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Testbericht

31. Oktober 2008

Na also, geht doch: Ein Testfeld mit drei repräsentativen Mittelklasse-Limousinen, jede über 200 km/h schnell, und alle verbrauchen weniger als sieben Liter Diesel pro 100 Kilometer. Zusammen stoßen sie laut ECE-Norm-Messung nur etwas mehr CO2 pro Kilometer aus als ein Porsche Cayenne Turbo S alleine. Egal wie dieser Vergleich ausgehen mag - ökologisch gesehen sind Audi A4 2.0 TDI, BMW 318d und Mercedes C 200 CDI Blue Efficiency gut dabei. Sparsamkeit ist nicht das einzige Lockmittel Doch Sparsamkeit ist nicht das einzige Lockmittel, denn jeder der drei Kandidaten pflegt seinen markentypischen Charakter. So ist ein sportliches Fahrgefühl beim facegelifteten Dreier immer noch oberstes Gebot. Mit 143 PS werden seine 1,5 Tonnen von 23 mehr als beim A4 und sieben mehr als bei der C-Klasse angetrieben. Genug Dampf für ein flottes Vorwärtskommen und die eher symbolische Krone beim Spurt von null auf 100 km/h.

Agiles Handling Wer agiles Handling sucht, sitzt im paritätisch gewichtsverteilten Dreier genau richtig. Lässig wuselt er über verschlungene Landstraßen, zentimetergenau dirigiert von seiner gefühlvollen, kaum stößigen Lenkung und im Grenzbereich spät, aber harmonisch kontrolliert vom ESP-System. Die größte Facelift-Errungenschaft steckt in der Mittelkonsole: Erfreulich mühelos ist der neue i-Drive zu bedienen und zeigt damit, wie umständlich der alte war. Auf das eher knappe Raumangebot im Fond folgen der kleinste Kofferraum im Test und eine dürftig verkleidete Heckklappe. Hartplastik-Klimaregler Dafür leistet sich der Audi vorne mit seinen wackligen Hartplastik-Klimareglern einen kleinen Qualitäts-Fauxpas im ansonsten gewohnt detailverliebt verarbeiteten Interieur. Auch das MMI-Bediensystem verlangt mehr ablenkende Tastenblicke als die Konkurrenten. Trotzdem überzeugt sein stilvoller Innenraum am meisten: Komfortable Sport-Sessel (Serie Ambition) vorne, die bequemsten Sitze hinten, ein luftiges Raumgefühl und das größte Ladevolumen sprechen Pragmatiker an. So gut wie der A4 jongliert keiner der Kontrahenten zwischen Komfort und Handling. Gekonnt überspielt der laufruhige Zweiliter-Turbodiesel auch sein deutliches Leistungsmanko. Den Sprit-Knauser-Pokal lässt sich der schwere Audi trotz Minder-PS mit 6,8 L/100 km vom BMW (6,4) mit Start-Stopp-System, aktiven Luftklappen und Bremsenergie-Rekuperation abnehmen.

Am offensivsten gegen Sportlichkeit Der Mercedes braucht 6,9 Liter, und das, obwohl er sich am offensivsten gegen Sportlichkeit ausspricht. Seine schmalen 195er Reifen Michelin Energy Saver bieten zwar den geringsten Roll- und Luftwiderstand, aber wenn dafür der Bremsweg aus hoher Geschwindigkeit gegenüber der Konkurrenz deutlich wächst und das Handling spürbar leidet, ist das ein schlechter Tausch. In schnell gefahrenen Kurven verlangt die untersteuernde, leicht wankige C-Klasse den meisten Platz, ESP muss früh und heftig eingreifen. Alles bequemstens, wären da nicht die straffen, seitenhaltarmen Frontsitze sowie die harten Lehnen im Fond, der im Kopfbereich knapp geschnitten ist. Nach auto motor und sport-Messungen verdecken seine Säulen und Kopfstützen mehr als die Konkurrenten. Besonders rückwärtiges Rangieren fällt so schwerer und verlangt nach einer aufpreispflichtigen Einparkhilfe. Der A4 zeigt wie es sein soll: Er liefert viel in Serie und legt bei der getesteten Ambition-Variante sogar noch etwas schmucken Sport-Trimm obendrauf. Trotzdem bleibt er beim Grundpreis mit 31.000 Euro noch deutlich unter der bei 32.517 Euro startenden C-Klasse. Mit 30.650 Euro macht es der 318d zwar noch einen Tick günstiger, doch mit der angebotenen Ausstattung werden sich auch asketische BMW-Fans nicht anfreunden. Diese Schwäche vereitelt zusammen mit dem hemdsärmeligeren Komfort den Sieg des fahraktiven 3er. Den holt sich der Audi mit einer überzeugenden, weil enorm ausgewogenen Vorstellung. Die sehr komfortable C-Klasse muss sich mit dem dritten Platz zufriedengeben: Sparwillen darf eben nicht zu Lasten von Fahrsicherheit gehen.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2008-10-31

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