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Testbericht

12. Januar 2019

So genau weiß man es ja nicht, weshalb sich SUV in allen Automobilklassen stetig steigenden Käuferzuspruchs erfreuen. Zu den wenigen Gewissheiten zählt: SUV machen rund ein Viertel aller Neuzulassungen aus, und drei Viertel dieser SUV werden quer durch alle Klassen von Männern gekauft.Da gehört eine leichte Macho-Attitüde beim Design also dazu, am deutlichsten trägt sie der Audi Q3 zur Schau. Er ist schließlich das neueste Auto des Trios. Der 2017 präsentierte Volvo XC40 tritt etwas zurückhaltender auf. Am unauffälligsten wirkt der Mercedes GLA, was freilich auch an seinem kompakteren Format liegt.Zum ersten Vergleichstest in auto motor und sport kommt der Q3 als 35 TFSI mit 1,5-Liter-Benziner, 150 PS und Vorderradantrieb. Viele Alternativen bot die Q3-Preisliste zum Marktstart ohnehin nicht, denn neben dem 35 TFSI mit Schaltgetriebe gab‘s mangels WLTP-Zertifizierung nur den 35 TDI mit gleicher Leistung. Inzwischen sind noch zwei Benziner und ein Diesel dazugekommen.Der Volvo XC40 ist als T3 mit dem 156 PS starken Dreizylinder-Benziner nur mit Sechsgang-Schaltgetriebe zu haben. Zwei stärkere Benziner sowie zwei Diesel bietet die XC40-Preisliste außerdem. Noch etwas größer ist die Auswahl beim Mercedes GLA, es gibt ihn mit Benzinern und Dieselantrieben von 122 bis 381 PS. Der 200 leistet 156 PS, kommt serienmäßig mit Schaltgetriebe, ist im Falle des Testwagens allerdings mit dem optionalen Doppelkupplungsgetriebe (7G-DCT, 2.049 Euro) ausgerüstet.

GLA 200: Ausgewogener Mercedes
Damit kostet der GLA mindestens 34.332 Euro, was zwar klassenüblich ist, aber mit einer recht dürftigen Serienausstattung einhergeht – beispielsweise mit Halogenscheinwerfern. Das ist nicht mehr zeitgemäß, zumal in diesem Vergleich Audi und Volvo mit serienmäßigem LED-Licht glänzen.Überhaupt ist die Mercedes-Baureihe ein Beleg dafür, wie schnell- lebig das Autogeschäft geworden ist. Obwohl der SUV-Ableger der A-Klasse vor kaum fünf Jahren präsentiert wurde, wirkt er zum Teil bereits veraltet. Design, Interieur, Bedienung – alles hat einen leicht gestrigen Touch, zumal dann, wenn man die neue A-Klasse kennt.Sachlich kann man dem GLA indes nicht viel vorwerfen. Okay, das Raumangebot ist wenig überzeugend, in beiden Sitzreihen geht es deutlich enger zu als bei der Konkurrenz. Vor allem die Kopffreiheit ist spärlich, und neben dem Volumen des Kofferraums fällt auch der Zugang über die enge Heckklappe reichlich knapp aus. Zudem gilt es, beim Zustieg nach hinten durch die kleinen Türen den Kopf einzuziehen.Am Raumangebot kann es also nicht liegen, dass sich auf dem deutschen Markt alljährlich zwischen 15.000 und 20.000 Käufer für den kleinen Mercedes-SUV entscheiden. Der GLA 200 hat andere Vorzüge – etwa den sehr kultivierten, unaufgeregten Antrieb. Der 1,6-Liter-Vierzylinder aus der Motorenfamilie M 270 leistet zwar nichts Spektakuläres, hängt jedoch feinfühlig am Gas, läuft geschmeidig und ermöglicht so ganz nebenbei die besten Fahrleistungen in dieser Runde.Das weich und aufmerksam schaltende Doppelkupplungsgetriebe trägt zum angenehmen Eindruck des Triebwerks nicht unerheblich bei, der Wunsch nach manueller Betätigung kommt so gut wie nie auf.Gute Fahreigenschaften, sicheres und neutrales Kurvenverhalten sowie eine fein austarierte Lenkung vervollständigen hier den Eindruck eines rundum harmonischen Kompakt-wagens, der allerdings insgesamt wenig SUV-haft daherkommt. Ohne die Schwächen beim Raumangebot und mit etwas besseren Bremsen wäre der GLA weiter vorn gelandet.




