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Testbericht

2. Januar 2009

Es kommt doch auf die Größe an. Die ausgewachsenen Geländewagen befinden sich im Rückwärtsgang, seit der Begriff Kraftstoffverbrauch zu den unanständigen Wörtern zählt. Eine Stufe darunter scheint die Käufer-Liebe zum Allrad-SUV noch ungebrochen - im Premium-Segment sowieso, in dem die Kundschaft nicht mit jedem Euro rechnen muss. Auf gleicher Spur Der BMW X3 hat die Erwartungen seines Herstellers bereits zur Zufriedenheit erfüllt. Die Nobel-Konkurrenten Mercedes und Audi folgen deshalb mit GLK und Q5 auf der gleichen Spur. Die Zielvorgaben sind markentypisch unterschiedlich. Audi betont wie das Vorbild BMW die sportliche Dynamik, während bei Mercedes das neue Mitglied nicht nur mit dem Kürzel GLK zeigt, dass es eine Miniaturausgabe des mächtigen GL sein will. Das bedeutet, dass hier ein kantiger Charakterkopf entstanden ist, den man nicht auf Anhieb schön finden muss. Aber das eigenwillige Styling mit der ungewöhnlich steil stehenden Frontscheibe sorgt zumindest dafür, dass der GLK unverwechselbar auftritt. Der Audi versucht, jedermanns Liebling zu sein. Er sieht gut aus, provoziert aber keine Geschmacksdiskussionen. Wie der BMW, wobei das auch daran liegt, dass man sich an ihn längst gewöhnt hat. Der praktische Nutzwert, auf den sich SUV-Käufer oft berufen, ist ähnlich hoch. Der BMW wirkt optisch eine Spur kompakter als seine Konkurrenten - auch im Innenraum, was aber nichts an dem gemeinsamen Merkmal aller drei ändert, dass vier Personen komfortabel Platz haben und es mit fünfen eng wird.

Wohlfühlfaktor setzt noch eins drauf Platz für das Gepäck gibt es ebenfalls reichlich. Der Mercedes bietet zusätzlich zum normalen Kofferraum noch ein großes Fach unter dem Boden sowie den Vorteil, dass beim Umklappen der Rücksitzlehne eine ebene Fläche entsteht. Audi und BMW sind da nicht ganz so ladefreundlich. Hohe Verarbeitungsqualität darf man angesichts der Markennamen und der Respekt gebietenden Preise bei allen erwarten, wobei der Audi beim Wohlfühlfaktor noch eins draufsetzt. BMW und Mercedes erfreuen das nach edlen Materialien suchende Auge weniger und zeigen von schwarzem Kunststoff geprägte Schlichtheit. Im Mercedes dominiert Funktionalität. Das Schema seiner Bedienung ist besonders logisch aufgebaut und macht auch Novizen keine Probleme. Audis MMI-System ist da eine Generation zurück, und der BMW-Testwagen, obwohl nur mit einer Schlichtversion ohne Bildschirm ausgerüstet, schickt den Fahrer am ehesten auf Irrwege. Da zeigt sich, wie schnell der Fortschritt auf diesem Gebiet unterwegs ist. Zu spüren aber ist er auch anderswo. Der schon viel gelobte BMW-Diesel glänzt zwar immer noch mit den besten Fahrleistungen und dem niedrigsten Verbrauch, aber er präsentiert sich im jüngsten Vergleich als rauer Bursche, dessen Dieselgeräusch allgegenwärtig bleibt. Die Audi-Maschine hat viel dazugelernt. Modernisierte Einspritztechnik verhilft ihr zu einem ruhigen Lauf, allerdings liegt der Verbrauch deutlich höher als beim X3. Der GLK verbraucht soviel wie der Q5. Das verwundert, denn schließlich sitzt hier die jüngste Diesel-Entwicklung mit zwei Turboladern unter der Haube.

