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Testbericht

1. Mai 2013
Wovon sollen wir träumen? Früher war das leicht, da pappten wir uns ein Poster vom Testarossa ins Jugendzimmer, beschlossen, recht umgehend Rockstar zu werden und mit Sportwagen durch die Nacht zu jagen. Heute müssten wir davor eben noch zum Getränkemarkt fahren und die Kinder vom Sport holen, weil uns das echte Leben dazwischengekommen ist. Für das wünschen wir uns heute neben aller Sparsamkeit und Pragmatik doch ein wenig Dynamik und Verwöhnaroma. Auftritt Audi A4 Avant, BMW 3er Touring und Skoda Superb – drei Dieselkombis, die von ihren Besitzern wenig Kompromisse fordern, dagegen Höchstleistungen von sich. Audi A4 Avant macht auf Edelkombi Man mag den Perfektionsdrang von Audi als etwas kühl und streberhaft empfinden, doch wenn du in den Audi A4 steigst, verstehst du sofort, warum er so viele Fans hat. Mit makelloser Verarbeitung und hochwertigen Materialien zeigt er oberklassige Solidität und Stilsicherheit in der Mittelklasse. Weder BMW noch Skoda bringen ihre Insassen so edel unter, allerdings auch nicht so bedrängt wie im Audi, in dem großen Fondpassagieren der Kopfraum knapp wird und die Vordersitzlehnen an den Knien zwacken. Und obwohl er beim reinen Ladevolumen nah am 3er liegt, gehen seinem Kofferraum wegen der flachen Heckklappe echte Sperrguttalente ab. Während die unambitionierte Variabilität – nur die Rücksitzlehne klappt asymmetrisch – und das etwas angestaubte Infotainment darauf hindeuten, dass der Audi A4 inzwischen schon fünf Jahre gebaut wird, überzeugt er noch immer mit hohem Fahrkomfort. Auch ohne Adaptivdämpfer steckt er heftige Stöße beflissen weg, überzeugt mit bequemen Sitzen und dem leisen Motor. Der Zweiliter leistet im Audi A4 unwesentliche drei PS mehr als bei der Konzernverwandtschaft von Skoda, legt aber temperamentvoller los, zieht energischer durch und läuft besser gedämmt – bei minimal geringerem Verbrauch. Die Punkte, die er durch das knappere Platzangebot gegenüber dem Superb Combi verliert, macht er mit seiner reichhaltigeren Sicherheitsausstattung und vehementeren Bremsen wett. Mit denen verschafft er sich ein kleines Polster auf den BMW 3er, der ihn bei den Fahreigenschaften übertrifft. Für einen Fronttriebler ist der Audi A4 agil, doch er wetzt etwas verhaltener um Kurven, und seine leicht stößige Lenkung meldet nicht ganz so präzise zurück. Was Verarbeitungsperfektionisten nicht daran hindern dürfte, den teuren und mäßig ausgestatteten Audi A4 Avant dem ebenso knapp ausstaffierten und noch teureren BMW 3er Touring vorzuziehen. BMW 3er Touring ist der Handlingstar Der ist in seiner aktuellen Generation all das geworden, was sich seine Fans nie wünschten: größer, geräumiger, komfortabel. Aber, Freunde, das hat seinen Charakter nicht verwässert, sondern erweitert. So packt der BMW 3er Touring nun bequem vier Erwachsene ein, fährt dazu mit der dreigeteilt klappbaren Rücksitzlehne in diesem Trio die besten Variabilitätstricks auf. Dazu hat er die separat öffnende Heckscheibe, die seit dem 5er Touring von 1991 zu BMWs Kombi-Folklore zählt, und bietet einen gut nutzbaren Gepäckraum – dafür allerdings mit 448 Kilo wenig Zuladekapazität. An Kapazität mangelt es dem Motor an sich nicht, wohl aber an der Erlaubnis, sie zu nutzen. Er fühlt sich ständig künstlich gedrosselt an, was daran liegt, dass er die um 41PS und 60Nm heruntergedrosselte Version des Zweiliter-Diesels aus dem 320d ist. Das zügelt den Verbrauch – und dazu das Temperament. Wobei das, was davon bleibt, noch immer gut ausreicht. Der Vierzylinder zieht den 1,6-Tonner homogen voran, passend unterstützt vom Sechsganggetriebe, das etwas schwergängiger, aber noch exakter ist als die Sechserbox im Audi. Der kultivierte Antrieb fördert wie die kuscheligen Sitze den Komfort. Mit der strammeren Grundabstimmung federt der BMW 3er Touring allerdings trotz adaptivem