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Testbericht

5. Juli 2009

Es gibt Tage, die enden dann doch noch versöhnlich. Nach quälenden Meetings, drängenden Entscheidungen und quengelnden Kunden mitten in der Freiheit. Nur eine halbe Stunde vom Büromief entfernt schimmert die Abendsonne übers hügelige Hinterland, schwappt das Aroma spätfrühlingshaft explodierender Flora über die Frontscheiben von Audi A5 2.0 TDI und BMW 320d Cabrio, bevor es sich in den Windschotts verfängt.

50.000 Euro für Audi A5 2.0 TDI oder BMW 320d Cabrio Schön und gut, aber offener Viersitzer mit Diesel geht gar nicht, brummen die Windgesichter mit den Vierzylindern um die Wette. Geht sehr wohl - und wie. Beide schlagen eine 41.350 ( Audi ) respektive 44.300 Euro ( BMW ) teure, aber tragfähige Brücke zwischen Autowandern, Asphaltcarven und Alltagskompetenz. Allerdings stehen mit einer Handvoll Extras wie Leder, Sitzheizung und standesgemäßem Stereo ruckzuck 50.000 Euro auf dem Schild. Dafür bieten die Mittelklässler zwei Personen vollformatigen Komfort, zwei weiteren zumindest kurzfristigen Unterschlupf. Logisch, wer vorn sitzt ist vorn. Umarmt von bequemen Sitzen - beim Audi einen Tick kuscheliger (optionaler Nackenföhn!) und tiefer - inmitten fahrerorientierter Cockpits mit attraktiven Instrumenten und übersichtlichen Bildschirmdarstellungen. Das Audi A5 2.0 TDI Cabrio punktet im Vergleichstest mit reichlich Ablagen Beim BMW 320d Cabrio muss man jedoch über das pixelige BMW-Mittendisplay hinwegsehen, dem das Audi A5 2.0 TDI Cabrio (für 115 Euro extra) Farbe und die liebevollere Gestaltung inklusive einer Öko-Abteilung entgegenhält. Diese vermeldet zum Beispiel den aktuellen Mehrverbrauch durch die Klimaanlage. Auch bei Ablagen und Variabilität sammelt das Audi A5 Cabrio mehr Pluspunkte - etwa mit seiner größeren Kofferraumdurchlade. Das BMW 320d Cabrio will mit dem mehrteiligen Hardtop kontern Beim Dach versucht das BMW 320d Cabrio zu kontern, faltet auf Knopfdruck - nur im Stand - ein mehrteiliges Hardtop in seinen Kofferraum-Rucksack. Nach rund 25 Sekunden haben Hydraulikzylinder, Scharniere und Spannseile ihre Transformer-Aufgabe hinter sich, der Metall-Dreiteiler macht den Himmel frei - und den Laderaum fast voll. Trotz Hebefunktion als Ladehilfe karikiert der Briefschlitz-Zugang den Begriff Kofferraum. Ausreichend Gepäckraum im Audi A5 2.0 TDI Cabrio Anders beim Audi A5 2.0 TDI Cabrio . Er wirft sein mehrlagiges Stoffkäppi - gegen Aufpreis als extra gedämmte Akustikversion - in nur 15 Sekunden unter den Deckel. Und das sogar bei bis zu 50 km/h. Dabei müssen schutzsuchende Insassen weder auf Innenleuchten im Fond noch kompetente Isolierung verzichten: Die Innengeräusche liegen auf Coupé-Niveau. Für einen reisetauglichen Kofferraum langt es ebenfalls, bei umgelegten Rücksitzlehnen stehen bis zu 750 Liter bereit. Aber wer denkt bei einem Cabrio schon ans Beladen, das BMW 320d Cabrio sinnt auf die Kür, will Kurven, Luft und Leidenschaft.

BMW 320d Cabrio Common-Rail-Diesel ist hochmotiviert Mag sich sein Common-Rail-Diesel auch bei jedem Ölpeilstabziehen seines wenig attraktiven, lediglich grundierten Umfelds schämen - hochmotiviert ist er. Kultiviert, gleichmäßig und drehfreudig pfeift er mit seinem Lader auf die Mär vom bräsigen Selbstzünder. Seine beiden im Aluminium-Motorblock untergebrachten Ausgleichswellen helfen dabei ebenso mit wie das präzise, passend übersetzte Sechsganggetriebe. Pech für das Audi A5 2.0 TDI Cabrio, dessen lange Getriebeübersetzung den 170-PS-TDI zu niedrigen Drehzahlen verdonnert. Das verhagelt ihm nicht nur die akademische Durchzugswertung, sondern lähmt auch den Alltagselan. Der Zweiliter startet untenrum lustloser, spricht zögerlicher auf Pedalbefehle an und dreht zäher hoch. Niedriger Verbrauch bei BMW 320d Cabrio und Audi A5 2.0 TDI Cabrio Entspannte Piloten unterbieten dafür frustfrei die Fünf-Liter-Marke, doch das schafft das BMW 320d Cabrio ebenso. Wer sieben Liter auf 100 Kilometer investiert, ist mit beiden schon ziemlich zügig unterwegs. Hier wie dort salbt die serienmäßige Start-Stopp-Automatik das Öko-Gewissen, während im Hintergrund bei Nichtbedarf entkoppelte, bedarfsgerecht operierende Aggregate knausern. Freudiger Heckschwenk im BMW 320d Cabrio Beim BMW 320d Cabrio spüren Sensible nach wie vor die Runflat-Fähigkeit der Bridgestone-Reifen an der etwas herben Abrollnote. Insgesamt benimmt sich das 3er-Fahrwerk aber verbindlich wiegend, absolviert Betonplattenautobahnen und Schlechtweg-Landstraßen problemlos. Auch das straffe Bremspedalgefühl überzeugt und erleichtert in Verbindung mit der feinsinnig rückmeldenden Lenkung flinkes Kurvenentern. Zunächst noch zart untersteuernd, tendiert das BMW 320d Cabrio im Verlauf ins Neutrale. Unter Last bei deaktivierter Hilfselektronik (DTC oder ESP aus) springt sogar ein freudiger Heckschwenk heraus.

Das Audi A5 2.0 TDI Cabrio ist limousiniger Da muss das vorderradgetriebene Audi A5 2.0 TDI Cabrio passen, sein Hintern bleibt selbst bei Lastwechseln in der Spur. Das Untersteuern haben sie ihm mittels seines neuen Vorderbau-Layouts ebenfalls ausgetrieben. Er passiert enge wie weite Biegungen tendenziell neutral, schiebt erst bei hohen Tempi über alle vier Räder. Dennoch erscheint das Audi A5 2.0 TDI Cabrio limousiniger und weniger verwindungssteif als das gieriger angreifende BMW 320d Cabrio. Daran können selbst die bei heftigen Unebenheiten exakter arbeitenden Audi A5 2.0 TDI Cabrio-Dämpfer (wie beim 3er ohne Adaptiv-Technik) wenig ändern. Das Gewicht hat damit nichts zu tun, beide Kontrahenten liegen mit rund 1.740 Kilogramm gleichauf. Im Gegensatz zum Testergebnis, hier kassiert der Audi A5 2.0 TDI Cabrio bei aller Versöhnlichkeit am Ende den Sieg.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2009-07-05

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