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Testbericht

7. September 2018

5er Touring6er GT7er langFazitIn diesem Früher, das ja nicht wiederkommt, da hängen wir manchmal noch immer kurz fest, und sei es nur für einen Impuls.

Als die Frage auftauchte, welches dieser drei das erstrebenswerteste Auto sei, dachten wir ganz impulsiv: das größte, mit Technik und Luxus vollgestopfteste natürlich. Dann besannen wir uns, doch so ganz wissen wir nicht, warum. Wenngleich es derzeit viele und vieles gibt, die einem die Freude am Auto verderben wollen: Freunde, lassen wir sie uns nicht nehmen, und auch nicht unsere Begeisterung für diese großartige Erfindung, die nie so vollkommen war wie jetzt, da andere ihre Überkommenheit herbeireden.

Überhaupt: Es ergäbe doch keinen Sinn, diese drei Autos zu vergleichen und schon im Voraus all den Schlechtlaunigen gefallen zu wollen, die eh schon einen 5er für zu groß, zu schnell, zu teuer (als müssten sie ihn bezahlen) finden. Nein, wir schauen uns die drei BMW an, 5er Touring, 6er Gran Turismo und 7er mit langem Radstand, und klären, welcher am cleversten ist. Und welcher – das ist das Wichtigste – uns Autofreunde am meisten begeistert.

R-e-i-h-e-n-s-e-c-h-s-e-r!
Das mit dem Begeistern gelingt schon dem 5er Touring ausgezeichnet. Was zuerst daran liegt, dass die BMW-Leute schlau sind und uns einen 540i hingestellt haben. Das ist der einzige Reihensechszylinder-Benziner, den es für die Baureihe noch gibt, aber er bedeutet alles, was man sich unter einem Bayerischen Motoren-Meisterwerk vorstellt. Erst dachten wir, wir könnten uns auf die Feststellung beschränken, der 340 PS starke Sechszylinder-Turbo treibe den 5er noch energischer voran als die schwereren 6er und 7er. Aber er stellt mehr mit ihm an: Er charakterisiert das Wesen des Wagens stärker als bei den anderen.

Der 5er lässt sich von ihm mitreißen, weil er hier das Fahrerauto ist und den Piloten inniger integriert. Im 6er sitzt der über diesem Mittendrin, das einen BMW seit dem 1.500 von 1.961 ausmacht. Und der Fahrer des 7er davor, weil noch so viel Auto hinter ihm kommt, was Fokus und Balance des Wagens verschiebt.

Was für eine Freude, den Touring über Land zu lenken, so schnittig präzise, ansatzlos direkt und mit fein austarierter Schwergängigkeit. Die Allradlenkung, die auch die anderen mitbringen, verschafft dem 5er eine fast 3er-mäßige Behändigkeit. Zudem hat er sich angenehmen Komfort angeeignet. Mit dem straffen Set-up spricht er auf Querfugen und kurze Wellen etwas nachlässig an, verzichtet dafür aufs Wanken und steckt lange Wellen sorgsam weg.Dazu kommt der Alltagsnutzen: Hinter der großen Heckklappe liegt der am besten nutzbare Laderaum. Die Rücksitzlehne klappt dreiteilig eben, die 1.700 Liter große Gepäckhalle lässt sich mit einem Sicherheitsnetz abtrennen. Auch die Passagiere müssen schon über einen bemerkenswerten Raumbedarf verfügen, um den Touring beengt zu empfinden. So stellen wir fest, dass es mehr BMW als den 5er nie braucht. Aber das ahnten Sie sicher. Die Frage ist eher, ob mehr nicht noch schöner wäre.

Jetzt aber mal Gran
Oder etwas ganz anderes, nur auf die gleiche Art. Genau das ist der 6er GT – eine andere Art eines echten BMW. Als Nachfolger des 5er GT hat er die kleine Zweitheckklappe und die Trennwand zwischen Kofferraum und Rückbank verloren, insgesamt aber enorm gewonnen. Mit 610 Litern übertrifft er den Touring beim Standardladevolumen, packt trotz des flacheren Hecks maximal gar 100 Liter mehr. Doch wegen des höheren Transportpotenzials wird kaum einer den GT kaufen. Wer ein Auto dieser Preisliga besitzt, karrt keine Möbel oder Waschmaschinen vom Discounter heim. Da lässt man bringen.