XC40: Wohnlicher Volvo
Womöglich vor dem XC40, der ja hier mit einem Dreizylinder-Benziner und Schaltgetriebe antritt. Das macht ihn freilich nicht spürbar billiger: Die Basisversion des XC40 kostet mindestens 32.050 Euro, die hier getestete Momentum-Ausstattung gar ab 34.250 Euro. Allerdings kommt er so mit einem recht umfangreichen Assistenz- und Ausstattungspaket. City-Safety-System und aktiver Spurhalteassistent sind immer mit dabei, des Weiteren volldigitale Instrumente, Klimaautomatik und Infotainment mit Touchscreen.Und beim Motor kommt es ja letztlich darauf an, wie er sich schlägt, ganz gleich, wie viele Zylinder dabei zünden. Das nämlich macht der T3-Antrieb recht ordentlich. Laufkultur und Geräuscheindruck verraten ebenso wenig wie die Fahrleistungen, dass er mit einem Zylinder weniger arbeitet. Nur bei schneller Landstraßenfahrt mangelt es etwas an Druck im unteren Drehzahlbereich.Während bei den anderen Kandidaten die Doppelkupplungsgetriebe mit raschen Gangwechseln diese Schwäche der Downsizing-Turbobenziner überspielen, muss der Fahrer im Volvo das Schaltgetriebe bemühen. Das geht zwar fix und recht exakt, doch die Schaltwege sind lang, und die weit außen liegende Gasse des Rückwärtsgangs stört etwas beim Rangieren.Aber das ändert insgesamt wenig am Wohlfühl-Flair des Volvo. Das bekommen die Schweden traditionell gut hin, der kleine XC40 macht da keine Ausnahme. Die Insassen fühlen sich geborgen, nicht zuletzt wegen der guten Sitze und dem wohnlich möblierten Interieur. Auch an den Fahreigenschaften und am Federungskomfort gibt es bis auf gelegentliche Wankbewegungen wenig zu mäkeln, obwohl der Testwagen ohne die optionalen Adaptivdämpfer (840 Euro) auskommen muss. So landet der XC40 am Ende nur recht knapp geschlagen auf Platz zwei.




Q3 : Geräumiger Audi
Eine saubere Punktlandung also für den neuen Kompakt-SUV von Audi? Nicht ganz. Denn zunächst einmal ist der Q3 der teuerste Wagen in diesem Vergleich, kostet mit dem Basisbenziner mindestens 33.700 Euro. Mit S tronic und der Advanced-Ausstattung sind es bereits 37.000 Euro.Viel Geld für ein Auto, das im weitesten Sinne zur Golf-Klasse gehört, zumal der Testwagen mit all den eingebauten Sonderausstattungen weit über 50.000 Euro kostet. Doch das ist bei den beiden Konkurrenten nicht viel anders, und für den hohen Preis hat der Q3 tatsächlich einiges zu bieten. Etwa das sehr gute Raumangebot, ein Merkmal, das er mit seinen MQB-Brüdern aus dem VW-Konzern gemeinsam hat. Sowohl vorn als auch im Fond geht es deutlich luftiger zu als in XC40 oder gar GLA.Zudem bietet er viel mehr Platz für Gepäck, der Maximalwert von 1.525 Litern hat schon Mittelklasse-Format. Dabei ist er äußerlich nur wenig größer als der Mercedes oder der Volvo: Alle drei Kompakt-SUV sind knapp unter 4,5 Meter lang, der Q3 muss sogar mit dem kürzesten Radstand auskommen.

Sicherheit: Q3 mit Topbremsen
Allerdings ist er nicht nur geräumig, sondern auch komfortabel und gut bedienbar. Der Umgang mit Touchscreen, Direktwahl- und Lenkradtas-ten gelingt im kleineren Q3 etwas besser als in vielen größeren Modellen der Marke. Und obwohl der Testwagen ebenfalls ohne Adaptivfahrwerk auskommen muss, federt er zwar straff, aber nicht unangenehm polterig. Die 1.180 Euro Aufpreis für die Verstelldämpfer sind also auch hier verzichtbar.Eine deutlich sinnvollere Investition dürfte das LED-Matrixlicht für 1.590 Euro sein. Es leuchtet hell und situationsangepasst, breit und weit auf der Landstraße sowie mit sensibel agierender Fernlichtfunktion – ein echtes Oberklasse-Licht.Für den Antrieb gilt das mit der Oberklasse nicht uneingeschränkt. Zum Einsatz kommt in diesem Fall der Konzernmotor EA 211 evo mit 150 PS und 250 Nm Drehmoment, der trotz seines etwas geringeren Testverbrauchs (8,4 l/100 km) den hohen Erwartungen nicht ganz gerecht wird. Der Vierzylinder reagiert mit deutlicher Verzögerung auf Gasbefehle und nervt mit Konstantfahr-Ruckeleien. Dazu schaltet die S tronic reichlich träge. Und weil der Q3 immerhin 96 kg mehr als der Mercedes auf die Waage bringt, sind die Fahrleistungen eher durchschnittlich. Allerdings ist der XC40 noch etwas behäbiger.Auf der Höhe der Zeit zeigt sich der Audi dagegen beim Thema Sicherheit: Er bremst mit Abstand am besten und hat eine ähnlich umfangreiche Sicherheitsausstattung an Bord wie der Volvo. Allerdings verfügt der Q3 über ein schreckhaftes ESP, das ihm zwar zu einem sehr sicheren, aber wenig dynamischen Fahrverhalten verhilft. Der Audi wirkt kühl, sicher, distanziert – wie ein Vergleichstest-Sieger eben.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2019-01-12

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