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Testbericht

22. August 2013
Gibt es Fahrspaß ohne Reue beim Tanken? Eine frühe Antwort auf diese Frage lautete VW Golf GTD. Doch erfolgreiche Konzepte bleiben nicht lange alleine. Mit derselben Motivation und heute identischen Leistungsdaten trifft nun der heckgetriebene BMW 120d auf die jüngste Generation des Wolfsburger Öl-Renners. Während BMW beim Zweiliter-Diesel auf Twin-Power-Turboaufladung setzt, hält der neuentwickelte Diesel des VW Golf GTD mit VTG-Lader, variablem Ventiltrieb und einem ins Saugrohr integrierten Ladeluftkühler dagegen. Auch Euro 6 kann er schon: NOX-Speicherkat samt Partikelfilter sind Serie, bei BMW kostet die bessere Abgasreinigung 1.190 Euro extra.

VW Golf GTD souverän auf der Landstraße Alternativ zur Sechsgang-Handschaltung gibt es für den VW Golf GTD ein Sechsgang-DSG zu 1.925 Euro, der BMW kommt wahlweise mit Achtgang-Automatik zu 2.100 Euro. Und weil für den Test kein 120d mit Schaltgetriebe verfügbar war, machen wir die Not zur Tugend und stellen in diesem Fall den BMW-Automaten gegen den VW-Handschalter. Der Aufpreis zum Basis-120 d lohnt sich, denn im Comfort-Modus sind die Gangwechsel kaum spürbar, im Sport-Modus auch mal knackig-schnell mit gewolltem Schaltruck eingerastet, das geht kaum besser. Zudem kaschiert das Wandlergetriebe mit enger Abstufung das schmalere Drehmomentplateau des BMW. Nochmals spontaner und druckvoller stürmt der VW Golf GTD schon ab 1.500 Touren voran, dreht frei von Zugkraftschwankungen und begleitet mit sonorem Sound bis 4.500/min, um dann die Leistung sanft versiegen zu lassen. Otto-Abregelung nennen das die Wolfsburger Ingenieure. Wer früher schaltet und effizient auf der von 1.750 bis 3.250 Touren reichenden 380-Nm-Welle surft, fährt jedoch sparsamer. Während der BMW mit deutlich niedrigerem Drehzahlniveau und unmerklichen Schaltvorgängen auf der Autobahn Souveränitäts-Punkte sammelt, begeistert der VW Golf GTD vor allem auf winkligen Landstraßen. Sein Fahrwerk überzeugt durch sensibles Anfedern bei kleineren Stößen, ohne die Federungs- und Dämpfungsaufgaben bei größeren Schlägen und Wellen zu vernachlässigen. Mit geringer Seitenneigung und ausgesprochen ruhiger Karosserielage wuselt der VW Golf GTD um die Ecken. Untersteuerneigung oder unerwartete Lastwechselreaktionen? Fehlanzeige. Die variabel verzahnte Progressivlenkung des VW Golf GTD erlaubt zielgenaues Handling und wird erst mit zunehmendem Einschlag direkter. So nervt sie nicht bei Autobahnfahrt mit permanenter Unruhe um die Mittellage.

BMW 1er wirkt nervöser Etwas weniger entspannt tänzelt der BMW durch die Kurven, lässt sich von einseitigen Unebenheiten eher zum Wanken anregen. Auch die Lenkung des mit vergleichsweise schlanken 205/55 R 16 bereiften Testwagens wirkt weniger direkt. Aus spürbar längeren Federwegen generiert er den besseren Komfort, neigt aber in Comfort plus-Stellung des DDC-Fahrwerks zu einem etwas nachschwingenden Heck. Steht der Schalter auf Sport, ist das bei BMW auch so gemeint: Dann ist die Abstimmung straff und ehrlich. Unser VW Golf GTD hat ebenfalls optionale Adaptivdämpfer, die per Tastendruck in den Sport-Modus wechseln, aber trotz deutlich höherer Dämpfungsraten harte Querfugen und Stöße von den Insassen fernhalten. Das Setup der Dämpfer kann zusammen mit der Lenkreaktion, der Gasannahme und dem per Sound-Aktuator in den Innenraum geleiteten Motorsound individuell konfiguriert und ausgewählt werden. Große Tastflächen am riesigen Touchscreen machen das selbst während der Fahrt einfach.

VW Golf GTD punktet über Ausstattung und Preis Bis hierhin ist die Sache ausgeglichen – zwei Autos, zwei Charaktere: Der VW Golf GTD mimt den flotten Kurvenräuber, der BMW profitiert von seiner feinen Automatik und glänzt mit Gran-Turismo-Qualitäten. Bei nur wenig Mehrverbrauch bietet der 120 d viel Freude am Fahren. Doch im Ausstattungsvergleich wird es für den 1er eng: Der VW Golf GTD kommt ab 29.700 Euro schon mit 17- Zoll-Alurädern, beheizten Sportsitzen mit reichlich Seitenhalt, Leder-Sportlenkrad, Xenon-Scheinwerfern, Parkpiepsern und vielem mehr. Bei vergleichbarem Grundpreis wäre ein ähnlich ausgestatteter 120d ohne Automatik und Euro-6-Zertifizierung – mindestens 5.000 Euro teurer. Dazu sammelt der VW Golf GTD mit hochwertigeren Materialien und besserer Verarbeitung Punkte im Qualitätseindruck, wirkt steifer und bietet nicht zuletzt mehr Platz im Innenraum. So war der VW Golf GTD, 1982 der Vorreiter unter den Power-Dieseln, nicht nur als Erster am Start, sondern in seiner jüngsten Ausgabe auch als Erster im Ziel.
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Quelle: auto-motor-und-sport, 2013-08-22

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