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Testbericht

28. August 2015
Das Angebot an reinigenden, polierenden oder versiegelnden Produkten ist riesig, was wenig verwundert: Bei Autofahrern sind diese Mittel sehr beliebt. Die Polituren reinigen die Lackoberfläche des Fahrzeugs, was über mikrofeine Schleifpartikel geschieht, die in einer Trägerflüssigkeit gebunden sind. Die raue Oberfläche des Lacks wird so geglättet, leichte Vertiefungen werden aufgefüllt, es entsteht Glanz.Nicht zwingend muss eine Politur auch versiegelnd wirken. Bei der professionellen Fahrzeugaufbereitung wird oft zweistufig vorgegangen: Zuerst wird hier mit reinen Polituren meist auch maschinell geglättet, danach erst die Versiegelung aufgebracht. Sie schützt den Lack vor Umwelteinflüssen. Häufig besteht diese zusätzliche Schicht aus wachsartigen Substanzen, die den Glanz weiter verstärken und die Anhaftung von Schmutz erschweren. Auch Wasser perlt leichter ab, was ebenso der Wiederverschmutzung entgegenwirkt. Es gibt aber auch Produkte mit ähnlichen Fähigkeiten, die auf Nanotechnologie, Acryl- oder andere synthetische Bestandteile setzen.Im Handel gibt es beides, Polituren und Versiegelungen; sogar die Kombination aus beidem ist erhältlich. Polieren und Versiegeln in einem Arbeitsgang reduziert den Arbeitsaufwand und macht die Mittel besonders interessant.

Alleskönner im Test
Unser Test soll klären, wie gut diese Alleskönner sind. Als klassische wachsbasierte Polituren stellen sich die Polish-and-Wax-Produkte von Dr. Wack, Liqui Moly und Sonax zusammen mit der Number-One-Acrylversiegelung von Horsch gegen die oft sehr teure, teils aus den Fernsehshows der Shopping-Kanäle bekannte Konkurrenz. Während die bekannten Markenprodukte aus dem Fachhandel zwischen 10 und 20 € pro 500 ml kosten, sind die synthetischen Polituren von Rocket, MacBrite und Nanoplast – so zumindest der empfohlene Verkaufspreis auf der Flasche – knapp dreimal so teuer. Allerdings nur theoretisch: Im Internet sind diese Polituren deutlich günstiger zu haben. Dort werden sie schon um 10€ pro 500-ml-Flasche angeboten – ein eher realistischer Preis.

Qualität muss nicht teuer sein
Was können diese Produkte? Weil das Glätten des alten Lacks primär eine Frage von Schleifkorngröße, dem beim Polieren ausgeübten Druck sowie der Dauer der Anwendung ist, testen wir an einer zwei Jahre unbehandelten Motorhaube. Zudem wird der Versuch an Autotüren sowie an eigens lackierten und bewitterten Blechen, die nie Kontakt zu Waschstraßen hatten, durchgeführt. Verfälschende Ergebnisse durch mögliche Silikonreste von Waschzusätzen können so ausgeschlossen werden. Zuerst wird poliert: Hier zählt, wie leicht sich die Produkte verarbeiten lassen – klebt die Politur, hinterlässt sie beim polieren Rückstände, oder entstehen möglicherweise Wölkchen?Für exakt 30 Sekunden wird die Fläche bearbeitet, dann auspoliert. Das Resultat: Selbst im direkten Vergleich ist das menschliche Auge überfordert. Ein Glanzgradmessgerät findet und bestätigt die Unterschiede: Sonax, Nanoplast und MacBrite liefern wirklich glänzende Ergebnisse. Doch wie lange hält der Glanz? Das hängt von der Haltbarkeit der aufpolierten Schutzschicht ab. Zum Test werden verschiedene Flächen am Auto mit einem Farbstift präpariert und mit den Polituren versiegelt. Dann geht es wiederholt in die Waschanlage. Wie lange können die Versiegelungen den zarten Filzstiftstrich vor den rasenden Waschbürsten schützen? Auf der Nanoplast-Flasche steht "waschstraßenfest", doch damit kann offensichtlich nur die solide Kunststoffflasche gemeint sein, denn nach nur einer Wäsche ist von den Nanoplast-versiegelten Markierungen nichts mehr zu sehen. Drei Wäschen können MacBrite und Number One Widerstand leisten, 7-8 halten Sonax, Liqui Moly und Dr. Wack – das ist gut.

Schädlich für Kunststoffteile
Auch die Verträglichkeit mit Kunststoffen wurde getestet. Das Ergebnis ist jedoch ernüchternd: Alle Produkte griffen die Teststreifen aus Polycarbonat an – ein Material, das zum Beispiel bei Scheinwerfer- oder Blinkerabdeckungen zum Einsatz kommt. Bei den meisten Produkten waren die Auffälligkeiten zwar noch im grünen Bereich, trotzdem gab es Abzüge. Denn wer die Mittel häufig anwendet und beim Auftragen unachtsam ist, erhöht die Gefahr von Spannungsrissen im Polycarbonat, weshalb Kunststoffteile besser nie mit Politur in Berührung kommen sollten.Dieser Schönheitsfehler hat natürlich Auswirkungen auf die Testergebnisse und ist einer der Gründe, warum der Testsieger nur 85 von 100 möglichen Punkten bekommt. Außerdem gibt es noch im Kapitel "Schutzwirkung" Luft nach oben. Entweder bieten die Mittel nach wenigen Waschstraßenfahrten keinen Schutz mehr oder fördern eher die Anschmutzung des Autos, als diese zu verhindern – was eine ihrer Aufgaben wäre. Bei aller Kritik gab es aber auch Produkte, die überzeugten. Eine Überraschung schaffte Liqui Moly: Das günstigste Mittel landete hinter der Sonax-Politur auf dem zweiten Rang. Knapp darauf folgen Wack und das Mittel von MacBrite, das sich mit Schwächen bei Haltbarkeit und Ergiebigkeit den Weg nach vorne verbaut. Der Rest des Feldes muss zum Teil deutlich nachlegen.

