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Testbericht

13. Juni 2008

Es sind stattliche und auch sehr geräumige Limousinen, ausgestattet mit einer gehörigen Portion Prestige und auf Wunsch mit allen denkbaren Luxusmerkmalen. Bei den Testwagen steht am Heck, was für ein Motor drin ist. Im wahren Leben werden die Chrombuchstaben häufig abbestellt. Man zeigt nicht gern, dass es nur zum Basis-Diesel reicht - oder dass ein dicker Benziner unter der Haube steckt. Im Vergleichstest sind es solche: zwischen drei und 3,5 Liter groß, schon der schwächste im Audi 255 PS stark, der stärkste im Mercedes sogar 292 PS stemmend.

Technisch herrscht Vielfalt

BMW zeigt stolz einen Reihensechszylinder her, der in der physikalischen Theorie wegen seines perfekten Massenausgleichs die besten Voraussetzungen für seidige Laufkultur bietet. Audi und Mercedes präsentieren kompakter bauende V-Maschinen. Der BMW hat eine Sechsgang-Automatik, der Mercedes eine mit sieben Gängen. Audi geht, wie auch mit dem Frontantrieb, einen eigenen Weg und setzt auf eine stufenlose Automatik, die ihre im Cockpit-Display angezeigten sieben Gänge elektronischer Programmierung verdankt. Das beeinflusst den Charakter in Richtung konventioneller Automatik.

Doch es gibt auch eine Gemeinsamkeit. Alle drei Antriebe besitzen Benzindirekteinspritzung und damit die modernste Technik für ökonomischen Verbrauch. Tatsächlich erreichen die Verbräuche ein Niveau, das man noch vor wenigen Jahren nicht für möglich gehalten hätte. Am sparsamsten läuft der BMW, gefolgt vom Mercedes. Der Audi fällt etwas ab. Alle drei können, sachten Gasfuß vorausgesetzt, mit weniger als zehn Liter auf 100 km bewegt werden. Diesel dieser Leistungsklasse sind da noch besser - warum also die Benziner? Weil sie in der Laufkultur überlegen sind, ein gepflegter Otto-Sechszylinder ist da nahe am Nonplusultra: vibrationsarm, reaktionsschnell, drehfreudig.

Motoren laufen seidenweich

Und was an Motoren-Geräuschen noch an den Ohren ankommt, klingt gut. Vor allem beim Reihenmotor des BMW. Aber der klassische Vorsprung des Reihenmotors in der Laufkultur ist objektiv nicht mehr festzumachen: Auch die Motoren von Audi und Mercedes laufen seidenweich. Die rundum beste Automatik bietet der Mercedes. Ihre Tätigkeit bleibt unter allen Umständen unauffällig. Hier stand bei der Abstimmung ganz klar der Komfort im Vordergrund, während BMW den sportlichen Ambitionen der Kundschaft Rechnung trägt.

Seinen Komfort-Anspruch untermauert der Mercedes mit einer Federung, die Bodenwellen am besten wegschluckt. Der BMW erscheint besser als frühere Ausführungen, weil er nicht mehr serienmäßig mit hart abrollenden Runflat-Reifen ausgerüstet ist. Aber seine Federung ist erheblich straffer als die des Mercedes. Der Audi mit seiner optionalen Luftfederung wirkt eine Spur komfortabler, ohne am Spitzenplatz des Mercedes rütteln zu können. Markentypisches zeigen auch die Fahreigenschaften. Der BMW ganz sportlich, wenn er mit dem optionalen Dynamic Drive ausgerüstet ist, der die Stabilisatoren steuert. So wetzt er um Kurven wie ein Sportwagen, sehr handlich, mit minimalen Karosseriebewegungen.

Auch der Audi wirkt mit seiner sehr leichtgängigen Lenkung behände. Weil die nicht ganz stoßfrei arbeitet und mitunter auch den Frontantrieb spüren lässt, erreicht er aber nicht die Fahrdynamik des BMW. Der Mercedes will das gar nicht. Er kann schnell, aber er legt es dem Fahrer nicht nahe. Der soll seine Ruhe haben, kommod reisen und, wie es einst ein Daimler-Entwickler formulierte, "ausgeruht ankommen". So kommt auch die E-Klasse an - auf Platz eins vor dem BMW, obwohl der Vorsprung in der Eigenschaftswertung wegen der gesalzenen Mercedes-Preise zusammenschrumpft. Aber selbst der Audi, die Punktdifferenzen zeigen es, ist mehr als ein geschlagener Dritter. Und mit den Nachfolgemodellen geht das Turnier ab Herbst ohnehin in eine neue Runde.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2008-06-13

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