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Lamborghini Centenario

Die Firmenpolitik des italienischen Sportwagenproduzenten Lamborghini schafft Begehrlichkeiten. Dabei begann Alles mal mit Traktoren. Der neue Lamborghini Centenario, den der Hersteller mit dem Stier im Wappen anlässlich des Hundertsten des Gründers Ferruccio Lamborghini jüngst in Genf präsentierte, ist streng limitiert und strotzt vor Kraft.

Unter der sechseckigen Motorraumabdeckung aus Carbonfaser und Glas arbeitet der stärkste Motor, den Lamborghini jemals produzierte: ein V12-Saugmotor mit 770 PS Leistung. Wenn der bis 8.600 Touren dreht, verschwindet sogar ein Porsche Turbo dramatisch geschwind aus dem Rückspiegel. Der Centenario katapultiert seine Besatzung in 2,8 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. In 23,5 Sekunden zeigt der Tacho nicht auf 200, sondern schon auf die 300. Das ist so phänomenal wie die Höchstgeschwindigkeit von mehr als 350 km/h. Im Vergleich vergehen in einem Bugatti Chiron, der sogar 420 km/h geht, lediglich 2,5 Sekunden. Aber um welchen Preis: Der Chiron investiert gegenüber dem Lamborghini 730 PS mehr als das Doppelte an Kraft, 1.500 PS benötigt der extravagante Nobelsportler für die 0,3 Sekunden Zeitersparnis

Leistungsgewicht zum Abheben
Die negative Beschleunigung steht der Vorwärts-Performance in nichts nach. Nach einer Vollbremsung aus 100 km/h steht der Centenario nach 30 Metern und aus 300 km/h nach 290 Metern. Was mit seinen Carbon-Keramik-Bremsen und dem relativ geringen Gewicht zu tun hat. Der Lamborghini wiegt mit seinem Carbonfaser-Monocoque und der Carbon-Karosse lediglich 1.520 kg. Die charaktervollen Scherentüren bleiben Lamborghinis V12-Modellen vorbehalten. Das Leistungsgewicht fällt damit völlig abgehoben aus, denn jede einzelne der 770 Pferdestärken beschäftigt sich gerade mal mit 1,97 Kilogramm.

So viel Sturm und Drang stellt hohe Anforderungen an die Aerodynamik und das Fahrwerk. Bei hohen Geschwindigkeiten verursachen ein um bis zu 15 cm ausrückender Heckflügel, der Diffusor und die breite Hutze auf der Fronthaube, durch die sich der Luftstrom drückt, mehr Anpressdruck. Der permanente Allradantrieb samt mitlenkender Hinterachse sorgt für adaptives Handling. Bei niedrigem Tempo drehen die Hinterräder in die dem Lenkwinkel entgegen gesetzte Richtung. Das führt „virtuell“ zu einer Reduzierung des Radstands und, da so weniger Lenkwinkel nötig ist und sich der Wendekreis verkleinert, zu agilerem Einlenken.

Bei hohen Geschwindigkeiten ist das Gegenteil der Fall: Die Hinterräder weisen in dieselbe Richtung wie die Vorderräder. Dadurch vergrößert sich – wiederum nur virtuell – der Radstand, was die Hochgeschwindigkeitsstabilität verbessert. Auch der „Corsa“-Modus des Adaptivfahrwerks und der ausgesparte Platz unter der Fronthaube, in dem auf Wunsch zwei Helme unter kommen, verraten das natürliche Revier des Centario: die Rennstrecke.

Vor der Produktion lässt sich der Grad des Luxus im Interieur vom Kunden beeinflussen. Betont sportlich ist der Racer aus Sant’Agata Bolognese schon ab Werk ausgestattet. Die Insassen nehmen auf Sportsitzen aus leichter Carbonfaser Platz. Der 10,1-Zoll-Touchscreen bietet Zugang zum vernetzten Infotainment und liefert darüber hinaus reichlich Datenmaterial zur Telemetrie. Aufgezeichnet werden Geschwindigkeit, Querbeschleunigung, Seitenkräfte und Zeiten, die zwischen unterschiedlichen Fahrern verglichen werden können. Zudem kann die Fahrt über zwei optionale Innenraumkameras gefilmt werden.

Der Preis setzt das Limit
Ein Vergnügen für Wenige. Der Lamborghini Centenario ist auf nur 20 Coupés und 20 Roadster limitiert. Alle 40 Centenario, die zwischen Herbst 2016 und Winter 2017 ausgeliefert werden, sind bereits verkauft. Zu einem Preis ab 1,75 Millionen Euro plus Landessteuer.

Lothar Erfert