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Testbericht

8. Januar 2019
War das jetzt gerade falscher Alarm, eine lebensmüde Katze oder wirklich ein zu nahes Auto?, fragst du dich, nachdem der A5 beim rückwärtigen Rangieren in eine Parklücke eine automatische Vollbremsung hingelegt hat. Egal, auf jeden Fall war es das segensreiche Wirken der Assistenzpakete Stadt und Parken, das uns womöglich vor Unheil bewahrt hat. Die Kombination aus Einparkhilfe, Rückfahrkamera und weiteren Assistenzsystemen kostet zwar 2.340 Euro extra, untermauert aber den Audi-Anspruch auf Technologie-Führerschaft.

Interieur: Mehr Platz und Serienausstattung beim Opel
Mehr als Leistung oder Platzangebot sind es heute solche Technikdetails, die über Wertigkeit und Erfolg eines Autos entscheiden. Und zumindest eine Erklärung dafür liefern, warum es bei ähnlichen Eckdaten Preisunterschiede von 20 Prozent und mehr in der gleichen Klasse gibt. Der etwas größere und stärkere Opel Insignia Grand Sport steht jedenfalls für knapp 8.000 Euro weniger in der Liste als ein A5 Sportback in Sport-Version, obwohl der Opel mehr Innen- und Kofferraum sowie als Business Innovation sogar eine bessere Serienausstattung bietet (LED-Matrixlicht, Navi, Head-up-Display, Entriegelung der Fondlehnen vom Heck aus).Überhaupt macht das Topmodell der Marke richtig was her, reicht mit seinen üppigen Außenmaßen fast in die obere Mittelklasse. Na gut, das Interieur wirkt weniger edel und detailverliebt, die Bedienung mit ihrer teils kryptischen Belegung von Tasten und Menüs gewöhnungsbedürftig, das Gepäckabteil zerklüftet und billig verkleidet, doch man fühlt sich sofort wohl auf den sehr bequemen, bestens geformten AGR-Sitzen. Auf (optionale) Annehmlichkeiten wie Dreizonen-Klimatisierung und ein flexibel konfigurierbares Cockpit muss man zwar ebenso verzichten wie auf diverse Komfort- und Sicherheitsassistenten, nicht aber auf sehr effiziente Bremsen und eine speziell mit dem getesteten Allradantrieb unerschütterliche Fahrsicherheit.

Fahreigenschaften & Motor: A5 mit kultivierterem Diesel
Damit lässt sich der Insignia sogar ruhiger und entspannter dirigieren als der agile, etwas nervöse A5 Quattro, meistert zudem den doppelten Spurwechsel trotz des stärkeren Untersteuerns einen Tick schneller und mit besserer Rückmeldung der Lenkung. Überdies filtert sein Standardfahrwerk Unebenheiten ähnlich harmonisch weg wie der adaptiv gedämpfte (980 Euro) Audi, nur auf kurze Verwerfungen reagieren beide recht straff und harsch. Dass der Opel dennoch beim Komfort viele Punkte verliert, liegt an seiner lückenhaften Multimedia-Ausstattung und den höheren Innengeräuschen.Verantwortlich dafür ist in erster Linie sein kernig klingender Biturbodiesel, der sich zudem als echter Trinker entpuppt und im Testmittel auf 100 km fast zwei Liter mehr als der Audi-TDI verbraucht. Selbst das nominelle Plus an Leistung und Drehmoment scheint irgendwo im Antriebsstrang zu versickern, denn der 20 PS schwächere, nur 55 kg leichtere Sportback spurtet ihm zumindest bis Tempo 130 davon. Dabei hält das Doppelkupplungsgetriebe im A5 meist ruhig den passenden Gang, während die Achtstufen-Wandlerautomatik des Opel auf Landstraßen zum Teil unnötig häufig schaltet.

Preisvorteil zu klein
Der deutlich höhere Verbrauch und die schlechtere Abgaseinstufung des Insignia (Euro 6c) schlagen natürlich auf die Umwelt- und Kostenbilanz bis hin zu den Wiederverkaufschancen durch, sodass sein großer Preisvorteil beim Kauf am Ende viel zu klein ausfällt, um den Punkteverlust in den anderen Bereichen wettzumachen. Mit einer anderen Antriebsvariante mag die Differenz kleiner ausfallen, doch das Grundproblem bleibt: Wer nicht in allen Disziplinen an der Spitze mitmischt, kann keine Spitzenpreise verlangen.Der teure Audi rechtfertigt sie dagegen in allen Eigenschaftswertungen und punktet besonders dort, wo die Kernwerte der Marke verortet sind – bei Qualität, Antrieb, Komfort und moderner Technik. In seinem Ehrgeiz lässt er sich jedenfalls nicht vom Opel bremsen – höchstens von einer seine Wege kreuzenden Katze.

Die Kosten im Überblick
Auch bei der Finanzierung ist der Opel günstiger, doch sein Wertverlust treibt die Unterhaltskosten in die Höhe. Bei Flottenbetreibern ist Leasing ohnehin selbstverständlich, doch selbst für Privatkunden spielen Autokauf oder klassische Finanzierung kaum noch eine Rolle. Die Hersteller unterstützen dies mit weit günstigeren Konditionen beim Leasing oder bei der Drei-Wege-Finanzierung. Die viel höheren Monatsraten für die normale Finanzierung bedeuten aber zugleich, dass der Wagen nach vier Jahren dem Kunden gehört.Finanzierung für Audi A5 Sportback 40 TDI und Opel Insignia 2.0 BiTurbo D. Für Leasing/Zielfinanzierung wird eine Gesamtfahrleistung von 45.000 km angenommen. Stand: November 2018.Aufgeführt sind die monatlichen Unterhaltskosten inklusive Wartung, Verschleißteilkosten und Kfz-Steuern mit/ohne Wertverlust. Grundlage der Berechnung sind der Testverbrauch, eine dreijährige Haltedauer, Schadenfreiheitsklasse SF12 für Haftpflicht und Vollkaskoversicherung.
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Quelle: auto-motor-und-sport, 2019-01-08

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