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Testbericht

20. April 2013
Ihre Treffen haben eine gewisse Brisanz – beide beanspruchen die Krone der Edel-Kombis. Bei der letzten Konfrontation zog der Mercedes E 200 T gegen den BMW 520i Touring den Kürzeren: Mit seinem Serienfahrwerk hatte er keine Chance gegen den exzellenten Komfort-Agilitäts-Spagat der adaptiven BMW-Stoßdämpfer. Und der raue, träge Vierzylinder sah gegen das seidig drehende bayerische Triebwerk blass aus. Nun geht der modellgepflegte Mercedes E 200 T in die Revanche – mit aufmerksamer ansprechendem Luftfahrwerk und neuem Motor.Fast scheint es, als sei die Mercedes E-Klasse erst jetzt richtig fertig geworden. Seit ihrer Einführung 2009 musste sie wohl noch reifen. Im Rahmen des Facelifts wich nun der gewöhnungsbedürftige Hüftschwung am hinteren Kotflügel einer eleganten Geraden, und das kantige Vier-Augen-Gesicht ist nur noch subtil unter fließend-flächigen Scheinwerfer-Abdeckungen zu erkennen. Auf den ersten Blick wirkt der Innenraum im Mercedes E 200 T noch hochwertiger, obwohl die Umgestaltung eher dezent ausfällt: Geändert wurde der breite Dekorstreifen auf dem Armaturenbrett. Zudem glänzen die Lüftungsdüsen metallisch, und eine Uhr sorgt für analogen Flair. Damit zeigt die Mercedes E-Klasse wirklich unmissverständlich, dass sie ein echter Luxusliner unter den Kombis ist – und zieht in der Qualitäts-Anmutung mit dem BMW 5er Touring gleich. der Tür. Mercedes E 200 T mit deutlich mehr Laderaum Im Design dagegen trennen beide Welten. Dem traditionellen Oberklasse-Aussehen von Mercedes setzt BMW einen Web 2.0-Look entgegen. Hier wird die Moderne zitiert, zu sehen bei den Instrumenten. Gegen Aufpreis stellt ein multifunktionales Panel Tacho und Drehzahlmesser digital dar, und der 10,2-Zoll-Bildschirm liefert gestochen scharfe Abbildungen. Applikationen (Apps) für Apple-Mobilfunkgeräte lassen sich ebenfalls ins System integrieren, beschränkten Internet-Zugang gibt es auch. Keine Frage: Hier werden Technik-Begeisterte angesprochen, die immer und überall erreichbar sein wollen – etwa Business-Reisende mit gebührendem Budget. Lautet die Aufgaben-Beschreibung dabei eher rollender Lagerraum, dann ist allerdings die E-Klasse als T-Modell unschlagbar: Unter ihrem steilen Heck erstreckt sich eine Fläche von bis zu 1,10 mal zwei Meter oder in Ladevolumen ausgedrückt 1.950 Liter (BMW: 1.670). Der Charakter-Kombi schluckt und schleppt Lasten mit unerschütterlicher Souveränität – meistens geht bei umgeklappten Rücksitzen mehr hinein, als man zunächst dachte. Mercedes E-Klasse T-Modell gewinnt durch Luftfederung Das einzige Limit beim Beladen ist die Angst, den hochwertig ausgekleideten Stauraum zu beschädigen. Denn längst macht die Verarbeitungs-Sorgfalt bei den Premium-Herstellern nicht mehr im Innenraum halt. Die zweigeteilten Fondsitzlehnen klappen in beiden Kombis vorbildlich per Fernentriegelung und damit anstrengungsfrei vor. Ein doppelter Ladeboden, Verzurrösen sowie Taschenhaken sind jeweils serienmäßig. Der größte Unterschied zu vielen anderen Kombis mit großem Stauraum ist das ebenso prächtige Platzangebot für die Mitreisenden. Im BMW nehmen sie auf bequemen und vielfach verstellbaren, beheiz- und belüftbaren Ledersesseln Platz, die allerdings satten Aufpreis kosten. Die weniger stützenden Mercedes-Sitze können da nicht mithalten. Diesen Komfortnachteil gleicht die Mercedes E-Klasse allerdings mit ihrer (vorn optionalen) Luftfederung wieder aus. Gerade weil sie so perfekt arbeitet, dass kaum Unebenheiten durchdringen, wirkt das Mercedes T-Modell so beruhigend und entstressend auf den Fahrer – und löst damit den 5er als bisherigen Langstrecken-König der Klasse wieder ab. Mercedes E 200 T schlägt fahrdynamisch zu Ganz der Markentradition entsprechend verleitet der BMW eher zur Ideallinien-Suche. Mit der aufpreispflichtigen Hinterachslenkung schwingt er sich fast schon ungehörig quirlig den Berg hinauf. Doch im gleichen Zug, wie die Münchner in den letzten Jahren beim Thema adaptive Stoßdämpfer zu den Stuttgartern aufgeholt haben, schlagen diese beim sportlichen Fahrgefühl zurück. Im Testparcours wedelt das Mercedes E-Klasse T-Modell dem Touring sogar um die Ohren. Auch bei der Höchstgeschwindigkeit und den Bremswerten liegt er knapp vorn. Sein hohes und früh anliegendes Drehmoment lässt den Mercedes E 200 T kraftvoll loslegen und so entsteht nie der Eindruck, ein schwächlich motorisiertes Basismodell zu bewegen – zumal der Zweiliter-Vierzylinder bei Teillast entspannt vor sich hin schnurrt. Moderne Spartricks wie Bordnetz-Rekuperation und Start-Stopp-Technik nutzen übrigens beide Hersteller; ihrem Ruf entsprechend knausern die Schwaben allerdings einen Hauch effektiver. Und einen Hauch nur liegt am Ende der Mercedes E 200 T vorn. Seine Verbesserungen am Fahrwerk, sein neuer Motor und mehr Sicherheitsausstattung geben den Ausschlag – eine perfekte Modellpflege. Bleibt fraglich, wie lange der Vorsprung währt: Die Überarbeitung des 5ers steht praktisch vorder Tür.
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Quelle: auto-motor-und-sport, 2013-04-20

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