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Testbericht

7. Januar 2012

Sie zählen zu den hochwertigsten und teuersten Kombis überhaupt, bewegen sich unauffällig, aber schnell, und treffen sich gerne mit ihresgleichen in gut gewärmten Tiefgaragen nobler Ski-Orte: edle Allradkombis mit kultiviert-kräftigen Benzinern. Seit diesem Winter gesellt sich zum bereits zwei Jahre alten Mercedes E-Klasse T-Modell der neue Audi A6 Avant hinzu, hier mit dem derzeit stärksten Benziner als 3.0 TFSI Quattro mit 300 PS am Start. Kostenpunkt: ab 53.950 Euro. Audi hat seinen großen Kombi A6 Avant mittels Mischbauweise um bis zu 70 Kilo abgespeckt, die Karosserie optisch nachgeschärft und dem Fahrwerk die Stuckerneigung abgewöhnt. Zudem geht der 4,93 Meter lange Luxusliner nun mit reichlich Technikbonbons (LED-Scheinwerfer, MMI Navigation mit Touchpad und W-Lan, Einparkassistent) sowie überarbeiteten Motoren in die vierte Generation.

E-Klasse T-Modell bleibt Laderaum-Meister An der inneren Größe des teureren T-Modells kommt allerdings auch der neue Audi A6 Avant nicht vorbei. Warum? Audi zieht es weiterhin vor, das Heck - ganz trendy - schräg zu stellen. Ergo bleibt das Kofferraumvolumen unverändert bei 565 Litern. Das E-Klasse T-Modell bietet trotz 31 Millimeter weniger Außenlänge stattliche 695 Liter und somit den größten Laderaum dieser Klasse. Vorbildlich: In beiden Kombis klappen die zweigeteilten Fondsitzlehnen per Fernentriegelung einfach vor und geben hochwertig ausgekleidete Stauräume frei. Ein doppelter Ladeboden, Verzurrösen und Taschenhaken sind jeweils Serie, der Audi A6 Avant verfügt zudem über ein Schienenfixiersystem. Dennoch gebührt dem T-Modell unverändert die Lademeister-Krone. Sein steiles Heck ermöglicht eine geradezu paradiesische Fläche von maximal 1,10 mal zwei Meter oder üppige 1.950 Liter Ladevolumen (Audi A6 Avant: 1.680 Liter). Das reicht umgeklappt für zwei Personen und diverse Paar Ski plus Schlitten und Hund oder für drei weitere Fond-Mitfahrer mit etwas weniger Gepäck. Denn ob Benz oder Audi: Beide bieten ihren Mitreisenden ein prächtiges Platzangebot auf sehr bequemen und vielfach verstellbaren, optional beheiz- und belüftbaren Ledersesseln. Auch die erlaubte Zuladung (T-Modell: 636 kg, Avant 527 kg) dürfte keinen Strich durch die Reiseplanung machen.

Audi A6 Avant zieht der E-Klasse davon Auf der gemeinsamen Fahrt über die Autobahn hoch ins Skigebiet muss der 306 PS starke E 350 T 4-matic den sechs PS schwächeren Audi A6 Avant allerdings schon passieren lassen. Dank 440 Newtonmeter, die der über einen Kompressor aufgeladene 3.0 TFSI ab 2.900 Touren bereithält, zieht der 1,89 Tonnen schwere Kombi vom Start weg mit einer beeindruckenden Lässigkeit ab - und dem 14 Kilo leichteren T-Modell uneinholbar davon. Passend zu diesem dominanten Auftritt legt das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe die Zahnräder automatisch oder per Schaltpaddel völlig ruckfrei und ansatzlos ein. Ein paar Zahlen? In nur 5,7 Sekunden erledigt der Audi A6 Avant den Spurt von null auf 100 km/h, die 180-km/h-Marke ist 11,7 Sekunden später passiert. Der Mercedes E 350 T braucht hier immerhin 4,9 Sekunden länger. Aber damit nicht genug, denn während sich der Audi-Sechszylinder akustisch immer dezent im Hintergrund hält, muss der Mercedes-V6 auch bei kleineren Steigungen allzu oft hohe Drehzahlen bemühen und ist so akustisch deutlich präsenter. Kleiner Trost: Seine Mehrarbeit lässt sich der V6 nicht mit einem erhöhten Verbrauch bezahlen. Im Testmittel genehmigte sich der E 350 sogar 0,3 Liter Super pro 100 km weniger, auf der Verbrauchsrunde waren es 0,9 Liter.

Audi A6 Avant kann beim Fahrkomfort nicht ganz mithalten Ansonsten überzeugt der große Mercedes wie gewohnt mit überragendem Fahrkomfort. Ob Frostschäden oder langgezogene Bodenwellen - selbst das straffer abgestimmte Avantgarde-Fahrwerk (Aufpreis: 2.261 Euro) bügelt sämtlichen Ärger anstandslos weg und lässt in Kombination mit der indirekten, stoßfreien Lenkung schnell Gelassenheit aufkommen. Und sollten auf der Fahrt ins Skigebiet Schnee und Eis doch einmal für Unruhe sorgen, hat die 4-matic längst Vorbereitungen getroffen. Denn während sich das Antriebsmoment standardmäßig permanent zu 45 und 55 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt, schiebt eine integrierte Lamellensperre je nach Bedarf bis zu 70 Prozent der Kraft nach vorn oder hinten. Auch der Audi A6 Avant Quattro lässt sich dank selbstsperrendem Kronenrad-Mittendifferenzial, das die Motorkräfte regulär zu 60 Prozent an die Hinterachse schickt, von Glätte kaum beeindrucken. Wird es vorn allzu rutschig, gehen bis zu 85 Prozent des Antriebsmoments an die Hinterräder. Nur beim Fahrkomfort kann der mit üppigen 19-Zöllern bestückte Audi A6 Avant nicht ganz mithalten. Trotz adaptiver Luftfederung (1.950 Euro) absorbiert er besonders innerstädtische Querfugen etwas knochiger. Den klassischen Audi A6-Piloten wird es nicht stören, denn sobald es über Land und etwas schneller geht, lässt sich der Audi überragend agil, sicher und enorm flott durch Kurven aller Art dirigieren. Einzig die Dynamiklenkung (1.150 Euro) kann mit ihren hohen Haltekräften nicht überzeugen. Sollte es auf dem abendlichen Heimweg raus aus den Bergen brenzlig werden, überzeugt der A6 mit exzellenten Bremsen. Die eigentliche Gefahr droht daher eher dem eigenen Konto. Denn wer es beim Konfigurieren übertreibt, hat bei beiden schnell 80.000 Euro und mehr auf der Rechnung stehen. Ein kostspieliges Vergnügen - aber eben ein Vergnügen.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2012-01-07

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