Fahrwerk nicht ganz so fein wie der Audi. Dafür bleibt der BMW 3er Touring selbst als Vernunft-318d und ohne jeden M-Sportdress der Handlingstar unter den Mittelklasse-Kombis, wirft sich ansatzlos in Biegungen, umkurvt sie neutral, lässt sich auf nasser Strecke zu zarten Übersteuerandeutungen provozieren, die sich leicht mit der direkten, sehr präzisen und rückmeldungsintensiven Lenkung kontern lassen. Böte er nicht nur sehr hohe Fahrsicherheit, sondern auch so viel Zuladung wie der Superb, läge der BMW 318d Touring trotz seines hohen Preises und der intensiveren Unterhaltskosten am Ende vor dem Skoda. Skoda Superb ist der solide Kombi So aber holt sich der Superb Silber, unterstützt von seinem niedrigen Preis und der reichhaltigen Elegance-Ausstattung. Für jene, denen es bei einem Kombi zu allererst auf Platz ankommt, steht er nach dem Karosseriekapitel gar als Sieger fest. Da protzt er mit seinem im Vergleich zu Dreier und A4 gut 20 Prozent größeren Standard-Ladevolumen. Dass es mit der Variabilität – nur Rücksitzbank und -lehne klappen geteilt, und selbst dann bleibt eine Stufe im Kofferraum – nicht weit her ist, gleicht er mit dem bequemen Einstieg aus. Und dann gibt es ja noch den Fond, bei dessen Üppigkeit man sich tatsächlich fragt, ob es so etwas wie zu viel Platz doch geben kann. Denn selbst wenn sich vier große Erwachsene im Superb verstauen, bleibt immer noch ein gutes Stück ungenutzter Raum hinter den Vordersitzen. Vorn dagegen wirkt der Superb kaum geräumiger als A4 und BMW 3er Touring, was allerdings auch an den viel zu hoch positionierten Sitzen liegt. Mag der Superb beim Platzangebot noch immer über seine Klasse hinausragen, zeigt sich sein vorgerücktes Alter in anderen Bereichen: im solide verarbeiteten, aber unmoderner eingerichteten und etwas umständlich bedienbaren Cockpit zum Beispiel oder den nach aktuellen Maßstäben nur mäßig verzögernden Bremsen sowie der lückenhaften Sicherheitsausstattung. Dagegen erschien die Federung schon beim Debüt des Superb unnötig straff. Und im Vergleich zu den besser ausbalancierten Konkurrenten schubbert er mit seinem weit vorn eingebauten Quermotor früh ins Untersteuern – fährt sich damit zwar ebenso sicher, aber eben träger. Mit seinem kultivierten TDI beschleunigt er fast ebenso eilig wie die Konkurrenz, liegt bei der Elastizität auf dem Niveau des BMW 3er Touring und beim Verbrauch etwas darüber – trotz des lang übersetzten Sechsganggetriebes und Start-Stopp (Serie Greentec). So zählt der Superb wie A4 und BMW 3er Touring zu den erstrebenswerten Autos, die wir als echter Rockstar niemals hätten fahren dürfen. Überhaupt: Auf Dauer wären die ständig verfügbaren Sportwagen fad, all diese Groupies sicher vor allem anstrengend und dieses ewige Hotelzimmerverwüsten irgendwann doch ermüdend geworden. Gebraucht: höhere Klasse, gleicher Preis Im Schnitt 30 Euro hat der 520d Touring seit Mai 2011 an Wert verloren – jeden Tag. Über die Zeit summiert sich das auf 22.000 Euro. So liegt der beim BMW-Händler Mulfinger angebotene Diesel-Kombi nun auf dem Grundpreisniveau unserer drei Vergleichstest-Kandidaten, hat allerdings Extras für 12.000 Euro an Bord – von Xenonlicht über das große Navi, Parksensoren und Vier-Zonen-Klimaanlage. Nur 30.000 km ist er in erster Hand gelaufen. In die zweite gibt ihn das Autohaus nach einer großen Inspektion und mit mindestens zwölf Monaten Garantie. Der 184PS starke Kombi lässt sich finanzieren, bei Nichtgefallen sogar umtauschen und liegt in den monatlichen Unterhaltskosten (ohne Wertverlust) mit 350 Euro nur 39 Euro über dem 318d Touring. Auch um die Dauerhaltbarkeit muss man sich nicht sorgen: Den automotorundsport Dauertest spult ein 528i Touring bisher über gut 60.000 km ohne nennenswerte Probleme ab.
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Quelle: auto-motor-und-sport, 2013-05-01

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