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Testbericht

15. Mai 2010

Coupés müssen vor allem eines sein: schön. Diese Anforderung erfüllt der neue Renault glänzend. Vor allem seine Heckpartie weckt Begeisterung - mit lang und sanft abfallendem Rücken, tropfenförmig eingezogenen Dachausläufern, kleiner Heckscheibe und wuchtigen Kotflügeln weckt sie Assoziationen an die edlen Aston Martin-Sportwagen . Schönheit hat aber auch ihren Preis. Im Renault Laguna Coupé leidet der Fahrer beispielsweise unter der schlechten Übersichtlichkeit speziell nach schräg hinten.

Schwarzer Peter für Fondpassagiere in den Coupés von Renault, BMW und Audi Geht es zu viert auf Fahrt, haben Fondpassagiere in Coupés immer den Schwarzen Peter. Im Renault Laguna GT fühlen sie sich wegen des knappen Knieraums, sehschlitzartiger Seitenscheiben sowie ihrer unter der Heckscheibe befindlichen und der Sonneneinstrahlung ausgesetzten Köpfen besonders beengt untergebracht. Bei den Konkurrenten geht es im Fond ein klein wenig luftiger zu, wobei der BMW 3er Coupé mit der meisten Bewegungsfreiheit punktet. Ein- und Ausstieg erfordern jeweils Gelenkigkeit, obgleich alle drei Konkurrenten mit Easy-Entry-Systemen Hilfestellung leisten. Ganz elegant gleiten die Vordersitze des Renault Laguna Coupé nach dem Vorklappen der Lehne elektrisch und automatisch vor und später auch wieder in die Ausgangsstellung zurück. Auf den vorderen Sitzen bieten die drei Coupés großzügige Platzverhältnisse, gutes Raumgefühl sowie dank vielfältigen Verstellmöglichkeiten der Sessel und Lenkräder auch eine angenehme Sitzposition für Personen unterschiedlicher Statur. Die Sitze selbst lassen kaum Wünsche offen: Gute Profilierung, fester Seitenhalt in Kurven und straffe, bequeme Polsterung unterstreichen die guten Langstreckenqualitäten der Probanden. Größere Unterschiede offenbaren sich hingegen bei der Bedienung. Der BMW 3er geht mit gutem Beispiel voran, wozu sehr übersichtliche Instrumente, klar gegliederte, ergonomisch platzierte Schalter sowie das mittlerweile deutlich verbesserte i-Drive-System beitragen. Im Audi stört hauptsächlich die unpraktische Mehrfachbelegung der Drehregler für die Klimaanlage. Verstreut und versteckt angeordnete Schalter wie etwa für den gut funktionierenden Tempomaten und die schwache Sitzheizung sowie die unübersichtliche Bildschirmdarstellung des Navigationssystems beeinträchtigen die Bedienung im Renault . Mittelklasse-Coupés von Audi, BMW und Renault mit Zweiliter-Motoren Bei der Basismotorisierung der Mittelklasse-Coupés handelt es sich ausschließlich um Zweiliter-Vierzylinder. Audi A5 und Renault setzen zur Leistungssteigerung einen Turbolader ein, auf den BMW im 320i verzichtet. Weil das 170 PS leistende Einstiegs-Triebwerk des Renault Laguna nur in Verbindung mit Automatik lieferbar ist, tritt der Franzose mit dem stärkeren 204-PS-Motor an. Ein Handikap für die Konkurrenten mit 170 (BMW) und 180 PS? Nicht für den Audi A5 , der annähernd gleiche Fahrleistungen bietet wie der Laguna. Der BMW 320i hingegen kann da nicht mithalten. Er verfehlte bei der Beschleunigung von null auf Tempo 100 die Werksangabe um 1,3 Sekunden. Sein träges Triebwerk ist kein Ruhmesblatt für eine Firma, welche die Bezeichnung Motorenwerk im Namen führt. Der Zweiliter braucht rund 4.000 Touren, um sein Temperament zu entfalten. Dass er leichtfüßig in hohe Regionen dreht, nutzt man im Alltag eher selten. Einen zeitgemäßen Charakter offenbaren die Turbomotoren, die schon im unteren Bereich kraftvoll anschieben und zu niedertouriger Fahrweise animieren.

