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Testbericht

22. Dezember 2008

So viel vorweg: Bei den Lesern von auto motor und sport hat er einen Stein im Brett. Schon bei der Leserwahl 2005 schaffte es der damals brandneue BMW Dreier auf Anhieb aufs Siegerpodest in der Kategorie Mittelklasse. Und dass dieser Erfolg keine Einjahresfliege war, bestätigte sich dann 2006, als die Titelverteidigung mühelos und mit einem noch gesteigerten Stimmenanteil gelang. Auch die Kombi-Variante Touring, die der Limousine ein halbes Jahr später folgte, erfreute sich unter den Kunden in Deutschland schnell eines großen Zuspruchs, so dass sie sich inzwischen mit einem Verkaufsanteil von rund 40 Prozent zum gefragtesten Modell der Dreier-Baureihe entwickelt hat.

Auch beim Dauertestwagen, der am 6. September 2006 zum 100 000-Kilometer- Marathon bei auto motor und sport antrat, entschied sich die Redaktion für den Touring. Und für den Allradantrieb x-Drive, den BMW als Option für die leistungsstärkeren Modelle gegen 2500 Euro Aufpreis bereithält. Der Grundpreis von 38 500 Euro zu Testbeginn erklomm damit bereits die 41 000er-Marke. Für den, der es sich leisten will, ist das aber erst der Start zur verführerischen Reise durch die Aufpreisliste: Extras wie zum Beispiel Navigationssystem, elektrisch verstellbare Ledersitze mit Sitzheizung, Panoramadach, Standheizung, adaptives Xenon-Kurvenlicht sowie Tempomat plus Radar- Abstandsregelung hieven den Testwagenpreis mühelos auf 59 100 Euro. Und zum Dauertest-Abschluss wäre er sogar 3270 Euro höher gewesen. Ein günstiges Auto ist der 330xi Touring also beileibe nicht. Entsprechend sind auch die Erwartungen an eine Premium- Qualität. Und da ist der optische Eindruck ein wichtiges Kriterium. Bei der Materialanmutung im Innenraum machte sich zunächst einmal Ernüchterung breit, wie die ersten Einträge im Dauertest-Protokoll zeigen – zumindest beim Vergleich mit dem Vorgängermodell. Das deckt sich dann auch mit der Meinung etlicher enttäuschter Leser, die darüber klagen, dass schon bald Klapper- und Knistergeräusche das reine Fahrvergnügen stören. Ein besonders neuralgischer Punkt ist hier offenbar das Panoramadach. Kritische Anmerkungen der Tester kommen bald auch aus einer Richtung , aus der man dies zunächst nicht vermutet hätte: Der Dreiliter-Benziner erweist sich zwar als drehfreudig und akustisch ausgesprochen kultiviert, doch die Kritik an seiner Durchzugsschwäche zieht sich wie ein roter Faden durch die Eintragungen. Vor allem im unteren Drehzahlbereich erfüllt er nicht die Erwartungen an einen 258 PS starken Dreiliter-Motor. Zudem macht sich ein unangenehmer Bonanza-Effekt beim Anfahren bemerkbar, wie Redakteur Christian Bangemann konstatiert. Die Gesamtbilanz bleibt unterm Strich aber dennoch positiv, zumal sich Fahrleistungen und Elastizität des Benziners im Verlauf des Dauertests sogar verbesserten.

Anders sieht es bei der Schaltung des Sechsganggetriebes aus. Von Anfang an wird sie als zu schwergängig und hakelig kritisiert, ein Manko, das auch in Leserberichten immer wieder aufscheint. "Ein Ärgernis ist das knorpelige Sechsganggetriebe, bei dem sich mitunter der erste Gang nur unter Protest einlegen lässt", schreibt zum Beispiel Sven Große-Ausber aus Oelde. In der Werkstatt erntete er nur Achselzucken, und auch beim auto motor und sport-Dauertestwagen konnte die Werkstatt nicht für entscheidende Verbesserung sorgen. Ein metallisches Reiben, das sich beim Schalten allmählich verstärkte, wurde im Zuge der Inspektion bei Kilometer 70 386 allerdings durch Einfetten der Schaltwelle wirksam eingedämmt. Abgesehen vom vorgesehenen Ölwechsel, durchgeführt bei Kilometerstand 24 145, blieben dem 330xi im ersten Testjahr zusätzliche Werkstattaufenthalte erspart. Gut 47 000 Kilometer absolvierte er ohne außergewöhnliche Vorkommnisse – bis auf eine Ausnahme: Bereits Wochen zuvor hatte das Zentraldisplay zeitweilig auf eine Störung im Notrufsystem hingewiesen – nicht nur eine Laune der Elektronik, sondern ein Defekt der Telematik- Einheit, wie sich schließlich erweisen sollte. Als Garantiefall im Rahmen der Inspektion wurde sie dann ausgetauscht.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2008-12-22

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