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Testbericht

11. August 2015
Fast jeden dritten Tag fliegt derzeit eine Mail ins Postfach, die einen neuen Star der Effizienz verkündet. Ob nun Benziner oder Diesel, Audi, BMW oder Peugeot – alle geloben sie mehr Kraft aus drei Zylindern zu attraktiven Preisen, fabelhafte CO2-Werte unter 100 Gramm und meist kultivierten Lauf. Dazu packen sie technische Einblicke in variable Ventilsteuerungen, aufwendige Einspritzsysteme und leichte Kurbelgehäuse aus Alu.Dringend Zeit also, die zu den Mails passenden Automobile endlich auf den Hof zu holen. An den Start gehen der Audi A1 1.0 TFSI Ultra, der Mini One – und zusätzlich zu den beiden Premium-Mobilen haben wir den aktuellen Meister der Individualisierung, den Opel Adam, verpflichtet. Schließlich arbeitet unter seiner Haube ein bereits gelobter Downsizer, nur frecher verpackt als im Corsa. Und damit passt er prima zu Audi A1 und Mini.

Audi A1 ab 16.950 Euro
Jüngster im Trio ist der Einliter-Dreizylinder (Pro und Contra Dreizylinder: Das meinen unsere Autoren) mit 95PS aus dem VW-Konzern, der bereits im VW Polo und Seat Ibiza arbeitet. Schon mal gut für den Kunden: Der günstigste Audi auf dem Markt kostet so nur noch 16.950 Euro. Bislang waren mindestens 19.300 für den 1.4 TSI (120PS) fällig. Das maximale Drehmoment (160Nm) des nur 88 Kilo schweren Turbobenziners, der ohne Ausgleichswelle und einen sechsten Gang auskommen muss, liegt bei 1.500 Touren an. Klingt verheißungsvoll für einen 1,1-Tonner. Ist es aber nicht. Denn der Motor gibt sich im Test schnattrig, fast rau, bleibt akustisch immer präsent und schiebt längst nicht so kräftig an wie erhofft.Null bis hundert km/h: mäßige elf Sekunden. Ebenso schwach: die Durchzugswerte im Test. Im Zwischenspurt von 80 auf 120 sind Mini One und Opel Adam rund eine Sekunde flotter. Zudem zwingt der fehlende sechste Gang zu hohen Drehzahlen auf der Autobahn – da belässt man es lieber bei einem Topspeed von 160km/h. Mini und Adam bleiben bei diesen Reisetempi deutlich leiser. Und der Verbrauch? Zu hoch. Belastbare Werte zwischen 6,4 und minimal 5,3 l/100 km auf der Eco-Runde sind nun wirklich nicht erstrebenswert. Dass die Dreizylinder der Konkurrenten in allen Messungen noch durstiger sind, dürfte kaum jemanden trösten, sondern ebenso enttäuschen.Schade, denn ansonsten gibt sich der geräumige und wieder einmal sorgfältig verarbeitete Audi A1 1.0 TFSI Sport sehr ausgewogen, zudem komfortabler als seine Gegner. Natürlich ist auch sein Fahrwerk straff, aber sowohl im Stadtverkehr, auf der Autobahn oder üblen Rüttelpisten fängt der Audi A1 jeglichen Schläge verlässlich ab und kommt auch beladen nicht ins Poltern. Passend dazu gibt sich der Audi im Test bekannt fahrsicher, spurstabil und ist bei Bedarf zugleich ein guter Partner für kurvige Manöver. Dass die Bremse dieses Audi hingegen leicht schwächelt, erstaunt. Bisher verzögerten die A1 im Test meist vorbildlich. Ebenfalls ein Schwachpunkt des Audi: Assistenten wie ACC oder Verkehrszeichenerkennung sind nicht verfügbar.An sonstigen Extras wie adaptiven Dämpfern, sehr guten Sportsitzen, Dachfolien oder teuren Navi-Infotainmentsystemen samt WLAN-Hotspot (2.890 Euro) mangelt es indes nicht.

