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Testbericht

8. August 2008

Dass der Verzicht auf äußere Größe kein Verlust sein muss, wird schon beim Entern des Q5 klar. Allerdings steigt man nicht wirklich auf, sondern trotz 20 Zentimeter Bodenfreiheit und SUV-typischer Sitzposition eine halbe Etage höher, hinein - fast wie in eine Limousine. Und weil die nahezu coupéhafte Profillinie die 1,65 Meter Höhe optisch geschickt kaschiert, erlebt man ein unerwartet großzügiges Raumgefühl. Selbst lang gewachsenen Sitzriesen bleibt genügend Kopffreiheit - vorn sowieso, aber selbst im Fond. Auch wer den Premium-Anspruch am Interieur misst, wird keineswegs enttäuscht. Schon in der Grundausstattung wirken die Materialien hochwertig, die Verarbeitung stimmig.

Bei aller Noblesse will der Q5 aber weniger Gentleman als vielmehr eleganter Sportler sein, was sich spätestens beim Fahren erschließt. Natürlich ist der permanente Quattro-Allradantrieb an Bord, der mit einem Kräfteverhältnis von 40:60 zwischen Vorder- und Hinterachse heckbetont ausgelegt wurde. Das prädestiniert den Kompakt-SUV selbst für eine sportliche Gangart, bei der er sich erfreulich gutmütig zeigt. Kritische Situationen bereinigt mitunter bereits das Mittendifferenzial durch Momentenverschiebung - ohne Bremseneingriff des ESP, das ebenfalls an Bord ist. Dem hat Audi übrigens eine schöne Zusatzfunktion mitgegeben, denn Sensoren in der serienmäßigen, fugenlosen Dachreling erkennen, ob eine zusätzliche Dachlast montiert und damit der Schwerpunkt verschoben wurde. Entsprechend früher greift ESP dann im Grenzbereich ein.

Insgesamt ist es Audi sehr wohl gelungen, die unterschiedlichen Erwartungen von Straßen- wie auch Offroad-Enthusiasten unter einen Hut zu bringen. Dabei hilft natürlich die adaptive Dämpferregelung, die als Baustein mit dem ebenfalls optionalen Audi drive select zu kombinieren ist, ebenso wie die Dynamiklenkung, die den Lenkaufwand bei sehr sportlichen Manövern spürbar, jedoch nicht aufdringlich minimiert. Ein hübsches, 2.400 Euro teures Paket, das man sich aber getrost sparen kann, wenn man sich vorwiegend auf befestigten Straßen in bürgerlicher Gangart bewegt.

Optional: Offroad- oder S-Line-Paket

Wer sich jedoch partout zur Sport- oder zur Gelände-Fraktion bekennen will, dem bietet Audi gegen Aufpreis verschiedene "S line"-Pakete oder ein "Offroad"-Paket, Letzteres unter anderem mit Edelstahl-Unterfahrschutz und 19-Zoll-Rädern für eine weitere optische Individualisierung. Unter den zahlreichen Technik-Bonbons ist das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe mit Namen S tronic das Highlight, das allerdings nur für 3.0 TDI und 2.0 TFSI zu haben ist. Sowohl als Automatik oder manuell über Schaltwippen genutzt, überzeugt sie durch lineare Beschleunigung dank nahezu ruckfreier Schaltübergänge.

Erst wenn man im drive select-Programm die Dynamic-Version wählt, leidet der Komfort zugunsten einiger wohl eher unbedeutender Beschleunigungs- Zehntel. Doch auch mit dem Basis-Motor, dem 2.0 TDI und Sechsgang-Schaltgetriebe, mangelt es dem Q5 keineswegs an Sportlichkeit. Obwohl er erst jenseits von 2.000/min richtig erwacht, zeigt sich der durchzugsstarke Common Rail-Diesel von seiner besten Seite. Das Erstaunlichste dabei ist seine kultivierte Gangart, die in nichts mehr an den raubeinigen Pumpedüse-Vorgänger erinnert.

Normverbrauch von 6,7 Liter auf 100 km

Mögliche Zweifel, ob 2.0 TDI und Premium vereinbar sind, lassen sich also ohne Weiteres zerstreuen, zumal ein Normverbrauch von 6,7 Liter auf 100 km gut in die Zeit passt. Zusätzlich zum Startangebot will Audi die Motorenpalette 2009 noch mit dem 270 PS starken 3.2 FSI krönen. Ohnehin sind Sportlichkeit und Praxisnutzen beim Q5 kein Widerspruch. Dafür steht ein Gepäckraum, der sich stufenweise von 540 bis auf 1.560 Liter erweitern lässt, eine nur 69 Zentimeter hohe Ladekante, ein zusätzliches Staufach unter dem Laderaumboden und vor allem die um zehn Zentimeter verschiebbare Rückbank. Und weil der Beifahrersitz bis auf Höhe der Ladeebene flachgelegt werden kann, stellen selbst Surfbretter oder Leitern kein Transportproblem dar.

In seiner Klasse hat Audi die Messlatte mit dem Q5 hoch angesetzt. Das gilt auch für die selbstbewusste Preisgestaltung, die bei entsprechender Ausstattung einer nach oben offenen Skala gleicht. Neben Optik-, Technik- und Komfortpaketen lassen sich aufwendige Assistenzsysteme ordern, die in dieser Klasse nicht selbstverständlich sind - zum Beispiel Spurwechsel- oder Spurhalte-Assistent, Abstandsradar mit Bremseingriff, optische und akustische Einparkhilfen und vieles mehr. So lässt sich der Preis des Q5 spielend um 10.000 bis 15.000 Euro steigern. Aber das dürfte ja ganz im Sinne des Premium-Anspruchs eines Rupert Stadler sein.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2008-08-08

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