Trotzdem geht es um Raum beim 6er, den für Bequemlichkeit. So schafft er auf 15 cm mehr Länge 7,0 cm mehr Normsitzraum im Fond. Zudem schaffen die höhere Sitzposition und große Fenster ein lichteres Raumgefühl – auch auf den fünf Zentimeter erhabener montierten Vordersitzen. Im Cockpitlayout gleichen sich die drei. Sie bringen serienmäßig ein Infotainment samt Navi mit. Und, klar, iDrive, das noch immer beste Bediensystem. Trotz Erweiterung um Sprachbedienung, Gestensteuerung (Serie im 7er), Touchscreen und die Berührfläche auf dem Dreh- Drücker gerät es allerdings an die Grenzen seines Organisationstalents.

Ansonsten verwischt der 6er Grenzen lieber – etwa die zwischen Komfort und Handling. Mit optionaler Luftfederung flauscht er selbst über wüste Unebenheiten, gerät nur im wattigen Comfort-Modus mitunter sacht ins Wanken. Auf Normal oder Sport strafft er die Kennlinien für Dämpfer, Lenkung, Gasannahme und Automatik. Wegen des höheren Schwerpunkts biegt er nicht so beherzt, nicht mit solch schneidiger Präzision in der Lenkung um Kurven wie der 5er. Dem Motor meint man mitunter anzumerken, dass ihm etwas Anstrengung abverlangt wird.

Doch als komfortabler, geräumiger Reisewagen übertrifft der GT die Talente des 5er, ist zudem kaum teurer. Rechnet man die reichhaltigere Ausstattung des 6er (Leder, besseres Navi, Rückfahrkamera) ein, reduziert sich der Mehrpreis von 5.400 auf 1.600 Euro. Na, das GT doch!

So long, 7er
Beim langen 7er verringert sich der Abstand von 26.900 Euro zum 6er (bei gleichen Motoren) durch die bessere Ausstattung auf noch immer erhebliche knapp 19.000 Euro (beim 7er mit kurzem Radstand sind es 14.000). Dafür gibt es 14,7 cm mehr Auto und 7,5 cm mehr Sitzraum im Fond. Beim Topmodell fährt BMW alles an Assistenz, Infotainment und Fahrwerksaufwand (Luftfederung) auf, was nützlich ist. Und optional viel angenehm Unnötiges.

Dazu reist es sich so herrschaftlich auf den hochkomfortablen Fondsitzen. Irgendein Monitor oder Schalter ist immer in bequemer Reichweite, an dem man herumtapsen kann, sollte man des Blicks durch die Seitenfenster überdrüssig werden, an denen die Welt leise und eilig vorbeihuscht. Viel mehr bemerkt man davon nicht, auch weil die Luftfederung Unebenheiten so gekonnt wegfiltert.

Nur: Bei BMW geht es ja an sich nicht um die Freude am Gefahrenwerden, sondern um die am Fahren. Wenngleich es durchaus Beachtung verdient, wie handlich sich der allradgelenkte 7er trotz des langen Radstands (3,21 Meter) fährt, ist das Handling nicht so perfekt ausbalanciert wie im 5er. Im Comfort-Modus wirkt es besonnen, auf Sport spricht die Lenkung spitz an, bringt damit eine Hektik ins Auto, die nicht zu seiner Souveränität passt.

Ja, als Reisewagen und erst recht als Repräsentationsfahrzeug ist er den anderen überlegen. Aber wenn uns jetzt einer die Schlüssel zu den drei Autos reichte, wir griffen zu dem des 6er GT – ganz impulsiv.

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Testwertung
4.5 von 5

Quelle: auto-motor-und-sport, 2018-09-07

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