Der Audi A5 ist der Sparsamste im Test Besonders eindrucksvoll agiert der sehr weich ansprechende Direkteinspritzer im Audi A5, der die Arbeit des Laders prima kaschiert. Der oben laut, aber sonst kultiviert arbeitende Motor im Renautl Laguna GT geht nicht ganz so soft zur Sache und benötigt zum Aufbau des Ladedrucks eine winzige Gedenksekunde. Sparen ist auch bei der Schickeria angesagt, das zeigt die auffallend lange Übersetzung des leichtgängig und präzise zu schaltenden Audi-Sechsganggetriebes. Sie hilft mit, den Testverbrauch des Audi A5 auf 9,4 Liter/100 km zu drücken. Da kann der kürzer übersetzte und nach Super Plus verlangende 320i (9,6 L/100 km) trotz der zum Efficient Dynamics-System gehörenden, gut arbeitenden Start-Stopp-Automatik nicht ganz mithalten. Als vergleichsweise durstig entpuppt sich der Renault Laguna: Er genehmigt sich durchschnittlich 10,2 Liter. Geht es um sportliche Fahreigenschaften, setzt der BMW 3er die Maßstäbe. Wieder einmal demonstriert er eindrucksvoll, wie vorteilhaft es ist, wenn die Vorderräder nur Lenk- und keine Antriebskräfte übertragen müssen.

Der Renault Laguna GT profitiert von seiner Allradlenkung Daraus sowie aus seiner exakten, gute Rückmeldung liefernden Lenkung, hoher Kurvenwilligkeit, geringer Wankneigung in Wechselkurven und ausgezeichnetem Handling resultieren jene Gene, die maßgeblich für die Freude am Fahren verantwortlich zeichnen. Dass er die längsten Bremswege dieses Trios benötigt, passt dagegen nicht ins Bild. Die beiden Fronttriebler folgen mit respektvollem Abstand, ohne gravierende Schwächen in den Fahreigenschaften zu offenbaren. Kleine Differenzen in Agilität und Traktion sowie kräftigeres Untersteuern, stärkere Wankbewegungen und geringere Lenkexaktheit addieren sich zu einem etwas behäbigeren Fahrverhalten, was auch die Fahrdynamik-Werte zeigen. Der Renault Laguna GT profitiert von seiner Allradlenkung: Bis Tempo 60 schlagen die Hinterräder um maximal 3,5 Grad gegenläufig ein, was seine Wendigkeit spürbar erhöht. Bei höheren Geschwindigkeiten lenken die hinteren Räder dagegen in die gleiche Richtung wie die vorderen, woraus eine bessere Stabilität bei schnellen Richtungswechseln resultiert. Allerdings erfordert die mit tempoabhängiger Servohilfe ausgerüstete Lenkung wegen ihres oft überraschend zackigen Einlenkens und irritierender Gefühllosigkeit im unteren Tempobereich einige Gewöhnung. Im Komfort haben die französischen Autos ihre traditionelle Favoritenrolle auf der Suche nach Sportlichkeit längst eingebüßt. Das Laguna Coupé bestätigt das mit seiner trockenen, unwillig ansprechenden Federung auf kurzen Unebenheiten, Poltergeräuschen der Vorderradaufhängung und dem im oberen Bereich brummigen Motor. Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Audi A5 und BMW 320i Audi A5 und BMW 320i sind da deutlich ausgewogener, wobei der etwas straffer abgestimmte Audi mit geringem Geräusch punktet und der BMW trotz Runflat-Reifen auf kleinen Wellen überraschend angenehm federt. Die Stunde des Renault Laguna schlägt im Kosten- Kapitel, obgleich er mit 34.900 Euro den höchsten Anschaffungspreis hat. Aber er bringt auch die mit Abstand umfangreichste Serienausstattung mit und glänzt als Einziger mit einer Dreijahres-Garantie. Zum Sieg reicht es dem Beau jedoch nicht. Den machen Audi und BMW mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen unter sich aus, wobei der Audi A5 einen Lidschlag früher die Ziellinie quert.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2010-05-15

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