Mehr Fahrspaß als im Mini One geht kaum
In die Preisliste des 15 Zentimeter kürzeren Mini zu gucken ist allerdings ebenso ernüchternd. Sinnige Assistenzsysteme sind zwar reichlich im Angebot. Aber wissen Sie auf was der One normalerweise rollt? Brave 15-Zöller mit 175er-Bereifung. 17-Zoll-Alus kosten 1.700 Euro extra. Und mehr als ein Kunststofflenkrad kommt im 102PS starken Mini nicht zum Einsatz. Selbst ein Bordcomputer kostet Aufpreis. Entsprechend klettert der Grundpreis des One von 17.650 Euro schnell gen 20.000 Euro. Im Vergleich zum Opel Adam ist der Zweitürer ausstattungsbereinigt über 3.000 Euro teurer.Mini-Freunden und Fans des Kurvenflitzens dürfte das indes ziemlich egal sein. Ebenso wie der mangelnde Fahrkomfort oder die latent nervöse Lenkung auf schnellen Autobahnfahrten. Viel wichtiger ist doch die grandiose Agilität, die ein jeder Mini aufpreisfrei bietet. Denn natürlich lenkt auch ein One unglaublich spielerisch, enorm direkt ein, lässt sich präzise und sehr schnell durch Kurven zirkeln – ohne sich das Lastwechselschwänzeln verkneifen zu müssen. Was für ein Spaß.Ebenso viel Freude bereitet die 1,2 Liter große und 102PS starke Kraftmaschine im Vorderwagen. Drei Zylinder? Kaum zu hören und zu spüren. Dafür schiebt er dank 180Nm schon von ganz tief unten kräftig an, dreht willig hoch und bleibt immer leise. Ideal dazu: die knackige Sechsgangschaltung. Einziger Nachteil des sehr gelungenen Antriebs: der nochmals höhere Testverbrauch von 6,9 l/100 km.Ansonsten lockt der gut verarbeitete und sehr übersichtliche Mini mit den heiß geliebten Mini-Insignien, einem ausgereiften Infotainment-System samt Dreh-Drück-Steller, erstklassigen Sportsitzen und dem geräumigsten Fond. Aber der One kann noch mehr: So lässt sich die Abdeckung seines 211 Liter fassenden Kofferraums beispielsweise unter dem Ladeboden verstecken, während die Rückbank, fixiert in 90-Grad-Stellung, mehr Platz freigibt. Das bietet keiner seiner Konkurrenten.

Opel Adam mit besten Fahrleistungen im Test
Der 12,3 Zentimeter kürzere Opel Adam schon mal gar nicht. Ein 170 Liter kleiner Kofferraum samt allzu hoher Ladekante muss reichen. Platz im Fond? Minimal.Hat der Adam also überhaupt eine Chance? Ja. Denn zum einen ist der Adam als Slam zum Preis von 17.340 Euro üppig ausgestattet und in allen Farben und Variationen zu haben. Und zum anderen sitzt unter seiner Haube ein sehr vergnüglicher Motor. Quirlig am Gas, drehfreudig und vibrationsarm, verhilft der Einlitermotor (115PS) dem erstaunlich schweren (1,13 Tonnen) Adam im Test zu den besten Fahrleistungen. Ob Zwischenspurt oder Nullhundert: Der Adam fährt dem Mini locker davon.Weniger überragend: die lauten Abrollgeräusche und sein Fahrwerk. Straff abgestimmt und mit überdimensionalen 18 Zöllern bestraft, gibt sich der Opel auf allen Strecken ähnlich ruppig wie der Mini. Das ginge durchaus in Ordnung, wenn er denn auch so zackig um die Ecke führe. Und? Leider nein. Dafür ist seine Lenkung zu gefühllos und unpräzise.Am Schluss reicht es dem Adam trotz des feinen Antriebs nur für den dritten Platz. Doch schon allein, dass er gegen das Duo antreten konnte, zeigt, wie gelungen der qualitativ sehr gereifte Adam ist.
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Testwertung
3.5 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2015-08-11

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