Getriebe gehört zu den Besten In Ansprechverhalten und Laufkultur ist der Mercedes-Motor spitze, aber der Schriftzug Blue Efficiency auf den vorderen Kotflügeln weckt Erwartungen, die nicht erfüllt werden. Warum? Der Mercedes ist nicht nur der schwerste der Vergleichskonkurrenten, er ist auch der einzige, den es nur mit automatischem Getriebe gibt. Über die Qualitäten des Siebengang-Aggregats muss man nicht mehr viele Worte verlieren. Mit seiner höchst unauffälligen Arbeitsweise gehört es zum Besten, was es auf diesem Gebiet gibt. Die Sechsgang- Schaltungen von BMW und Audi fallen allerdings ebenfalls durch Perfektion auf. Die Schalthebel flutschen wie von selbst durch die Gassen, weshalb der zusätzliche Bedienungsaufwand mehr Vergnügen als Belästigung darstellt. Gleiche Punktzahl also für alle, denn die Entscheidung wird letztlich vom Hersteller diktiert.

Fahrerorientierte und dynamische Autos Der Audi Q5 kommt mit automatischem Getriebe erst im nächsten Jahr auf den Mark, allein BMW lässt dem Kunden die Wahl zwischen sportlicher oder komfortabler Kraftübertragung. Wichtig ist die Harmonie des Ganzen. Zum BMW passt die Handschaltung ebenso gut wie zum Audi, denn beide sind fahrerorientierte, dynamische Autos, die sich fast so behände und präzise fahren wie sportliche Limousinen. Mit ihnen um Kurven zu wedeln, ist ein Vergnügen. Aber alles hat seinen Preis, das zeigt sich auf schlechten Straßen. Vor allem die Federung des BMW ist schnell überfordert, kleine Unebenheiten werden kaum gefiltert, lange Bodenwellen führen zu abrupten Vertikalbewegungen der Karosserie. Audi hat den Spagat zwischen Komfort und Fahrverhalten besser im Griff. Der Q5 wirkt straff, aber nicht unkomfortabel. Jedenfalls so lange nicht, bis man im Mercedes Platz nimmt. Da wird dann deutlich, was federn heißt. Der GLK schluckt Unebenheiten aller Art geschmeidig weg. Davon profitieren vor allem die Passagiere auf der Rücksitzbank, die sich nicht wie der Fahrer den fahrdynamischen Spaß- Ausgleich holen können. Im Mercedes reisen sie kommod, im Audi und mehr noch im BMW sind sie nicht nur unterwegs, sondern auch in Bewegung. Der Mercedes zeigt sich dafür im Handling und Lenkverhalten etwas behäbiger, auch das Wanken der Karosserie bei betont zügiger Kurvenfahrt ist stärker ausgeprägt. Mit der Fahrsicherheit hat das nichts zu tun, zumal er wie seine Konkurrenten über ein sehr gut abgestimmtes, wohl dosiert eingreifendes ESP verfügt. Es ist allein eine Sache des Fahrgefühls, das sich auch exakter Messung entzieht. Denn bei den Fahrversuchen bewegt sich der Mercedes auf ähnlich hohem Niveau wie die sportlicher geprägten Konkurrenz-Modelle. Das Alter spielt eine Rolle Auch im Bremsverhalten gibt es keine großen Unterschiede. Aus Tempo 160 steht der Q5 aber deutlich schneller. Damit ist das Ergebnis vorgezeichnet. Im Vergleichstest mit seiner Bewertung aller Aspekte hat nicht die Nase vorn, wer in einzelnen Disziplinen eine glanzvolle Vorstellung gibt, sondern jener, der sich keine nennenswerte Schwäche leistet. Platz eins also für den Mercedes, Platz zwei für den Audi, wobei der geringe Punktunterschied zeigt, dass hier von zwei Autos ähnlich hoher Qualität die Rede ist. Der BMW kommt da nicht mehr ganz mit. In diesem Fall spielt das Alter eben doch eine Rolle.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2009-01-02

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