So wurde getestet
auto motor und sport führte den Test in enger Zusammenarbeit mit dem nach DIN/ ISO 9001/14000 zertifizierten Labor des Reinigungsgeräteherstellers Kärcher in Winnenden durch. Die Polier- und Haltbarkeitsversuche wurden an zwei Fahrzeugen sowie an lackierten Blechen durchgeführt. Zum Test der Abriebfestigkeit wurden mit einem Boardmarker (Edding 360) Markierungen angebracht und anschließend versiegelt. Es folgten mehrere aufeinanderfolgende Wäschen in einer Kärcher-CBPortalwaschanlage. Ein Abwaschen der Farbmarkierung zeigt den Verlust der Schutzwirkung. Bewertet wird die Zahl der Waschdurchgänge. Der Schutz vor Wiederverschmutzung wurde in einem automatisierten Wischtest nachgewiesen, bei den Tests zur Materialverträglichkeit beschränkten wir uns auf die Wechselwirkungen mit Polycarbonat, aus dem etwa transparente Verglasungen von Scheinwerfern oder Blinkern hergestellt werden.

Gegendarstellung
In der automotorundsport vom 23. Juli 2015, Heft 16, schreiben Sie auf den Seiten 118 bis 120 in der Rubrik "Service-Test Lackpolituren“ unter der Überschrift "Glänzendes Ergebnis?", dass Sie sieben Lackpolituren mit Versiegelung getestet hätten.Zur Verarbeitung und Haltbarkeit der getesteten Mittel schreiben Sie: "Für exakt 30 Sekunden wird die Fläche bearbeitet, dann auspoliert. … Doch wie lange hält der Glanz? … drei Wäschen können … number one WIderstand leisten, …".Hierzu stellen wir fest:Ausweislich der Gebrauchsanweisung der "number one Acrylversigelung" ist diese nach der Kfz-Wäsche auf den Lack dünn aufzutragen und bei starken Verschmutzungen kräftig einzureiben. Sodann heißt es in der Gebrauchsanweisung: "Antrocknen lassen, dann leicht nachwischen." Unsere Acryl-Versiegelung ist damit nicht korrekt aufgebracht worden. Sie hätte zuerst antrocknen müssen, damit das Produkt anzieht und die Inhaltsstoffe ihre vollständige Wirkung entfalten können. Nach dem Nachwischen empfehlen wir, unsere Acryl-Versiegelung ca. einen Tag durchhärten zu lassen, um sodann noch eine höhere Waschstraßenfestigkeit zu erzielen. Wir geben dieses in unserer Gebrauchsanweisung nicht weiter an, da es einem vollkommen untypischen Nutzungsverhalten entspricht, dass noch am Tag nach der Aufbringung der "number one Acrylversiegelung" eine oder gar mehrere Wäschen, erst recht in einer Waschanlage, erfolgen.Weiter führen Sie aus: "Das Resultat: Selbst im direkten Vergleich ist das menschliche Auge überfordert. Ein Glanzgradmesser findet und bestätigt die Unterschiede." Daraus entsteht der Eindruck, dass die Unterschiede, die sich durch den Glanzgradmesser feststellen lassen, dazu führten, dass bei mehrfacher oder dauerhafter Anwendung der Produkte sich irgendwann Unterschiede mit bloßem Auge erkennen lassen.Hierzu stellen wir fest:Auch bei mehrfacher und dauerhafter Anwendung über einen längeren Zeitraum lassen sich Unterschiede im Glanzgrad mit bloßem Auge nicht erkennen.Zuletzt halten Sie fest: "Auch die Verträglichkeit mit Kunststoffen wurde getestet. Das Ergebnis ist jedoch ernüchternd: Alle Produkte griffen die Teststreifen aus Polykarbonat an. … Denn wer die Mittel häufig anwendet und beim Auftragen unachtsam ist, erhöht die Gefahr von Spannungsrissen im Polykarbonat, weshalb Kunststoffteile besser nie mit Politur in Berührung kommen sollten."Hierzu stellen wir fest:Unsere "number one Acrylversiegelung" greift an Kraftfahrzeugen verbaute Polykarbonatteile, wie insbesondere Scheinwerferabdeckungen etc., nicht in der Weise an, dass hierdurch die Gefahr von Spannungsrissen entstünde oder gesteigert wird. Vielmehr werden auch entsprechende Bauteile durch unsere Acrylversiegelung gepflegt, sodass sie gerade nicht vergilben oder Spannungsrisse entstehen.Osnabrück, 14.08.2015, Zhou Xing PeiGeschäftsführer Autotechnik-Horsch GmbH & Co. KGBeim Lackpolituren-Test sind die Gebrauchsanweisungen aller Produkte genau befolgt worden. Ferner wurde ein Glanzgradmessgerät eingesetzt, um objektive Daten zu erhalten. Ein Vergleich mit dem bloßen Auge liefert nur ungenaue und somit nicht reproduzierbare Ergebnisse. Die Redaktion ist verpflichtet, die Gegendarstellung ohne Rücksicht auf den Wahrheitsgehalt abzudrucken.Die Redaktion
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Quelle: auto-motor-und-sport, 2015-08-28

Getestete Modelle
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