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Testbericht

22. April 2014
Endlich – das Pummelheck, das das Audi A3 Cabriolet immer etwas putzig wirken ließ, ist weg. 18,3 Zentimeter länger als sein Vorgänger, tritt der offene Viersitzer nun deutlich schnittiger auf. Übrigens ohne Speck anzusetzen. Dank dem Einsatz von hochfesten Stählen und Aluminium ist allein die Karosserie 30 Kilo leichter. Da der Längenzuwachs weitestgehend dem Heck zugutekommt, offeriert der Kofferraum nun ein Volumen von 320 Litern (ehemals 260). Durch Umklappen der geteilten Fondlehnen mittels praktischer Fernentriegelung lassen sich sogar bis zu 680 Liter unterbringen. Einzig die schmal geschnittene Öffnung schränkt die Alltagstauglichkeit ein.

Investition in das Akustikverdeck lohnt sich Auch im Fond des Audi A3 Cabrio reist es sich nun gemütlicher. Notsitze? Von wegen. Passagieren auf den straffen und angenehm konturierten Sitzen mangelt es kaum an Knie- oder Schulterfreiheit. Zudem passt die Lehnenneigung, und die Kopfstützen lassen sich ausreichend weit herausziehen. Lediglich der Kopf kann dem weich gepolsterten Verdeck eventuell zu nahe kommen. Das wiederum lässt sich leicht verhindern. Auf Tastendruck faltet sich innerhalb von 18 Sekunden und bis zu einer Fahrgeschwindigkeit von 50km/h das vollautomatische Stoffverdeck des Audi A3 Cabrio unter einer stabilen Klappe ein. Der Kofferraum wird durch die sich absenkende Verdeckwanne um 45 Liter kleiner. Hier sei schon mal angemerkt: Investieren Sie in das 250 Euro teure Akustikverdeck. Selbst bei hohen Geschwindigkeiten dämmt es Außengeräusche beeindruckend gut ab und sorgt so für viel Ruhe. Einmal offen, kann das Audi A3 Cabrio eigentlich auch immer offen bleiben. Dank niedriger Sitzposition, schnell ansprechender Sitzheizung, Windschott und in drei Stufen einstellbaren Nackenwärmern bleibt es im Innenraum auch bei einstelligen Temperaturen bollewarm, und Zug in die Bude kommt nur, wenn die Scheiben unten sind. Wie üblich verwöhnt das Cockpit mit sorgfältiger Verarbeitung und hochwertigen Materialien, beispielsweise Leisten aus Aluminium.

Audi A3 Cabrio mit teuren Details Ein Blick in die Preisliste zeigt allerdings, dass es in einem Audi A3 Basis-Cabriolet nicht ganz so fein zugeht. Viele Details wollen teuer bezahlt sein. Mit Ausnahme von Klimaanlage, CD- Radio und Fensterhebern kostet selbst beim mindestens 33.900 Euro teuren Audi A3 1.8 TFSI in der Attraction-Ausführung vieles extra – weder Lederlenkrad noch Bordcomputer sind Serie. Für das am Testwagen (Ambition) montierte S-Line-Sportpaket, das etwa mit exzellenten Teilleder-Sportsitzen, Dreispeichenlenkrad und Sportfahrwerk aufwartet, verlangt Audi satte 1.700 Euro. Letzteres gibt sich immerhin erstaunlich harmonisch. Trotz Tieferlegung um 15 Millimeter und spürbar straffer Abstimmung prügelt das Audi A3 Cabrio nicht auf seine Insassen ein, sondern fängt Straßenschäden und Querfugen ohne Stuckerei gekonnt ab. Nur ab und zu – quasi als Beweis der Sportlichkeit – verteilt das Fahrwerk kleine Stöße. Im Gegenzug vermittelt der A3 im Zusammenspiel mit der leichtgängigen, präzisen Lenkung eine launige Agilität. Schwungvolle Trips über gepflegte Landstraßen? Ein großes Vergnügen. Nachteil: Auf gerader Strecke erfordert die etwas zu nervöse Lenkung ein beständiges Korrigieren. Das Höchsttempo von 242km/h wirkt da schon gar nicht mehr so verlockend. Erreichbar wäre sie in jedem Fall. Denn der 180PS starke und 1,8 Liter große Turbobenziner arbeitet nicht nur sehr leise und frei von Vibrationen – er treibt auch mächtig an. Nullhundert ist schon nach 7,9 Sekunden erledigt, und selbst aus höheren Gängen spurtet das 1,5 Tonnen schwere Audi A3 Cabrio ohne Unterlass davon. Der Grund ist schnell gefunden: Von 1.250 bis 5.000 Touren steht das maximale Drehmoment von 250Nm an. Schalten? Eigentlich überflüssig und doch ein Vergnügen – schließlich lockt das Sechsganggetriebe mit Präzision und kurzen Wegen. Ebenso lobenswert: Trotz aller Eile bleibt der Verbrauch unter neun Litern. Alles bestens also? Ja und nein – auch dieser Audi ist so wohlerzogen und fein, dass er fast lustlos wirkt. Es fehlt ein Röhren, ein Turbozischeln, ein Bass. S3 und TT bratzeln und brummeln ja auch nach Belieben. Für den Preis könnte Audi da gerne mal nachjustieren.
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Quelle: auto-motor-und-sport, 2014-04-22

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