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Testbericht

Marcus Peters, 18. März 2008

Der DBS ist der Traum vieler Auto-Ästheten: ausdrucksstarke Gesichtszüge, schwellende Rundungen und eine konturierte Taille - mit dieser Linie entspricht Aston Martin wie kaum eine zweite Marke dem allgemeingültigen Schönheitsideal. Obwohl der DBS als Leistungsträger fast schon expressiv auftritt, wird ihm die Zeit nichts anhaben. Seine Form ist auf dem Weg zum immergrünen Klassiker.

James Bond lässt grüßen

Die Farbe der Herren hat grau zu sein, da folgt der Testwagen ganz dem altenglischen Grundsatz. Trotz dieser zurückhaltenden Lackierung füllt das zweisitzige Coupé selbst einen gewöhnlichen Parkplatz mit Aura. Es entspringt der unwirklichen Traumwelt des James Bond, lässt mondäne Urlaubsorte assoziieren und Casino-Glitzer. Immerhin bemüht sich der Gentleman-Racer im Dinnerjacket auch um die bürgerliche Realität: Unter dem bürzelartigen Heckdeckel befindet sich ein brauchbarer Kofferraum, der Rest des Gepäcks darf vorne mitreisen - in tiefen Kuhlen hinter den beiden Sitzen. Selbstverständlich sind diese Transport-Séparées mit Leder tapeziert.

Im fließenden Verkehr schaudert die Schalthand nicht allzu oft; mit der Kraft eines Hubraumriesen packt der Sechsliter-V12 auch im hohen Gang knapp über Leerlaufdrehzahl kräftig an. Wenn schon nicht optisch, dann lässt sich der DBS in der Stadt zumindest akustisch unauffällig bewegen. Nur beim Anfahren muss man mehr Gas geben als gewohnt; der Vierventiler spricht wenig homogen an. Auch beim Gangwechsel sollte die Choreografie von Kupplungs- und Gasfuß geschmeidig einstudiert sein, sonst ruckt es unfein.

Im Aston fackelt der Aluminium-Zwölfer Super Plus gleichförmig ab, bis die Luft über der Motorhaube flimmert. Das sieht nach vehementem Renneinsatz aus, fühlt sich allerdings eher unspektakulär an. Kein Supersport-Kick, der das Gleichgewichtsorgan durcheinander wirbelt - fast ebenmäßig dreht das 517-PS-Triebwerk hoch, bis der Begrenzer das Drehzahlband bei 6.900/min jäh durchtrennt.

Leicht dosierbare Leistung, verlässliche Fahrbarkeit

Nie überrascht der DBS seinen Piloten durch schlagartigen Haftungsverlust oder kapriziöse Konterneigung. Dank Lamellen-Differenzialsperre ist der Aston Martin je nach Präferenz effektvoller Quertreiber oder effektives Kurvenkatapult. Traktionsschwächen? Nur bei niedrigen Temperaturen. Auf welliger Fahrbahn hilft die weichere Abstimmung des verstellbaren Fahrwerks gekonnt bei der Suche nach Grip.

Der Sport-Modus taugt dagegen nur fürs Pisten-Parkett. Ideallinien-Schnüfflern sind die optionalen Rennsitze ein guter Partner; sie rauben keine Bewegungsfreiheit, geben aber Halt, wo man Unterstützung benötigt. Und der 1,7-Tonner beweist erstaunliches Kurventalent. Satt stützt er sich gegen die Fliehkräfte ab, bewegt sich scheinbar leichtfüßig, wedelt bei den Fahrversuchen einem Ferrari 599 GTB knapp davon und ist kaum langsamer als ein Lamborghini Murciélago LP 640. Erst die geschundenen Profilblöcke entlarven, dass die Lenkung nur die Illusion eines Springinsfeld vermittelt - die Vorderreifen reiben sich für ihren Kurvenwillen auf. Der Lohn sind exzellente Fahrdynamik-Werte, die Kosten ein Satz Edel-Gummis.

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Testwertung
4.0 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2008-03-18

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