes E 250 CDI T 4matic, der beladen auch weniger untersteuert.

BMW 525d Touring bietet besseren Federungskomfot als der Mercedes E 250 CDI Im Federungskomfort ist der BMW 525d Touring xDrive dem Mercedes E 250 CDI überlegen − jedenfalls in der getesteten Konfiguration mit Dynamischer Dämpfer Control (1.300 Euro). Steht der kleine Wählschalter auf Comfort oder gar Comfort Plus, bügelt der BMW 5er Querfugen und andere kleine Nickeligkeiten viel besser aus als die Mercedes E-Klasse, deren 1.345 Euro teure Luftfederung Airmatic dafür Großes auf langen Wellen leistet. Auch beim Sitzkomfort geht der Punkt nach München: Die knapp 1.000 Euro teuren Sportsitze mit Lordosenstütze des BMW 525d Touring xDrive sind sehr komfortabel und stützen den Körper perfekt. Dieses Niveau erreichen die Aktiv-Multikontursitze des MercedesE 250 CDI T 4matic für 1.523 Euro nicht ganz, zumal die sich auf Wunsch blitzschnell aufblähenden Lehnenwangen zwar grimmigen Seitenhalt bieten, viele ihre Arbeit aber als störend, weil synthetisch empfinden. Doch die Mercedes E-Klasse hat ja andere bekannte Stärken – das Platzangebot etwa und das dank größerer Seitenscheiben luftigere Raumgefühl. Oder den XXL-Kofferraum, der schlicht eine Nummer größer ausfällt als der des BMW 5er. Dass der auch 80 Kilogramm weniger zuladen darf, kommt erschwerend hinzu.

Rund acht Liter reichen beiden Weniger groß fallen die Unterschiede im Antriebskapitel aus: Hier punktet der BMW-Vierzylinder mit etwas mehr Laufkultur, während der Mercedes mit wuchtigerem Antritt, leichtfüßigerem Hochdrehen und seinem etwas niedrigeren Testverbrauch (7,9 zu 8,1 L/100 km) gefällt. Ein Fest für die Ohren sind beide Motoren nicht, doch so unangenehm wie zu Beginn seiner Karriere klingt der Biturbo im Mercedes E 250 CDI nicht mehr. Dass dieser etwas schlechter beschleunigt als der BMW 525d Touring mit 14 Mehr-PS, interessiert nur am Stammtisch, während die 118 Kilometer größere Reichweite des BMW im Alltag schon relevant ist. Abhilfe für Mercedes-Kunden: den 59-Liter-Standardtank für 119 Euro gegen einen mit 80 Liter Volumen tauschen. Angesichts des strammen Preisniveaus der zwei Schneekönige kommt es darauf nun wirklich nicht mehr an. Immerhin erübrigt sich jedes Wort über Verarbeitung, Getriebequalität, Bedienung, Sicherheitsausstattung und Optionsangebot der beiden. Nix g’schwätzt isch genug g’lobt, sagt der Schwabe. Stimmt.
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Quelle: auto-motor-und-sport, 2014-01-24

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