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Testbericht

25. März 2012

Beginnen wir ausnahmsweise mal oben, bewegen uns Schritt für Schritt von groß nach klein. Genauer gesagt von 18 in Richtung 15 Zoll, weil der diesjährige Sommerreifentest gleich zwei Dimensionen umfasst: Die müssen sich einerseits auf einem Audi A6 (18 Zoll) und zum anderen auf einem VW Golf (15 Zoll) in jeweils neun differenzierten Kriterien behaupten. Sommerreifen 18 Zoll im Test Zunächst reisen hierfür sechs Premiumprodukte über den Großen Teich in die USA. In Texas treffen Continental SportContact 5, Dunlop Sport Maxx TT, Hankook S1 evo2, Nokian Z G2, Pirelli P Zero und Toyo Proxes T1 Sport auf sommerliche Temperaturen und zunächst auf optimal bewässerte Teststrecken. Bereits bei der Bremsprüfung, der maximal möglichen Verzögerung auf nasser Fahrbahn aus Tempo 100, tun sich große Unterschiede auf.

Mit einem Bremsweg von 56,6 Metern legt der finnische Nokian die Messlatte, an die keiner der Mitbewerber heranreicht. Der aus Japan stammende Toyo leistet sich sogar über 60 Meter Bremsweg und verliert bereits im ersten, absolut sicherheitsrelevanten und entsprechend hoch bepunkteten Kriterium reichlich Zähler. Auch das bei Nässe wechselhafte Fahrverhalten schmälert das Punktekonto des Proxes T1 Sport. Nokian Z G2 ist Nässe-Champion Dagegen untermauert der Nokian Z G2 sowohl beim Handling als auch auf der Kreisbahn und im sieben Millimeter tiefen Aquaplaningbecken seine Nässe-Qualitäten. Nahe kommen ihm nur der Continental und der Dunlop, die zwar beim Bremsen etwas abfallen, beim Handling jedoch ein sehr ausgewogenes Fahrverhalten an den Tag legen, geprägt von spätem Untersteuern und ganz sachten Lastwechseln im Grenzbereich. Trotz Abstrichen beim Aquaplaning zeigt sich der Nokian somit als Nässespezialist, verliert bei den Testkriterien auf trockener Fahrbahn – abgesehen vom besten Rollwiderstandsbeiwert – jedoch an Boden. Dort schlägt die Stunde des Pirelli. Mit dem P Zero bestückt, legt der Audi A6 die schnellste Rundenzeit hin, lässt sich dabei sehr präzise und agil fahren, ohne mit hektischen Lastwechseln aufzufallen. Auch der Dunlop und der Continental rangieren auf sehr hohem Niveau, neigen aber eher zum Untersteuern. Noch größer fallen die Schräglaufwinkel beim Hankook und erst recht beim Toyo aus. Letztlich spielt der Rollwiderstand das Zünglein an der Waage. Mit einem Punkt Vorsprung kommt der Continental auf Platz eins im qualitativ sehr hochrangig besetzten Feld der Sommerreifen im Format 245/45-18 mit Speedindex Y (bis zu 300 km/h).

Sommerreifen 15 Zoll im Test Zurück zur Basis, zur Kompaktklasse, namentlich zum VW Golf, bestückt mit der Testdimension 195/65-15. Auf dem Prüfstein: Bridgestone Turanza ER300, Dunlop SP Sport Fast-response, Firestone Firehawk TZ300a, Goodyear Efficient Grip, Pirelli Cinturato P1 und Uniroyal RainExpert. Letzterer wird seinem Namen bei der Auquaplaningprüfung voll und ganz gerecht. Im sieben Millimeter tiefen Wasser schwimmt der Uniroyal erst bei einer Geschwindigkeit von 106,5 km/h auf, was den Rest des Feldes deutlich distanziert. Er bietet bei Nässe ein sehr gutes Gripniveau, gepaart mit einem sicheren Fahrverhalten. Dass mit den beiden Konzernbrüdern Firestone und Bridgestone deutlich bessere Rundenzeiten bei erheblich höherem fahrerischen Aufwand möglich sind, ändert am Punktevorsprung des RainExpert ebensowenig wie die exzellente Bremsleistung des Pirelli oder auch das angenehm ausgewogene Fahrverhalten des Dunlop auf Nässe. Der Goodyear Efficient Grip trägt auf nassem Terrain sogar die rote Laterne. Was einen der vielen Zielkonflikte bei der Reifenentwicklung offensichtlich macht: Ein exzellenter Rollwiderstand konterkariert das maximal mögliche Gripniveau bei Nässe. Der Efficient Grip kann ein Lied davon singen und spielt im Gegensatz zur Nässe dann bei den Trockenkriterien wiederum deutlich weiter vorne mit. Uniroyal bei Nässe Top, bei Trockenheit Flop Der Uniroyal zeigt dagegen das andere Extrem auf: bei Nässe top, bei Trockenheit ein Flop, vom guten Komfort einmal abgesehen. Das relativ offen und im Vergleich zum Rest des Feldes sehr tief gestaltete Profilbild steht einem präzisen Fahrverhalten im Weg, es ist zwar sicher, aber stark untersteuernd. Bei der Bremsprüfung im Trockenen schneidet der Rain Expert gar am schlechtesten ab. Der Rest des Feldes präsentiert sich auf einem nahezu identischen Niveau, mit geringen Vor- und Nachteilen, die bei der Betrachtung der Werte in den Einzelkriterien offensichtlich werden. Den Spagat zwischen den vielen Testinstanzen meistert am besten der Pirelli Cinturato P1, dem nur zwei Schwächen anzukreiden sind: Komfort und Aquaplaning. Ansonsten schafft er das Kunststück, bei nasser sowie trockener Fahrbahn optimal zu verzögern. Und diese beiden sicherheitsrelevanten Kriterien stehen bei der Testgewichtung aus gutem Grund ganz oben.

So wurde getestet Die beiden Testreihen für 18- und 15-Zöller wurden auf zwei unterschiedlichen Strecken absolviert, wodurch die Ergebnisse nicht direkt miteinander vergleichbar sind. Für beide Versuchsreihen jedoch gilt: In jedem Kriterium erhält der jeweils beste Reifen die maximal mögliche Punktzahl. Dies gilt für die objektive Bepunktung ebenso wie für die subjektive Benotung durch die Tester, die bei den Bewertungen Komfort sowie Handling zum Tragen kommt. Beim Rollwiderstand, der in der Reifenentwicklung immer mehr an Bedeutung gewinnt und der im Testlabor auf einem Trommelprüfstand ermittelt wird, dient der mit CR bezeichnete Rollwiderstandsbeiwert als Bewertungsgrundlage. Ein um zehn Prozent besserer CR-Wert reduziert den Kraftstoffverbrauch um 1,6 Prozent. In unserer Fotoshow sehen Sie alle getesteten Modelle und die Platzierungen.

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Quelle: auto-motor-und-sport, 2012-03-25

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