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Testbericht

12. Dezember 2010

Gerade einmal neun Jahre ist es her, dass der Mini begann, die Autolandschaft umzukrempeln. In den Speckgürteln der Metropolen galt es plötzlich als schick, sich einen Kleinwagen zu halten, denn der Mini hat Charakter und macht was her. Schließlich lässt er sich zu einem sehr individuellen Lifestyle-Objekt aufpeppen. So wird man zur ersten Wahl bei wohlmeinenden Vätern, die ihren Töchtern etwas Gutes tun wollen. Immer im Hinterkopf behaltend, dass sie selbst mit der kleinen Rennsemmel gelegentlich unterwegs sein würden.

Mini Cooper D mit Dieselmotor von BMW Mittlerweile gibt es vom New Mini schon die zweite Generation, die jüngst modellgepflegt wurde - optisch kaum, eher technisch. Größte Änderung: Statt des in Zusammenarbeit mit PSA entwickelten Diesels reißt nun ein BMW-eigener Selbstzünder an. Im Mini Cooper D ist er ab 21.250 Euro zu haben, denn am hohen Preisniveau hat sich so wenig geändert wie an der asketischen Grundausstattung. Ein auch nicht gerade als Sonderangebot verschriener VW Polo, mittlerweile nicht mehr puppig niedlich, sondern ordentlich seriös dreinblickend, kostet als 1.6 TDI mit Highline-Ausstattung 18.675 Euro. Ohne Radio, aber immerhin mit Klimaanlage serienmäßig. Sein edler Ableger, der Audi A1 1.6 TDI Ambition, ist - welche Überraschung - mit 20.200 Euro spürbar teurer, obwohl die Klimaanlage mit 900 Euro extra berechnet wird. Immerhin ist das Radio an Bord. Ähnlich wie der Mini möchte der Audi A1 seine Kundschaft darüber hinaus mit einer Flut von Individualisierungs-Möglichkeiten begeistern, selbst die Farbe der Luftausströmer-Rosetten lässt sich variieren. Citroën DS3 und VW Polo sind bis auf wenige Euro preisgleich Ein Ansatz, den auch die französische Antwort auf das Phänomen Edel-Kleinwagen bietet, der Citroën DS3. Der liegt als HDi 110 in der Variante SportChic für 20.900 Euro preislich zwischen Mini und Audi A1, kommt aber in vollem Ornat zu den Kunden. Klima hat er, Radio natürlich auch, aber zusätzlich sind Sportsitze, 17-Zoll-Aluräder, Lederlenkrad, Tempomat und weitere Nettigkeiten an Bord. Ausstattungsbereinigt ergibt sich ein ganz anderes Preisgefüge. Der Citroën DS3 und der VW Polo sind bis auf wenige Euro preisgleich, der Audi A1 kostet etwa 2.000 Euro mehr, der Mini gar 3.000. Ist er auch so viel besser als die Konkurrenten? Klare Antwort: Jein. Mini-Kunden, die ein sehr kompaktes Auto suchen, das mit sportwagenmäßig knackiger Fahrdynamik begeistert, die sich nicht an der sehr straffen Federung stören, Großeinkäufe stets allein erledigen, weil dann der Fondraum als zusätzliche Staufläche zur Verfügung steht, werden den Mini schätzen, ach was: lieben. Zumal mit dem neuen Diesel, der stämmig anschiebt, ohne sich bei den Themen Laufkultur oder Verbrauch eine Blöße zu geben. Mit der Modellpflege ist auch die Qualitätsanmutung etwas besser geworden, nur an der verspielten Instrumentierung hat sich nichts geändert. Sie gehört zum Mini offensichtlich wie die Krümel zum Frühstückstoast.

Audi A1 dringt in das Kompetenzzentrum des Mini ein Hat der ähnlich teure Audi A1 das Zeug dazu, diesem Charaktertyp die Kunden abspenstig zu machen? Oh ja, hat er, denn das automobile Leben findet nun mal nicht permanent auf einem mit Serpentinen gespickten Bergpass statt. Nicht, dass sich der Audi A1 hier nicht wohlfühlen würde, denn auch er ist ein ausgeprägter Fahrdynamiker, wedelt fröhlich durch Wechselkurven und schreibt Fahrspaß in Großbuchstaben. Damit dringt er in das Mini-Kompetenzzentrum ein, kann aber noch mehr, nämlich komfortabel sein. Zumindest mit dem Dynamic-Fahrwerk, das man ohne Aufpreis wählen kann, federt er spürbar besser als der Mini und der Citroën DS3. Dazu ist er top verarbeitet, auch die Ergonomie stimmt. Wobei sich die Fondpassagiere wundern werden. Denn das Platzangebot hinten ist wegen des rundlichen Dachs schlechter als im 23 Zentimeter kürzeren Mini. Dafür darf zusätzliches Gepäck eingeladen werden. Citroën DS3 mit tollem Design aber mäßiger Rundumsich Noch ein Einkaufs-Tütchen mehr fasst der Kofferraum des Citroën DS3, aber deshalb allein wird sich kaum jemand für den rassig gezeichneten Franzosen entscheiden. Leider sind die Designer bei ihm übers Ziel hinausgeschossen. Schon für den Fahrer ist die Rundumsicht mäßig, aber Kinder im Kindersitz können wegen der finnenförmigen B-Säulen nicht durch die hinteren Seitenscheiben hinausschauen. Okay, sehen wir uns innen um. Die hochwertige Qualitätsanmutung von Armaturentafel und Verkleidungen wird durch Knistergeräusche konterkariert, nicht zuletzt deshalb, weil der Citroën DS3 überraschend straff gefedert ist. Was ihm andererseits zu sehr guten Zeiten in den Fahrdynamik-Tests verhilft. Hier liegt er auf dem hohen Niveau des Audi A1 - nur knapp hinter dem Mini, aber klar vor dem VW Polo.

VW Polo holt sich den Sieg in diesem Vergleichstest Der trägt den Testsieg trotzdem deutlich nach Hause. Denn undynamisch ist auch er nicht, sieht sich jedoch viel stärker dem Komfort verpflichtet und federt so satt, als wäre er der Kompaktklasse zuzuordnen. Ein Eindruck, den das hervorragende Platzangebot noch unterstreicht, obwohl der VW Polo gerade einmal zwei Zentimeter länger als der fühlbar knapper geschnittene Franzose ist. Allerdings erscheint sein Interieur eher brav und reizlos. Individualisieren lässt er sich auch nicht im selben Maß wie die drei Konkurrenten. Dafür ist er sehr sparsam und im Unterhalt der Günstigste. Doch für viele zählt in dieser Klasse nicht zuletzt der auffallende, eigenwillige Charakter - das ist der VW Polo nicht. Aber ein Siegertyp, das ist er.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2010-12-12

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