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Testbericht

18. August 2015
Nach dem ersten Vergleichstest mit dem VW Passat war es für die Kollegen Lingner und Renz völlig klar, dass der neue Superb "die anvisierte Konkurrenz vom Schlage eines Insignia, Mondeo oder i40 lässig einseift". Zunächst einmal wurde der große Skoda zwar vom Konzernbruder barbiert, aber in der Summe seiner Eigenschaften habe er die "goldene Silbermedaille" verdient. Mehr noch: Mit seinem feinen Design, dem luftigen Interieur und modernster Technik führt er sogar Premium-Jünger in Versuchung. Und so steigt neben dem günstigeren Ford Mondeo nun auch ein 10.000 Euro teurerer BMW 5er mit in den Ring.

BMW 520d setzt technische Highlights
Als 520d mit 190PS und Automatikgetriebe steht der BMW ab 45.150 Euro in der Preisliste, doch viele Extras heben den Wert des Testwagens auf rund 60.000 Euro. Heftig, stimmt, aber das Angebot der Möglichkeiten ist eben verführerisch reichhaltig, stets up to date und qualitativ spitze – von den perfekt ablesbaren Navi- und Head-up-Displays über das brillante LED-Licht bis hin zu Vierradlenkung oder Nachtsichtgerät. In puncto Innovationen wirkt Premium also immer noch als Schrittmacher, der Vorsprung bleibt erkennbar.Dagegen scheinen Raumökonomie und Variabilität weniger wichtig, auch Hinterradantrieb und längs eingebaute Motoren kosten innen Platz. So sind Normsitzraum und Gepäckabteil im BMW am kleinsten, ebenso die Ladeöffnung im klassischen Stufenheck. Selbst vorklappbare Rücksitzlehnen mit Durchreiche gibt es nur gegen Zuzahlung, während hochwertige Materialien und Verarbeitung sowie eine überzeugend einfache Bedienung zur 5er-Grundausstattung gehören.Ebenso wie das markentypische Fahrspaß-Versprechen, das der 520d speziell mit einer gefühlsechten, störfreien Lenkung und dem zart mitlenkenden Heck einlöst. Bessere Slalomzeiten oder mehr Fahrsicherheit bringt diese Auslegung jedoch nicht, zumal der BMW in diesem Umfeld mit 1.739 kg (leer) erneut der Schwerste ist und so gewichtig in der Hand liegt wie früher ein Mercedes. Allerdings federt er mit seinen serienmäßigen 17-Zoll-Rädern auch so gut, meistert im Comfort- Modus des Adaptivfahrwerks (1.300 Euro) selbst Holperpisten ruhig und ohne Ruppigkeiten.Akustische Störfeuer kommen unter Last eher vom runderneuerten Dieselmotor, der nun mal ein Vierzylinder bleibt und mit hohem Einspritzdruck arbeitet. Dafür entschädigt der Antrieb mit maßvollem Verbrauch (7,1 l/100 km), respektablen Fahrleistungen sowie der immer wieder begeisternden Wandlerautomatik, die unauffällig und treffsicher mit ihren acht Gängen jongliert. Oder können es die Rivalen besser, die mit Vorderradantrieb und Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe antreten?

Ford Mondeo mit entspanntem und pragmatischem Charakter
Der große Ford war ja schließlich mal eine Instanz in Sachen Dynamik – war, denn die größere, schwerere Neuauflage kurvt noch immer sicher, aber weniger zackig und stärker untersteuernd ums Eck. Zudem wirkt die Lenkung etwas synthetisch und stößig, während das Serienfahrwerk sanft wiegend und verblüffend geschmeidig über Unebenheiten hinweggeht. Dass der Ford Mondeo beim Komfort trotzdem zurückfällt, liegt an der unpraktischen Infotainment-Bedienung, der veralteten Kartendarstellung, der lückenhaften Komfort-Assistenz sowie den schmal geschnittenen Vordersitzen.Punkte sammelt der Mondeo dagegen mit seinen vehement zupackenden Bremsen und der umfangreichen Sicherheitsausstattung, wobei neben beheizbarer Frontscheibe, Spurhalteassistent und Verkehrszeichenerkennung (Serie) sogar Gurtairbags hinten geliefert werden (300 Euro). Auch an Platz und Variabilität im Innenraum herrscht kein Mangel, eher schon an Übersichtlichkeit, auf Anhieb ablesbaren Instrumenten sowie einem gehobenen Qualitätsgefühl – Tribut an die günstigen Preise.Die zehn PS weniger als bei den Rivalen wird man indes selbst im direkten Vergleich kaum vermissen, denn der Zweiliter-Turbodiesel mit 180PS geht ähnlich kräftig, kultiviert und sparsam (7,2 l/100 km) zur Sache. Und obwohl das Powershift-Getriebe bei forcierter Fahrt die Gänge etwas ruppig wechselt, passt dieser Antrieb gut zum entspannten, pragmatischen Charakter des Ford Mondeo. Aber visionär, wegweisend und genial, wie Ford ihn sieht – das ist er nicht.

Skoda Superb lässt es lieber gelassen angehen
Gleiches gilt für den Skoda, weil beide in Konzept, Format und Technik fast identisch sind. Und doch kommt nicht das Gleiche heraus, wie bereits ein Blick ins Interieur zeigt. Aus geringfügig weniger Radstand und Außenlänge holt der Superb den mit Abstand größten Innen- und Kofferraum dieser Klasse heraus, die Beinfreiheit hinten ist sogar oberklassig. Dazu gibt es Nettigkeiten wie Eiskratzer, Regenschirme in den Türen oder eine Fernentriegelung der Rücksitzlehnen, die sich per Zugtaste im Heck automatisch flach legen.Die Bedienung im optisch zurückhaltenden, klar gegliederten Cockpit gelingt intuitiv, die Grundfunktionen erschließen sich ebenso schnell wie das Infotainment via Touchscreen oder der Abstandstempomat mit separatem Hebel am Lenkrad. Selbst die breiten, straff gepolsterten Vordersitze laden zu entspanntem Reisen ein – im Gegensatz zum Fahrwerk, das trotz optionaler Adaptivdämpfer (910 Euro) auf Holperpisten auch akustisch etwas Unruhe verbreitet. Dabei lässt es der Superb ansonsten lieber gelassen angehen, verkneift sich sowohl beim Handling wie bei der Lenkung jede unnötige Zuspitzung. Die Bremsen könnten dagegen sehr wohl kräftiger zupacken, der stämmige, sparsame Dieselmotor leiser arbeiten, das passend abgestimmte Direktschaltgetriebe unter Last etwas weicher schalten. Kein perfektes Auto also, dieser Skoda Superb, aber eines, das konsequent die riesigen Möglichkeiten des VW-Konzernbaukastens und des Preisrahmens der Mittelklasse ausschöpft. Angesichts dieses stimmigen Gesamtpakets und des hohen Gegenwerts muss der nirgends herausragende Ford Mondeo die Waffen strecken, während sich der weit teurere BMW 5er vor allem beim Komfort profiliert. Die Goldmedaille hat sich diesmal aber wirklich der Skoda verdient.
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Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2015-08-18

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